ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STRASSENKARTEN - 1918-1945 - B.V.-KARTEN - 1939

B.V.-KARTE 2

Schleswig-Holstein, Hamburg, Lüneburger Heide, Mecklenburg

Maßstab 1:500.000

Hergestellt: 1939

Verlag: BENZOL-VERBAND

Kartographie und Druck: k.A.

Originalpreis: k.A.

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B.V.-Karte 2

Die B.V.-Karte 2 von 1939 zeigt große Teile von Norddeutschland sowie ein paar Dänische Inseln wie etwa da Laaland. Zwischen Lübeck und Hamburg sowie von Harburg bis Bremen sind fertig gestellt. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde eine Autobahn von Hamburg nach Berlin geplant, die erst viele Jahre nach dem 2. Weltkrieg zwischen der BRD und der DDR gebaut wurde.

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Reiseinformationen und Stadtpläne

Für diese Karte haben wir die Informationen auf der Rückseite der Karte, wie etwa die Reisebeschreibung für diese Gegend sowie alle Stadtpläne zusammengefasst.

Schleswig-Holstein, meerumschlungen...

Die West- und die Ostküste Schleswig-Holsteins sind voneinander völlig verschieden. Die Westküste stellt die im Grunde unveränderte, nur äußerlich durch die Einwirkung der See veränderte Fortsetzung der Küste Ostfrieslands dar (siehe Karte 1). Wie dort folgten ursprünglich dünenreiche Sandinseln, Wattenmeer, Marschland und Geest einander; im Bereich der Inseln Sylt und Amrum besteht diese Folge auch heute noch. Die südlich von Amrum beginnenden Halligen sind aber keine Inseln, sondern Reste ihren Marschen-Festlandes, in das sich der „blanke Hans" mit Sturmfluten hineingefressen hat, nachdem der hier sehr starke Wogenanprall die vorgelagerten eigentlichen Düneninseln weggespült hatte. Seit kurzem ist aber mit Eindeichungs- und anderen landgewinnungsarbeiten ein erfolgreicher Kampf eröffnet und der See schon wieder viel Land entrissen worden (Adolf-Hitler-, Hermann-Göring-Koog und andere). Die Halligen sind besonders interessant, weil sich hier viel Eigenart und ursprüngliches Brauchtum unverfälscht erhalten hat. Da Dämme fehlen, sind die Häuser auf sog. Warften (Wurten) errichtet, die sie hügelartig aus dem reich des ewig landgierigen „blanken Hans" herausheben. Für die Trinkwasserversorgung sind Zisternen zum Sammeln des Regenwassers angelegt, die Fehting genannt werden. Die Häuser sind vielfach so gebaut, daß schräg in den Boden gerammte Tiger den Dachboden auch dann noch tragen, wenn die an sie gehängten Mauern des unteren Geschosses von einer Sturmflut eingedrückt sind. Berühmt geworden ist durch einen Besuch des dänischen Königs Friedrich Vl. die Hauswarft auf Hallig Hooge, wo noch heute der Königspesel gezeigt wird (Pesel = gute Stube).

Auf der Ostseite des Landes beginnt mit zahlreichen Endmoränenhügel der hügel- und seenreiche Baltische Landrücken, der sich von hier durch ganz Norddeutschland bis weit nach Rußland gineinzieht. Daß die größten Höhen der Küste am nächsten liegen er Bungsberg bei Eutin in der Holsteinischen Schweiz ist 10 km n der Küste 164 m hoch !), hat seine Ursache darin, daß das Eis sie am längsten deckte, während es weiter im Land früher )schmolz, so daß dort die Hügel schon stärker eingeebnet sind. e Schmelzwasser haben an der Küste schmale, tiefe Flußtäler gebildet, die Förden: sie geben gute Häfen ab. und deshalb steht meist an ihrem Ende eine Stadt. Die Form der Fördenküste stellt eine der vier für die Ostsee typischen Küstenformen dar, die ebenfalls wie diejenigen der Nordsee unter der Einwirkung von Wasser und Wind entstanden ist. Es zeigen sich auch die ersten Wälder, die für die Ostseeküste charakteristisch sind.

Auskunft: Landes-Verkehrs-Verband Nordmark, Hamburg 1, Lombardsbrücke 1.
Schrifttum: „Nordfriesische Inselwelt". Chr. Jensen (G. Westermann,
Braunschweig). „Lübeck und Holsteinische Schweiz" (Woerl).

Die Lüneburger Heide

In neuerer Zeit ist die Heide bei den Kraftfahrern sehr beliebt geworden: die erfolgreichen Erdölbohrungen in der Umgebung von Celle haben sie angelockt. Der leider im Großen Kriege gefallene Heidedichter Hermann Löns hat die Schönheiten dieser weiträumigen, aber ernsten Landschaft so vielen Menschen nahegebracht, daß mancher auch schon aus diesem Grunde kommt. Aber die Heide gibt sich nicht leicht. Es ist kein Land, das man beim schnellen Hindurchfahren kennenlernen kann. Der alte Heidecharakter wird zudem immer mehr verwischt, denn seitdem die Maschinenpflüge die Möglichkeit gaben, die unter der Oberfläche liegende Ortsteinschicht zu lockern, die früher weite Landstriche unfruchtbar machte, wird immer mehr fruchtbares Land
geschaffen. Auch das Gebiet der Heide ist wie ganz Norddeutschland von eiszeitlichen Schuttmassen überdeckt; nur im Kalkberg bei Lüneburg treten die tertiären Schichten des alten Untergrundes an die Oberfläche. Die Hügel, die im Wilseder Berg inmitten eines herrlich ursprünglichen Naturschutzgebietes eine Höhe von 169 m erreichen, sind die westlichsten Ausläufer des Baltischen Landrückens (siehe oben). An manchen Stellen finden sich zahlreiche Findlinge: vorgeschichtliche Bewohner haben aus ihnen die „Sieben Steinhäuser" errichtet, Grabkammern, die neben dem Urwald von Unterlüß, dem Zwergbirkenmoor bei Schafwedel und prachtvollen alten Wacholderbeständen zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Heide gehören.

Auskunft: Landes-Verkehrs-Verband Niedersachsen, Hannover, Am Schiffgraben 6.
Schrifttum -„Die Lüneburger Heide". Jos. Galle (G. Westermann, Braunschweig).

Mecklenburg

Im Raum von der Lübecker Bucht bis Stralsund zeigt die (bis Wustrow) mecklenburgische Ostseeküste die zweite ihrer typischen Formen (siehe Karte 3, 4 und oben), die Boddenküste. Bei der Bildung dieser fast wie Binnenseen anmutenden Wasserflächen haben neben Wind und Wellen auch Erdsenkungen (Litorinasenkung) eine Rolle gespielt. Entsprechend den Bewegungen des
Inlandeises erstreckt sich hier die Moränenlinie und mit ihr der Nordrand der Seen weiter nach Süden ins Land hinein, dessen hervorstechendster Zug der Plattencharakter ist, weshalb man auch von der Mecklenburgischen Seenplatte spricht. Die schönsten Teile dieses von den Endmoränenhügeln und den Wasserflächen der Grundmoränenvertiefungen belebten Gebietes sind das Mecklenburgische Hügelland und die jenseits der mächtigen Müritz beginnende Mecklenburgische Seenplatte im engeren Sinne. Hier sowohl wie an der Küste sind im Laufe der Zeit zahlreiche Bäder und Kurorte entstanden. Schön sind auch die Wälder und Heiden (Rostocker Heide u. a.), die auf den der Küste nach dem Landinnern zu vorgelagerten, wenig fruchtbaren Sandflachen entstanden sind. Außerhalb der Sandgebiete ist jedoch der Boden meist sehr fruchtbar, so daß Land- und Viehwirtschaft hoch entwickelt ist; der Klützer Winkel hat z. B. als Kornkammer Berühmtheit erlangt. Auffallend ist hier in Mecklenburg und weiter östlich die große Ausdehnung der Acker sowie die Armut an Dörfern und Landstädten. Eins ist durch das Andere bedingt: von früher her befindet sich das Land zum guten Teil in den Händen von Großgrundbesitzern, und als Folge dieser Besitzverhältnisse ist das Land immer noch verhältnismäßig dorfarm, obwohl in neuerer Zeit alle möglichen Anstrengungen gemacht werden, um wieder in dem nötigen Umfang zu bäuerlicher Besiedlung zu kommen. Als einem Aufschüttungsgebiet fehlen dem Lande Bodenschätze; die wenigen Findlinge können den Mangel an Natursteinen nicht wettmachen, daher ist hier auch die Backsteingotik zu besonderer Blüte gelangt.

Auskunft: Landes-Verkehrs-Verband Mecklenburg, Rostock, Am Steintor.
Schrifttum: „Mecklenburg". Prof. W. Ule (Monographien zur Erdkunde, Velhagen & Klasing, Bielefeld).


Stadtpläne der B.V.-Karte

Die Stadtpläne befinden sich im Original auf der Rückseite der Karte. Wenn Sie auf die einzelnen Stadtpläne klicken können Sie den Stadtplan etwas größer, in einen Popup-Fenster, anschauen.

Stadtplanverzeichnis: Hamburg - Flensburg - Kiel - Schwerin - Lübeck - Stralsund - Rostock

 

(Original-Text und Bilder)


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