ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STRASSENKARTEN - 1918-1945 - B.V.-KARTEN - 1938

B.V.-KARTE 3

Pommern und die Ostseeküste

Maßstab 1:500.000

Hergestellt: 1938

Verlag: BENZOL-VERBAND

Kartographie und Druck: k.A.

Originalpreis: k.A.

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B.V.-Karte 3

In der B.V.-Karte 3 von 1939 kann man das ehemalige Pommern von Stolp bis Rügen erkennen. Von Berlin gibt es bis Stettin die heutige Autobahn 11. Interessant zu sehen ist die weitere Planung nach bis zur damaligen polnischen Grenze in der nähe der Ostseeküste.

Ortsregister: Angermünde - Anklam - Belgard - Bütow - Deutsch Krone - Eberswalde - Gollnow - Greifswald - Kolberg - Köslin - Lauenburg - Neubrandenburg - Neustettin - Pasewalk - Prenzlau - Pyritz - Schivelbein - Schlawe - Schneidemühl - Schwedt - Stettin - Stolp - Stralsund - Swinemünde - Templin.


Reiseinformationen und Stadtpläne

Für diese Karte haben wir die Informationen auf der Rückseite der Karte, wie etwa die Reisebeschreibung für diese Gegend sowie alle Stadtpläne zusammengefasst.

Pommern und die Ostseeküste

Von der tertiären Hebung, die den Süden Deutschlands umformte, ist nichts bis hier herauf gedrungen; die Kräfte, die das Landschaftsbild dieses östlichen Teils von Norddeutschland formten, kamen nicht aus dem Inneren der Erde, sondern waren durchaus an der Oberfläche -wirksam. Das skandinavische Inlandeis hat die ursprüngliche Oberfläche dieses Gebiets weithin mit dem Schutt aufgefüllt, den es aus dem Norden herunterbrachte. Ganz Pommern ist dementsprechend ein Aufschüttungsland, in dem mit wenigen Ausnahmen Findlinge die einzigen Bodenschätze sind.

Das Oberflächenbild entspricht heute noch im ganzen demjenigen, das die Eismassen bei ihrem Rückzug nach Norden, sprich Abschmelzen, zurückließen. Die Wassermassen, die bei diesem Abschmelzen entstanden, brachten große Schmelzwasserrinnen hervor, die teilweise wieder zugefüllt wurden, teilweise aber bis heute erhalten sind in den zahlreichen größeren und kleineren Gewässern seen- und rinnenartigen Charakters, die überall in Pommern zu finden sind. Besonders zahlreich sind sie im Bereich der hügeligen Endmoränenzone, die als Baltischer Landrücken in nordwärts offenem Bogen von der Küste Schleswig-Holsteins bis weit nach Rußland hinein zieht. Die teilweise ziemlich erheblichen Höhen der Endmoränenzone haben an ihrem Fuße natürlich auch den meisten Spielraum zur Seenbildung geboten; auf diese Weise sind Landschaften entstanden, die sich, wie z. B. die Pommersche Schweiz, in dem Dreieck Bad Polzin - Dramburg - Neustettin, einen berechtigten Ruf erworben haben. Nordwärts folgt auf die Zone der Seen und Endmoränenhügel die flachwellige Grundmoränenlandschaft, die mit ihren teilweise recht guten Böden die ausgedehnte Landwirtschaft Pommerns hat entstehen lassen ; an sie schließt sich ein breiter Gürtel von Mooren und Küstenseen, teilweise auch Wald an, bis unmittelbar vor der Ostsee der sandige Streifen der Dünen beginnt. In ihrem Bereich trifft man hier und da auf Baumstümpfe (Leba), die seewärts der Düne, die über den früher an dieser Stelle stehenden Wald fortgewandert ist, wieder zum Vorschein kommen; Anpflanzung geeigneter Pflanzen (Strandhafer) und andere Maßnahmen haben heute die Gefahr der Wanderdünen an dieser Stelle der Ostseeküste gebannt.

Die Küste zeigt in ihrem westlichsten Teil im Bereich der Insel Rügen die Form der Boddenküste, an die sich östlich, von der Pommerschen Bucht an, die sogenannte Ausgleichküste anschließt, beides typische Arten von Küstenbildungen, von denen man an der Ostseeküste vier unterscheidet: der erste Abschnitt reicht als Fördenküste von Flensburg etwa bis Fehmarn (siehe Karte 2), der zweite, die Boddenküste, erstreckt sich von dort bis zum Stettiner Haff, das selber eine Art riesengroßen Boddens darstellt; nach Osten schließt sich die Ausgleichküste bis zur Halbinsel Held an, und es beginnt dann dort mit der Putziger Nehrung (siehe Karte 4) die Nehrungsküste. So verschieden diese vier Küstenformationen auch aussehen, es sind doch dieselben Kräfte, die sie haben entstehen lassen: die zerstörende und aufbauende Arbeit der Wellen in Verbindung mit dem Wind und der Bodenbeschaffenheit des festen Landes. Wind und Strömung waschen an der einen Stelle zerrissene Buchten aus der Küste heraus und formen so die Boddenküste, schwemmen aber gleichzeitig den fortgespülten Boden an anderer Stelle wieder an in Form von ins Meer hinausragenden Dämmen (Nehrungsküste) oder bringen mit ihm flache Bodden und stromlose Achterwasser zur Verlandung (Ausgleichküste).

Die Weiträumigkeit der pommerschen Landschaft wird noch unterstrichen durch die verhältnismäßig geringe Besiedelungsdichte, die darauf zurückzuführen ist, daß es nach den schweren Kriegen, die über diese Landstriche hinweggingen (Dreißigjähriger Krieg), nicht mehr zur Bildung eines neuen Bauerntums kam; vielmehr bekam in Verbindung mit der damals noch bestehenden Leibeigenschaft der Großgrundbesitz die weiten Ländereien in seine Hände. Spärliche Dörfer und wenige kleine Ackerbürgerstädte inmitten riesiger Ländereien sind daher noch heute bezeichnend für die pommersche Landschaft. Nur an der Küste, wo in geschützten Buchten oder Flußmündungen sichere Ankerplätze und gute Häfen vorhanden waren, entstanden im Mittelalter aus dem Oberseehandel mit den nordischen Ländern Mittelpunkte des Handels, die, wie Stralsund, Stettin, Kolberg zusammen mit Städten an der mecklenburgischen Küste (siehe Karte 2), in der machtvollen Hanse Weltbedeutung erlangten. Diese Städte führen heute einen zähen Kampf zur Steigerung der auf sie entfallenden Ausfuhrmengen, und es sind durch geduldige, zähe Arbeit hier auch schon bedeutende Erfolge errungen worden. Im Innern des Landes herrscht überall die Landwirtschaft. Roggen, Hafer, Kartoffeln, Zuckerrüben, Gerste, Weizen, so rangieren etwa dem Umfang ihrer Erzeugung nach die Produkte der guten Böden bei Pyritz, zwischen Kolberg und Stolp oder der Oderniederung, wo neben der Zucht von Rindern, Schweinen, Schafen eine ausgedehnte Gänsezucht besteht, die in den „Oderbrucher Gänsen" ein berühmtes Sondererzeugnis hervorbringt. Die entscheidende Rolle spielt hier der größere Betrieb: von rd. 2,5 Millionen Hektar, die von etwa 185000 landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet werden, entfällt fast genau die Hälfte auf nur 2500 Betriebe von je 100 Hektar und darüber. Es ist daher verständlich, daß Kraftpflug und Schlepper hier in besonders starkem Maße eingesetzt werden, denn anders sind die großen Ländereien garnicht zu bewirtschaften. Durch Ansiedlung, Aufteilung und Verbesserungsarbeiten wird die Zahl der selbständigen Bauern in letzter Zeit dauernd beträchtlich vermehrt und damit allmählich auch das äußere Bild verändert. Mit der Weiträumigkeit der Landschaft, seinen schönen Seenplatten und der waldigen Ostseeküste, die in der berühmten Kreidesteilküste der Insel Rügen ihren stärksten Ausdruck findet, gibt Pommern dem Kraftwagen die Möglichkeit zur Entfaltung aller seiner Vorzüge. Wer gern zwischendurch mal etwas aufdreht, wer das weite blaue Meer liebt und einen hohen, hellen Himmel, für den ist Pommern das rechte Reiseland, das dazu in den bekannten großen Städten, fast noch mehr aber in den unbekannten kleinen, wie z. B. in der alten Ordensstadt Tempelburg, oder in den kleinen Landstädten, wie Pasewalk, Stargard, Stolp, der Garnison Blüchers, allerlei Überraschungen bereithält, die es in manchen bekannteren Reisegebieten nicht gibt.

Auskunft: Landes-Verkehrs-Verband Pommern, Stettin, Schuhstraße 12/13.
Schrifttum: „Führer durch Pommern", Landes-Verkehrs-Verband Pommern; Grieben-Bücher für Natur und Kunst, „Rügen".


Stadtpläne der B.V.-Karte

Die Stadtpläne befinden sich im Original auf der Rückseite der Karte. Wenn Sie auf die einzelnen Stadtpläne klicken können Sie den Stadtplan etwas größer, in einen Popup-Fenster, anschauen.

Stadtplanverzeichnis: Neubrandenburg - Prenzlau - Greifswald - Ahlbeck-Bansin und Heringsdorf - Pasewalk - Stettin - Kolberg - Swinemünde - Deutsch Krone - Schneidemühl - Köslin - Belgard an der Persante - Schlawe - Stargard - Stolp - Neustettin

 

(Original-Text und Bilder)


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