Stadtpläne von deutschen Städten (1918-1990)
Vor dem 2. Weltkrieg gab es große und übersichtliche Stadtpläne - auch Stadtkarten genannt - hauptsächlich aus zwei verschiedenen Quellen. Zum einen gab es amtliche Stadtpläne und zum anderen gab es die Pläne des Originalpreisgekrönten Pharus-Verlags aus Berlin, der von jeder Stadt des Deutschen Reichs, aber auch von weiteren Metropolen im Ausland wunderschöne Stadtpläne herausgab.
In den 30er Jahren wurden die Stadtkarten von Shell produziert. Bis 1939 gab es knapp 100 verschiedene Stadtkarten von fast jeder größeren Ortschaft im Deutschen Reich. Diese Stadtkarten zeigen einen Großteil der Stadt, die meisten Straßen und bieten außerdem viele interessante Stadtinformationen und Ausflugsempfehlungen.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Shell-Stadtkarten, die in Shell-Lotsen umgetauft worden waren, von FALK verdrängt. Diese wurden wegen ihrer revolutionären Patenfaltung sowie ihres klaren und übersichtlichen Kartenbilds schnell sehr erfolgreich. Der Pharus-Verlag, der seinen Sitz in Ost-Berlin hatte, wurde von der DDR enteignet und der Verlags-Chef wurde grundlos für 15 Jahre ins Gefängnis gesteckt.

FALK Stadtplan von Köln (Ungefähr von 1959)
Falk wurde zum führenden Stadtplanverlag Deutschlands. Seit Mitte der 90er Jahre steht Falk zunehmend unter Druck. Die ADAC-Stadtpläne sowie die RV-Stadtatlanten wurden eine ernstzunehmende Konkurrenz. In der Mitte der 90er Jahre wurde der Falk Verlag an Bertelsmann verkauft, der ihn dann 1999 an Mairs Geographischen Verlag weiterverkaufte. Dieser produzierte aber bereits die ADAC-Stadtpläne und musste sich daraufhin, nach einem Urteil des Kartellamtes, von ADAC trennen und behielt die Marke Falk.