SHELL Straßenkarte Nr. 11 Thüringen - Mitteldeutschland
Die Mitte Deutschlands ist Thema in der Shell Straßenkarte Nr.11. Kassel, Bielefeld, Hildesheim, Erfurt und Halberstadt sind in der Karte dargestellt. Von Göttingen über Kassel und Bad Hersfeld kann man schon 1939 auf der Autobahn nach Frankfurt fahren. Vom Ruhrgebiet endet bei Bielefeld die heutige Autobahn 2. Weitere Autobahnen sind in Bau. Schon zu dieser Zeit war die heutige Autobahn 44 von Dortmund nach Eisenach geplant gewesen.
Ortsregister: Arnstadt - Bad Hersfeld - Bad Salzuflen - Bielefeld - Blankenburg - Brackwede - Detmold - Einbeck - Eisenach - Erfurt - Gießen - Goslar - Gotha - Göttingen - Gütersloh - Halberstadt - Hameln - Hannoversch Münden - Helmstedt - Herford - Hildesheim - Holzminden - Ilmenau - Kassel - Langensalza - Lemgo - Marburg - Mühlhausen - Nordhausen - Northeim - Paderborn - Quedlinburg - Schmalkalden - Schöningen - Suhl - Thale - Werningerode - Wetzlar - Wolfenbüttel - Zella-Mehlis.
Von Land und Leute
Thüringen - Mitteldeutschland
Das Gebiet der Karte umfaßt die denkbar größte Mannigfaltigkeil der Landschaftsgestaltung und der Stammessonderheiten. Beginnend im Westen mit den Ausläufern der rheinisch-westfälischen Industriemassierung, umschließt es jene traulich-ländlichen Mittelgebirge, die um das hessische Bergland gelagert sind; das Rothaargebirge, den Habichtswald und den durch den tiefen Einschnitt der Werra vom Thüringer Wald getrennten Hohen Meißner. Diese von mächtigen Basaltmassen getragene, schroff ab fallende Muschelkalkklippe ist eine alte germanische Verehrungsstätte, und der ganze, reich mit volkskundlichen Überlieferungen gesegnete Gau war einst das Aufmarschgelände der freien Germanen zu der Vernichtungsschlacht, welche sie unter Hermanns Führung den römischen Legionen drüben im Teutoburger Wald lieferten. An alten Stammesverbänden treffen hier zusammen die Niedersachsen, die Westfalen, beide in der Grenzbezirken wie in Lippe nicht leicht voneinander zu unterscheiden, die Chatten und die Thüringer. Im Dorfbild überwiegt das Fachwerkhaus. das aber auch bis in die Städte siegreich sich behauptet. Selbst eine so gewerbefleißige und geschäftige Stadt, wie das den Flachsbau der Nachbarschaft ursprünglich zur Garnspinnerei und Leinenweberei, später zur blühenden Wäschefabrikation verwertende Bielefeld behält inmitten von Gärten und Wäldern eine gesunde Schollenverbundenheit. Hannöversch-Münden, wo das Weserlied entstand, ist von Alexander von Humboldt, dem sachverständigen Weltreisenden, als eine der am schönsten gelegenen Städte gepriesen worden. Nach dem Harz hin begegnen wir einer ganzen Reihe von Mittel- und Kleinstädten, die zu den größten Sehenswürdigkeiten Deutschlands gehören. Quedlinburg, Halberstadt, Goslar mit seiner romanischen Kaiserpfalz, Wernigerode, das bei seiner Enge zwar nicht an Zahl der alten geschnitten Holzhäuser mit Braunschweig und Hildesheim wetteifern kann, aber beide an farbenfreudiger Buntheit noch übertrifft. Sehenswert und dazu von altem Geistesadel angehaucht ist auch die Hochschulstadt Göttingen, nicht minder das an der munteren Lahn gelegene, dicht an seinen Schloßberg geschmiegte Marburg. Das jüngere Gießen an stark benutzer Wirtschaftsverkehrsstraße dagegen zeigt einen beträchtlichen industriellen Einschlag durch Tabakmanufakturen, Maschinenbau und Manganerzverhüttung. Wer heute im Kraftwagen dieses Gebiet durchquert, der macht sich schwerlich einen Begriff von den zahllosen Aufenthalten, die hier ehedem durch die Schlagbäume dem Postkutschenreisenden geboten wurden, und doch wirkt die einstige Kleinstaaterei noch sichtbar in den mannigfachen Kulturanregungen nach, die von den Residenzen ausgegangen sind. Kassel mit Wilhelmshöhe ist trotz seiner Industrie noch immer vom Zauber des vormaligen Fürstensitzes angehaucht. Detmold und gar Arolsen, die Hauptstadt des ehemaligen Fürstentums Waldeck, an Glanz weit überstrahlt durch das weltberühmte Heilbad Pyrmont, blieben beste Beispiele der Verbundenheit zwischen Stadt und Land. Auch die alte bischöfliche Residenz Paderborn dient trotz ihrer günstigen Verkehrslage hauptsächlich dehn Landhandel und hat sich mit ihren Kirchen und Giebelhäusern ein vornehm stilles Wesen gewahrt. Erfurt, die andere Bischofsstadt, mit einem durch die Treppenstraße zwischen zwei Gotteshäusern geschaffenen unvergleichlichen Ortsbilde, ist die Blumenzüchterstadt nicht nur Deutschlands, sondern fast der ganzen Welt geworden, und meilenweit prangt seine Ackerflur in leuchtenden Farben. Weimar. die Wohnstätte der Dichterfürsten, und das von der Wartburg überragte Eisenach, dazu der fröhliche Musensitz Jena leben noch heute in der Erinnerung an unsere klassische Zeit, ohne der modernen Gegenwart ihren vorbildlichen Beitrag schuldig zu bleiben. Neben den fast kirchlich-ernsten Trachten, die sich noch in Westfalen erhalten haben und Spuren der alten Trachten in Thüringen gehört hier das Büdkeburger Land zu den wichtigsten Trachtengebieten, die wir besitzen. Ihre malerischen roten Röcke tragen die Frauen sogar noch zur Feldarbeit, die breite schwarze Haubenschleife und den blanken Metallschmuck als Feiertagsstaat. Farbenbunt und dazu im Schnitt gut zu der fälischen Gestalt passend, sind auch die berühmten hessischen Trachten des Schwalmtales.