SHELL Straßenkarte Nr. 12 Sachsen - Mitteldeutschland
Die Shell Straßenkarte Nr.12 zeigt das Gebiet um Magdeburg, Halle, Leipzig, Chemnitz und Dresden. Dieses Gebiet hatte vor dem 2. Weltkrieg die meisten Autobahnen. Nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1990er Jahre kamen keine neuen Autobahnteilstücke dazu.
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Von Land und Leuten
Sachsen - Mitteldeutschland
Alle auf dieser Karte vereinigten Landesteile gehören zu den Marken, die einmal errichtet wurden, um das in der Völkerwanderung Originalpreisgegebene Land für das Deutschtum zurückzugewinnen. Magdeburg wurde damals eine geistliche und weltliche Vorpostenstellung zugleich, von wo aus der Vorstoß gegen Brandenburg erfolgte. Überall wo das Deutschtum festen Fuß gefaßt hatte, wurden unter Heranziehung von Siedlern aus dem übrigen Reich Städte gegründet. Und dadurch erklärt sich das urdeutsche Gepräge, welches die alten Städte im nördlichen Teil des Kartengebiets so stark zeigen. - Magdeburg und sein fruchtbares Hinterland, die fette Börde, beschreiben wir ausführlich in der SHELL-Stadtkarte Nr. 21. Dieses ganze Land war immer schon Interessengebiet der Slawen und manche großartige Schlacht hat in diesem deutschen Raum stattgefunden. In unserer Zeit hat sich an den großen Flüssen entlang moderne Industrie aller Zweige entwickelt und Dessau gehört zu den bedeutendsten Flugzeug-Fabrikstädten Europas. Aber auch Kunst und Geistesleben finden dort rege Pflege, genau so, wie zum Beispiel gerade in dieser Industriegegend der Gedanke der Förderung der vorbildlichen Jugendheime besonders rasch durchgeführt worden ist. Ausgezeichnet in die Landschaft passend, unter Berücksichtigung des Brauchtums und der Rohstoffe der nächsten Umgebung, wurden in Hedersleben (Architekt Puls), Heudeber (am Minzleberweg). Seehausen (Anhalt) und in Leuna (Architekt Busse, am Rössener Hügel) sehenswerte HJ.-Heime errichtet, denen weitere alsbald folgen. - Das heutige Sachsen zerfällt, eine so geschlossene Einheit es auf den ersten Blick darzubieten scheint, bevölkerungsmäßig in zwei ganz gesonderte Teile: Die nördliche Hälfte, die Ebene und das Hügelvorland. Aus der Mischung mit den Niedersachsen, welche dem neuen Stamm den Namen vererbten, entstand die regsame und tüchtige Bevölkerung, die sich auf allen Gebieten bewährt: als fortschrittliche Landwirte, als erfinderische Techniker, als geschickte Handwerker und äußerst anpassungsfähige Industriearbeiter. Einem starken Einschlag von Thüringer Blut verdankt der Sachse dieses Teiles des Kartenausschnittes seinen Sinn für gemütliche und heitere Lebensfreude. In den südlichen bergigen Gebieten sind die unzugänglichen Wälder von deutschen Siedlern ostfränkischen Blutes gerodet worden. Ihre Lage war zu allen Zeiten nicht so günstig wie die ihrer in einer der besten Verkehrslagen Europas sizenden nördlichen Nachbarn. Aber die Erzgebirgler und Vogtländer brachten stets alle Tatkraft auf, um der Schwierigkeiten Herr zu werden, und heute lieben sie ihre Heimat so innig wie nur irgendein anderer Stamm. Bei ihnen ist das Volkslied, die Hausmusik und entsprechend auch der Instrumentebau zu Hause. Einigen Bergstädten wie Freiberg gibt, ähnlich wie jenseits auf der Seite des Sudetengaues, das rein niedersächsische Blut der aus dem Harz herbeigezogenen Bergknappen ihre besondere Note. Sie tragen in Ehren ihre herkömmliche Tracht, wie es bei feierlichen Gelegenheiten auch die salzfördernden Halloren in Halle tun.
Sachsen hat ein erhebliches Stück altdeutschen Brauchtums erhalten; und nicht nur in den Spinnstuben abgelegener Dörfer, sondern selbst in seiner vornehmen Hauptstadt Dresden, die beispielsweise neben den Turnieren als eine der letzten Pflegestätten das ritterliche Spiel des Vogelschießens bewahrt hat.
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