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HAUPTSEITE - DEUTSCHLAND - STRASSENKARTEN - 1918-1945 - SHELL - SHELL 1938/39

SHELL Straßenkarte Nr. 13 Schlesien - Sudentengau - Böhmen

Maßstab 1:470.000

Hergestellt: 1939

Verlag: SHELL REISEDIENST

Kartographie und Druck: Wüsten & Co., Frankfurt a.M.

Originalpreis: k.A.

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SHELL Straßenkarte Nr. 13 Schlesien - Sudentengau - Böhmen

Die Shell Straßenkarte Nr.13 behandelt ein Stück deutsche Geschichte, welche nur wenige Menschen heutzutage richtig wissen. Die Karte ist von 1939. Ein Jahr zuvor wurden die nordwestliche Tschechoslowakei, das Sudetenland, an Deutschland zugeteilt. 1939 wurde dann das restliche Tschechien (Böhmen und Mähren) an das Deutsche Reich annektiert. Tschechien hieß bei den Deutschen offiziell Protektorat Böhmen und Mähren. Die Slowakei hingegen wurde dadurch zu einen eigenständigen Land. Städte wie etwa Prag, Gablonz, Königgrätz und Aussig sind in dieser Karte zu finden.

Ortsregister: Aussig - Bad Salzbrunn - Bautzen - Beneschau - Bischofswerda - Bodenbach - Böhmisch Brod - Böhmisch Leipa - Böhmisch Trübau - Bunzlau - Caslau - Dauba - Dittersbach - Friedland - Gablonz - Gitschin - Görlitz - Gottesberg - Haynau - Hirschberg - Hlinsko - Hohenmauth - Jauer - Kamenz - Kladno - Königgrätz - Kralup - Landeshut - Langenbielau - Lauban - Laun - Leitmeritz - Leitomischl - Liegnitz - Lissa an der Elbe - Löbau - Melnik - Münchengrätz - Neu-Bidschow - Neugersdorf - Nieder Hermsdorf - Nimburg - Pardubitz - Pirna - Podebrad - Prag - Radeberg - Reichenbach - Reichenberg - Rumburg - Schlan - Schweidnitz - Sebnitz - Striegau - Tetschen - Trautenau - Waldenburg - Warnsdorf - Weißstein - Wildenschwert - Wlaschim - Zittau.


Von Land und Leute
Schlesien - Sudetengau - Böhmen

Sachsen und Schlesien teilen sich gemeinsam mit der Mark Brandenburg in die Raumschaft, die einen seit sehr alter Zeit besonders hervortretenden Gau um
schließt, die Lausitz. Flaches Sandland, dann nach Südosten zu einige aufsteigende Hochflächen, im Süden das Lausitzer Gebirge als Bindeglied zwischen Erzgebirge und Riesengebirge, so sind die mannigfachsten Formationen vereinigt, und verschieden ist der Herkunft nach auch die Besiedlung. Auf der Fahrt von Berlin nach dem Südosten werden wir deutlich gewahrt, daß einst auch Brandenburg seinen Namen als Mark, als Grenzgebiet des Deutschtums, mit vollem Recht geführt hat. An geschichtlich bedeutsamen Plätzen heben sich heraus besonders Bauten, die älteste Stadt der Oberlausitz, malerisch durch Lage und Bauart wirkend. Bautzen verfügt über Maschinen- und Eisenbahnbau. Auch viele andere größere Orte weisen diesen starken industriellen Einschlag auf, das lebhafte Zittau und das freundlich am Fuße der Landkarte gelagerte und als Beamtenruhesitz beliebte Görlitz. Und auch in den kleineren Orten finden wir diese Gewerberührigkeit vertreten, die hier sehr alten Ursprunges ist. Eingewanderte Flamen hatten die Verwehung von Wolle und Flachs hier bereits im Mittelalter blühend entwickelt, die günstige Verkehrslage, das Vorkommen von Braunkohle und nicht zuletzt der oft wenig fruchtbare Boden haben dazu das übrige getan. Neben einigen größeren Herrschaften überwiegt der Kleinbesitz, wobei als Besonderheiten der Weinbau um Bomst, dessen Erzeugnisse viel besser sind als landläufig bekannt, und der beträchtliche Gemüsebau von Zittau hervorzuheben sind. Schon in vorgeschichtlicher Zeit hat die Lausiz eine eigene Kultur entwickelt, die weit über ihr heutiges Gebiet ausgestrahlt ist. Die Städtegründung im Mittelalter wurde ausschließlich von Deutschen verschiedener Stämme getragen, wobei der flämischen Webereilehrmeister bereits gedacht wurde. Daraus hat sich ein Stamm entwickelt, der namentlich durch sein ernstes Streben zur Auseinandersetzung mit den ewigen Dingen hinneigt und uns Männer, wie den Gründer der Brüdergemeinde, den Grafen Zinzendorf, und Jakob Böhme beschert hat, vor allem aber Johann Gottlieb Fichte. Auch Lessing gehört dem Lansitzer Stamme an. Das sind keine Geister, auf welche das Slawentum Anspruch erheben kann.
Die Bodenbeschaffenheit drängt zu bestimmten Kulturen, wie dem hier betriebenen Großanbau von Gurken und Meerrettich. Das Gebiet des Riesengebirges wird von einem Menschenschlag bewohnt, der Ende des 12. Jahrhunderts aus Oberfranken einwanderte. So finden wir hier die typische Anlage des langen Reihendorfes wie in Franken und in den höheren Regionen bis hinunter in das Gebiet des Sudetengaues die Streusiedlung.

 

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(Original-Text und Bilder)


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