ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STRASSENKARTEN - 1918-1945 - SHELL - SHELL 1938/39

SHELL Straßenkarte Nr. 14 Schlesien

Maßstab 1:470.000

Hergestellt: 1939

Verlag: SHELL REISEDIENST

Kartographie und Druck: Wüsten & Co., Frankfurt a.M.

Originalpreis: k.A.

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SHELL Straßenkarte Nr. 14 Schlesien

In der Shell Straßenkarte Nr.14 aus dem Zeitraum von 1939 sind Städte wie Schweidnitz, Breslau, Brieg, Neiße, Oppeln, Gleiwitz, Hindenburg, Beuthen, Bobrek-Karf, Ratibor, Jägerndorf, Troppau und Waldenburg in der Karte dargestellt. Von Kottbus kommend ist die Autobahn bis Brieg fertig gestellt. Auch zwischen Gleiwitz und Beuthen ist die Reichsautobahn schon fertiggestellt.


Von Land und Leuten 
Schlesien

(Original Text aus der Shell-Straßenkarte)

In der nach der uralten Völkerpforte der mährischen Richtung der Oder, Senkung hin, weist die Lage Schlesiens. Bei wenigen deutschen Gauen ist die geographische Gestaltung so sehr Schicksal und Bestimmung gewesen wie hier. Um den Schlesier ganz zu verstehen, muß man seine Entstehung kennen. So mag man sich vor allzu schnellem Urteil hüten. Nieder-, mittel- und oberdeutsches Volkstum holte Schlesien im Mittelalter wieder zum Reich zurück, Flamen vom Niederrhein, Sachsen, Thüringer und Franken, aber auch Schwaben und Bayern prägten die Seele der Schlesier. Ostgermanen hatten ehemals schon hier durch zähe Arbeit diesen siedlungsleeren Raum zu ihrer Heimat gemacht. Noch heute besteht zwischen dem Wesen der auf den Höhen lebenden Menschen und den schweren, oft schweigsamen Bewohnern der Ebene ein auffallender Unterschied.

Dem Fremden tun schlesische Gastlichkeit, Freundlichkeit der Gespräche und seine frohe Geselligkeit wohl. Ein ausgeprägter Charakterzug ist die Heimatliebe. „Suste nischt ock heem" sagt Holtei für alle Schlesier, denn sie meinen, daß es sich nur in lasse. Neben dem nähen Fleiß steht aber auch die Freude am Sinnieren am Forschen, was hinter der Welt sein kann. So sind ihm Glauben an Volk und Heimar und Festhalten an den Bräuchen der Väter eigen. Schlesien ist dadurch ein bewunderungs würdiges Bollwerk des Deutschtums im Osten. Wer die Vertiefung des schlesischen Brauchtums fördern will, unterstüßt zum Beispiel die Aktion der sehr heimatbewußten Hitlerjugend, die allerorten HJ.-Heime baut. Ein Musterbeispiel dafür - übrigens auch für den eiligen Kraftfahrer sehenswert - ist das HJ.- Heim von Liebichau (am Freibad), von Architekt Heubner entworfen. Auch die Art, wie die deutsche Besiedlung sich ausbreitet, ist unzweifelhaft festzustellen. Der Hauptstrom ergoß sich in die fruchtbaren Niederungen und rodete die Waldungen auf den guten Böden der Vorgebirgszone. Das war Land von der Art, wie es die Siedler aus ihrer mittel. und süddeutschen Heimat kannten und wie es sie verwandt anmutete. Dagegen konnte das eigentliche Oberschlesien noch nicht so stark besiedelt werden; hier entstanden dann die ungeheuren

Waldherrschaften, die sich an keiner anderen Stelle Deutschlands in ähnlicher Ausdehnung vorfinden. Und der deutsche Bergmann, der schon seit dem Mittelalter in Tarnowitz und Beuthen Erze förderte, konnte noch nicht ahnen, zu welcher Bedeutung der Steinkohlenlager gelangen würde.

Diese Besiedlungsgeschichte prägt sich bis zum heutigen Tage in dem Lande aus. Die Städte vor allem, rein deutsche Gründungen mit deutschem Stadtrecht, bieten dem flachen Lande in Mittel- und im westlichen Schlesien starken Rückhalt. Die Bedeutung aller anderen Städte überstrahlt Breslau, das seit Jahrhunderten eine der Hauptstätte deutscher Kultur und deutschen Geisteslebens ist, was sich in seiner Baugeschichte deutlich kundgibt. Aus der Verbindung mit der Hanse stammen die backsteingotischen Kirchen. aus den Beziehungen zum Westen das reiche Barock und weitere Befruchtungen des Landes, das als große Durchgangsstraße sich doch seiner eigenen, gemütvollen, durch zahlreiche hier geborene Dichter bewiesenen Besinnlichkeit bewußt geblieben ist. Schlesien besitzt noch zahlreiche Trachteninseln. - Das Wappen Schlesiens ist der schwarze Adler, dessen Brust und Fittiche mit einer silbernen Wolfsangel belegt sind, im goldenen Felde.

 

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(Original-Text und Bilder)


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