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 | SHELL Straßenkarte Nr.
15 - Mittelrhein | | Maßstab 1:725.000 | Titelbild:
Wappen von Hessen, Rheinprovinz, Bayern | Hergestellt: 1934 / 1935 | Verlag: SHELL REISEDIENST | Kartographie und Druck: Georg Westermann, Braunschweig | Originalpreis: k.A. (vermutlich Kostenlos) | | Direkt zur Karte |
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SHELL Straßenkarte Nr. 15 - Mittelrhein In der Shell Straßenkarte Nr.15 aus dem Zeitraum von 1934 und 1935 sind Städte wie
Koblenz, Wiesbaden, Mainz, Ludwigshafen, Mannheum, Speyer,
Karlsruhe, Kaiserslautern, Saarbrücken, Metz, Luxemburg und
Oberstein zu finden.

VON LAND UND LEUTEN (Original Text)
Rheinland, Moselland, Weinland! Oft deckt sich die
Landkarte mit der Weinkarte: Laubenheim, Bodenheim,
Nackenheim, Nierstein heißen die Ortschaften am geradesten
Weg, wenn man von Mainz nach Oppenheim fährt. Wer hier
beginnen wollte, die einzelnen Sehenswürdigkeiten
aufzuzählen, den Rhein oder die Mosel entlang, oder in der
Hardt und dem Taunus, der käme nimmer zu Ende. Die drei ragendsten Denkmäler des Kartengebietes, die romanischen
Dome von Mainz, Worms und Speyer sind sinnbildlich. Von
stärkster innerer Verwandtschaft, entsprossen dem Geiste der
Nibelungenzeit, wie frei und ganz aus eigenem heraus ist
doch jeder von ihnen geplant, wie „differenziert" muß damals
im Lande ihrer blühendsten Entwicklung die deutsche Seele
schon gewesen sein! Und wie hebt sich heute noch Nachbar von
Nachbar, Moselwinzer vom Nahewinzer, Saarländer vom Pfälzer,
Rheinhesse vom Odenwaldhessen ob, trotzdem sie alle von
einer nahen Wesensverwandtschaft zusammengehalten werden,
die höchstens durch äußere Beeindruckung, wie in den
Industriegebieten der Saar oder auf den muhen Hochflächen
des Hunsrücks getrübt erscheint. Ober allem diesem
gesegneten Land scheint das Leitwort geschrieben zu sein:
Siehe es lacht die Au! und so haben auch die Maler diese
Gegenden gesehen und ihren Ruhm in aller Welt verkündet. Der durchschnittlichen
Fruchtbarkeit entsprechend ist die Besiedelung im
allgemeinen sehr dicht, wenn auch die Bodenunterschiede so
groß sind, daß man in der Pfalz selbst eine Wein und eine
Kartoffelpfalz unterscheidet. Nicht nur der kleine, sondern
vielfach der kleinste Besitz herrscht durchaus vor, oft
betreibt der Fabrikarbeiter nebenbei seine kleine
Landwirtschaft, und das gibt der Bevölkerung in Krisenzeiten
eine gewisse Sicherheit; andrerseits geht die
Zersplitterung, die sich nach außen schon in der
handtuchartigen Verschmälerung der Ackerbreiten sehr
sichtbar kund tut, oft zum Schaden der Volksgesamtversorgung
und des Betriebsfortschrittes zu weit, wofür die Rheinebene
zahlreiche Beispiele liefert, und eine Änderung ist Sorge
der Sachwalter unserer völkischen Erneuerung. Im allgemeinen
widerstrebt die Anhäufung zu großer Siedelungen dem Wesen
der Volksart. Das zeigen die Kerne der alten Haupt- und
Residenzstädte wie Mainz, Heidelberg, Saarbrücken. Erst die
Neuzeit schuf mit ihrer Industriezusammenballung Gebilde wie
die pfälzisch-badischen Nachbarstädte Ludwigshafen-Mannheim.
Wechselnd wie die Landschaft sind auch die Mundarten, was
hier so weit geht, daß sich stellenweise die einzelnen
Nachbardörfer durch Tonfall und Aussprache unterscheiden.
Bei der Zusammensetzung der Bevölkerung müssen wir uns vor
Augen halten, daß wir uns in einem Durchzugsgebiete erster
Ordnung befinden. Schon der altsteinzeitliche Mensch hat in
diesen niemals vergletscherten Tälern gejagt. Schon in der
jüngeren Steinzeit lassen die Gräberfunde verschiedene
Rassetypen erkennen. Wie umkämpft damals bereits der
Rheingraben war, davon verkünden die Heidenmauern auf
einzelnen Berggipfeln, deren Entstehungszeit noch immer nicht sicher
feststeht. Als erster großer Zug aus dem Norden trafen die
Kelten ein. Sie mußten sich bald ihrer Hautwehren gegen die
germanischen Stämme, von denen in der Nibelungenzeit, im 5.
Jahrhundert n. Chr. hier die Burgunden herrschten, während
dann die Alemannen durch die Franken abgelöst wurden. Die
Herkunft eines eicht selten feststellbaren mittelländisch
westischen Einschlages erklärt sich vielleicht aus der
römischen Besetzung, kann aber auch teilweise noch älter
sein. Mehr im Gebirge als in der Ebene ist auch ostischer
Einschlag vertreten. Die Franken haben dem Hauptgebiet ihre
heute deutlich in moselfränkischen, pfälzischen und
saarländischen Zweigen unterscheidbare Mundart hinterlassen.
Im Norden sitzen die Chatten, in Mittelbaden stoßen wir
bereits auf das alemannische Gebiet, welches durch das
fränkische von seiner ursprünglichen Ausdehnung bis hierher
zurückgedrängt worden ist. Die einst große Mannigfaltigkeit
der Trachten ist wie im eigentlichen Rheinland auch hier zum
großen Teil verschwunden, so daß beispielsweise die
eigentliche Pfalz davon fast gar nichts mehr aufzuweisen hat.
Das Wappen von Hessen ist der silberne, mit fünf roten
Querbalken belegte, schreitende Löwe im blauen Felde, die
Rheinprovinz führt im geteilten Schild oben den schwarzen
Adler im silbernen Feld, unten in Grün einen schrägrechten,
silbernen Fluß, den Anteil der Pfalz im bayerischen
Staatswappen bildet der goldene schreitende Löwe im
schwarzen Feld.
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