SHELL Straßenkarte Nr. 15 Mittelrhein - Saarpfalz
Das heutige Rheinland-Pfalz, das Saarland und das südliche Hessen sind in der Shell Straßenkarte Nr.15 zu finden. Die heutige Autobahn 6 von Saarbrücken nach Mannheim ist bei Kaiserslautern ein paar Kilometer für den Verkehr freigegeben. Zwischen Limburg und Wiesbaden ist die heutige Autobahn 3 schon fertig gestellt. Bis zum Kriegsausbruch wird diese Autobahn noch bis Köln verlängert.

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Von Land und Leuten
Mittelrhein - Saarpfalz
Rheinland, Mosel- und Saarland, Weinland! Oft deckt sich die Landkarte mit der Weinkarte: Laubenheim, Bodenheim, Nackenheim, Nierstein, heißen die Ortschaften am geraden Weg, wenn man von Mainz nach Oppenheim fährt. Wer hier beginnen wollte, die einzelnen Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, den Rhein oder die Mosel entlang, oder in der Haardt und dem Taunus, der käme nimmer zu Ende. Wir denken allein an die unzähligen Burgen und Burgruinen an Rhein und Mosel, die herrlichen Baudenkmäler in so vielen Städten und Ortschaften und nicht zuletzt an die Reize der Landschaft selbst. Die drei ragendsten Denkmale des Kartengebietes, die romanischen Dome von Mainz, Worms und Speyer, sind sinnbildlich.
Von stärkster innerer Verwandtschaft, entsprossen dem Geiste der Nibelungenzeit, wie frei und ganz aus Eigenem heraus ist doch jeder von ihnen geplant. Und wie hebt sich heute noch Nachbar von Nachbar, Moselwinzer von Nahewinzer, Saarländer von Pfälzer, der Rheinhesse vom Odenwaldhessen ab, obwohl sie alle von einer nahen Wesensverwandtschaft zusammengehalten werden., die höchstens durch äußere Beeindruckung, wie in den Industriegebieten der Saar oder auf den rauhen Hochflächen des Hunsrücks, getrübt erscheint. Über allem diesem gesegneten Land scheint das Leitwort geschrieben zu sein: „Siehe es lacht die Au!", und so haben auch die Maler diese Gegenden gesehen und ihren Ruhm in aller Welt verkündet. Der durchschnittlichen Fruchtbarkeit entsprechend ist die Besiedlung im allgemeinen sehr dicht, wenn auch die Bodenunterschiede so groß sind, daß man in der Pfalz selbst eine Wein- und eine Kartoffelpfalz unterscheidet. Nicht nur der kleine, sondern vielfach der kleinste Besig herrscht durchaus vor, oft betreibt der Fabrikarbeiter nebenbei seine kleine Landwirtschaft, und das gibt der Bevölkerung in Krisenzeiten eine gewisse Sicherheit. Im allgemeinen widerstrebt die Anhäufung zu großer Siedlungen dem Wesen der Volksart. Das zeigen die Kerne der alten Haupt- und Residenzstädte wie Mainz, Heidelberg, Saarbrücken. Erst die Neuzeit schuf mit ihrer Industriezusammenballung Gebilde wie die pfälzisch-badischen Nachbarstädte Ludwigshafen-Mannheim.
Wechselnd wie die Landschaft sind auch die Mundarten, was hier so weit geht, daß sich stellenweise die einzelnen Nachbardörfer durch Tonfall und Aussprache unterscheiden. Bei der Zusammensetzung der Bevölkerung müssen wir uns vor Augen halten, daß wir uns in einem Durchzugsgebiete erster Ordnung befinden. Wie umkämpft zu dieser Zeit bereits der Rheingraben war, davon künden die uralten Mauerreste auf den einzelnen Berggipfeln. Daß über die Zukunft dieses Landes nun aber kein Zweifel mehr möglich ist, beweist der unüberwindliche moderne Verteidigungsgürtel an den gleichen Stellen, an welchen wir die alten Mauerreste immer wieder vorfinden. Hier hat sich das Deutsche Reich in einzigartig kurzer Zeit im Rahmen eines gigantischen Aufbauwerkes seinen unbezwingbaren "West-Grenz-Panzer" geschaffen, der die Reisenden des Eifel-, Hochwald und Haardt-Gebietes immer wieder in bewunderndes Staunen versetzt. - Eine neuzeitliche Sehenswürdigkeit anderer Art zum Beispiel ist das HJ.-Heim in Waldböckelheim (bei Sobernheim), das vorbildlich in die Landschaft gesetzt, vom Architekten Köster mit Baustoffen der Umgebung stilgerecht erbaut und ausgestaltet worden ist. - Die einst große Mannigfaltigkeit der Trachten ist im Saarpfalzgau wieder im Aufblühen.
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