SHELL Straßenkarte Nr.17 Franken - Bayrische Ostmark - Sachsen
In der Mitte der Shell Straßenkarte Nr.17 würde man heute die Grenze zwischen Tschechien und Deutschland finden. 1938 wurde das Sudetenland und 1939 ganz Böhmen (Tschechien) dem Deutschen Reich zugeordnet. Städte wie Plauen, Nürnberg, Weiden aber auch heute tschechische Ortschaften mit deutschen Namen wie etwa Eger, Marienbad, Karlsbad oder Pilsen sind in der Karte zu finden.

Ortsregister: Amberg - Annaberg - Asch - Aue - Auerbach - Bayreuth - Eger - Falkenstein - Hof - Karlsbad - Klattau - Komotau - Kulmbach - Marienbad - Nürnberg - Oelsnitz - Pilsen - Plauen - Regensburg - Reichenbach - Rodwisch - Schwarzenberg - Selb - Sonneberg - Weiden.
Von Land und Leuten
Franken - Bayrische Ostmark - Sachsen
Wo Frankenwald und Erzgebirge sich mit dem Fichtelgebirge vereinigen, beginnt nach Süden zu, durchflossen von der Naab, ein ganz von Bergen eingeschlossenes und abgeschlossenes Hochland. die Oberpfalz. Da sie an einer der meist benoteten Eisenbahnlinien liegt, die den deutschen Norden mit dein Süden verbinden, kann man nicht sagen, daß sie vom Verkehr abgeschlossen sei, und dennoch macht sie einen Eindruck, der auf den Fremden einsam wirkt. Dabei mangelt es ihr keineswegs an landschaftlicher Schönheit, und wer Sehenswürdigkeiten entdecken will, die nicht von Reisenden überlaufen sind, dem ist hier ein weites Feld geöffnet. Denn neben ganz wenigen mittleren Städten umschließt das Gebiet eilte Fülle von traulichen kleinen Dörfern, die ganz altväterlich erhalten sind. Freilich sind diese Altertümlichkeiten nicht so schmuckvoll, die Bauformen sind nicht so bewegt wie drüben im reichen Main- und Taubertale. Die Hitlerjugend hat z. B. in Waldlassen (am Lämmeracker 12) ein sehenswertes HJ.-Heim durch die Architekten Ascherl und Wagner erbaut, das typisch für die sorgfältige Pflege der Bauweise dieser Gegend ist. Die vor dem Bau der Eisenbahn noch viel stärkere Abgeschlossenheit hat dazu beigetragen, daß keine größeren Städte entstehen konnten, und die Industrie, die hier in zahlreichen Mittel- und Kleinbetrieben blüht, ermöglicht vielen Familien überhaupt erst das Durchkommen. Sehr verbreitet und alt ist die Sägemüllerei. zu der die benachbarten Wälder den Rohstoff liefern, der auch einige Holzabfallverarbeitungsbetriebe hat entstehen lassen. Ausgebreiteter als heute war früher die Glastmacherei, zu der die Nachbarschaft den Quarzsand liefert. Kaolinvorkommen haben dann in neuerer Zeit das Emporkommen der Porzellanindustrie begünstigt, die sich nach der ursprünglichen Beschränkung auf billige Gebrauchsware bald auch an höhere Aufgaben gewagt hat. Im Mittelalter hatte die Vereinigung von billigem Brennholz mit Eisenerzvorkommen einen nicht unbeträchtlichen Wohlstand in das Land gebracht, doch sind die alten Eisenhämmer später zum großen Teile dehn Wettbewerb anderer, großindustriell arbeitender Gegenden erlegen. Nur bei Amberg hat die Brauneisenerzförderuug noch Bedeutung.
Daneben werden noch Tonwaren. und Braunkohlenbriketterzeugung stellenweise betrieben, außerdem Holz- und Viehhandel, der besonders in der Regerstadt Weiden ansehnlich ist.
Das Gebiet gelangte nach der Zerstörung des großen Thüringerreiches an die Franken, während von Süden her Bajuwaren, einwanderten. Die Bewohner der Bamberger - Bayreuther Gegend sind ein herber, ernster und etwas verschlossener Menschenschlag, der sehr an seiner Heimat hängt und den es nicht in die Fremde lockt. Von deutlich anderem Einschlag sind die Bewohner des Bayerischen Waldes, bei denen das bajuwarische Blut überwiegt und denen gegenüber der eigentliche Oberpfälzer troll seiner Mundart doch eher nord- als süddeutsch zu wirken scheint. Dagegen hat wieder mit dem letzterer, der Fichtelgebirgler viele gemeinsamen Züge. - Das Wappen von Bayern zeigt die weiß-blauen Rauten für Altbayer, den goldenen Löwen im schwarzen Felde für die Rheinpfalz, drei halbe schwarze Löwen in Gold für die Oberpfalz und drei silberne Spitzen, in Rot für Franken. Thüringen trägt auf blauem Felde den rot-weiß gestreifter[ Löwen, der das goldene Hakenkreuz in der rechten Vorderpranke hält. Sachsen führt den grünen Bautenkranz im von Gold und Schwarz zehnmal quergeteilten Felde.
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