ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STRASSENKARTEN - 1918-1945 - SHELL - SHELL 1938/39

SHELL Straßenkarte Nr.18 Ost-Sudetenland - Schlesien - Mähren

Maßstab 1:470.000

Hergestellt: 1939

Verlag: SHELL REISEDIENST

Kartographie und Druck: Wüsten & Co., Frankfurt a.M.

Originalpreis: k.A.

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Von Land und Leuten

Die Shell Straßenkarte Nr.18 zeigt das heutige östliche Tschechien sowie das südliche Polen. So sind in der Karte Mähren, das östliche Sudetenland sowie das südliche Schlesien mit allen größeren Ortschaften dargestellt. Städte wie Brünn, Olmütz, Mährisch Ostrau, Troppau, Ratibor, Neiße und Gleiwitz sind in der Karte eingezeichnet. Eine Autobahn war zu diesem Zeitpunkt von Wien über Brünn nach Schlesien geplant gewesen.

Ortsregister: Böhmisch Trübau - Brünn - Friedek - Glatz - Gleiwitz - Großmeseritsch - Hohenmauth - Holleschau - Jägerndorf - Kremsier - Leipnik - Leitomischl - Leobschütz - Mährisch Kromau - Mährisch Ostrau - Mährisch Schönberg - Mährisch Weiskichen - Mistek - Müglitz - Neiße - Neutitschein - Olmütz - Prerau - Proßnitz - Ratibor - Trencin (SLO) - Troppau - Wal. Meseritsch - Wildenwert - Wischau - Zlin.


Von Land und Leuten
Ost-Sudetenland - Schlesien - Mähren


Der Sudetengau war von jeher ein Gebiet, in welchem viele deutsche Stämme eine Heimat suchten und in welchem von den Slawen immer wieder der Versuch gemacht worden ist, Fuß zu fassen. Stämme vom Niederrhein, Sachsen, Thüringen, Franken, aber auch Schwaben und Bayern prägten neben slawischen Volksgruppen die Seele der Sudetendeutschen. Dem Fremden tun die Gastlichkeit ebenso wie die Freundlichkeit der Gespräche und die mitunter frohe Geselligkeit recht wohl. Ein ausgeprägter Charakterzug ist die Heimatliche. Neben dem zähen Fleiß ist aber auch die Freude am Sinnieren, am Forschen, was hinter der Welt sein kann, ein wesentliches Merkmal des Volkes in diesem Gau. Der Sudetengau ist ein bewunderungswürdiges Bollwerk des Deutschtums, dessen ausgezeichnete Form sich wieder einmal bewies, als nach 20jähriger Fremdverwaltung der Wiederanschluß ans Reich erfolgte. Freilich hüte man sich vor allzu schnellem Urteil über Land und Leute dieser Gegend, denn jahrzehntelang war dieser Gau verkehrs- und wirtschaftspolitisch überaus vernachlässigt, und die neue Zeit muß alle Anstrengungen machen, um die sichtbarsten Spuren der Arbeitslosigkeit und Fremdherrschaft zu beseitigen.

Landschaftlich gehört der Sudetengau zu den schönsten Gebieten des Reiches, zumal er auch klimatisch außergewöhnlich vorteilhaft liegt. Zum Beispiel eine Rundfahrt durch die weltberühmten Kurorte Marienbad, Karlsbad, Oberschlema bis hinüber nach Bad Elster erschließt jedem Besucher die unvergleichlichen Schönheiten und die Bedeutung dieses Gaues für den deutschen Fremdenverkehr. Der Boden ist reich an Schätzen und überall sind kohlen- und erzfördernde Industrieunternehmen angesetzt. Reichenberg ist die Gauhauptstadt, in welcher auch der Reichsstatthalter dieses jüngsten reichsdeutschen Gaues seinen Sitz hat. Die zahlreichen kleineren Städte sind rein deutsche Gründungen mit interessantem altem Stadtrecht, die dem flachen Land kulturellen und wirtschaftlichen Rückhalt bieten. Der Reisende wird in dieser Gegend, wenn er von den internationalen Verpflegungsstätten abweicht, eine sehr schmackhafte und auffallend kräftige originelle Kost vorfinden. -Gerade in der Zeit der Fremdverwaltung pflegten die Sudetendeutschen ihr althergebrachtes Brauchtum und besonders auch die Trachtenkleidung. So verfügt der Gau über einen reichen Schatz schöner Trachten, die besonders an Festtagen dem Reisenden auffallen.

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(Original-Text und Bilder)


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