ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - AUTOATLANTEN - SHELL-AUTOATLAS (1. AUFLAGE) 1950

SHELL-AUTOATLAS

Maßstab 1:500.000

1. Auflage

Originalpreis: DM 8.50

Hergestellt: 1950

Verlag: KARTOGRAPHISCHES INSTITUT KURT MAIR, STUTTGART-O

Kartendruck: SCHILLING G.m.b.H., Heilbronn

Druck des Textteiles: Chr. Belser, Stuttgart

Einband: Th. Rüter & Co., Erlangen

Printed in Germany

Übersicht Shell-Autoatlas
Vorherige Gebietsbeschreibung / Nächste Gebietsbeschreibung

SHELL-AUTOATLAS Gebietsbeschreibungen
Die Bayerischen Alpen

Jeder Autotourist, der nach dem Süden Deutschlands kommt, wird eine Fahrt in die einzigartige Alpenwelt Oberbayerns und des Allgäus unternehmen. Mit allen Abstechern mißt die Strecke zwischen Lindau und Berchtesgaden etwa 550 km. Man benötigt dafür 3-5 Tage, unter Hinzurechnung der Tage für Fahrten mit den verschiedenen Bergbahnen. Die Olympia - Straße von München nach Garmisch-Partenkirchen teilt das Gebiet auch autotouristisch in zwei Hälften.

Vor dem Anschluß Österreichs war eine Alpenstraße geplant und in Angriff genommen worden, die hart entlang der Grenze verlaufen sollte. Verschiedene Teilstücke sind als ausgesprochene Touristikstraßen fertiggestellt worden. Ein größeres zusammenhängendes Stück besteht jedoch nur im Gebiet von Berchtesgaden. Im übrigen ermöglicht das gewöhnliche Straßennetz sehr gut die zusammenhängende Befahrung des Alpengebietes.

Von Lindau fährt man auf einer kurvenreichen, abwechslungsvollen Straße nach Scheidegg. Hier beginnt ein Teilstück der Alpenstraße, das uns in zwei großen Schleifen bis knapp vor Oberstaufen bringt. Von hier sieht man durch das Tal der Weißach die Säntis-Gruppe in der Schweiz. In flotter Fahrt geht es weiter am Alpsee vorbei nach Immenstadt. Der Abstecher gegen Süden nach Oberstdorf und von dort eine Fahrt mit der Schwebebahn auf das Nebelhorn dürfen in keinem Fahrtenprogramm durch das Allgäu fehlen. Die Fahrt von Oberstdorf in das zu Osterreich gehörende kleine Walsertal bereitet heute keine Schwierigkeiten mehr; Passierscheine sind bis zu 3 Tagen beim Postamt Oberstdorf, für längere Zeit beim Grenzkommissariat in Sonthofen erhältlich.

Von Sonthofen führt die Straße nach Hindelang und zum Oberjoch. Dies ist die kurvenreichste Strecke Deutschlands. Vom Ort Oberjoch kann man auf einer wenig guten Straße, deren Ausbau geplant ist, nach Wertach und weiter zur Bundesstraße 310 nach Oy fahren.

Das nächste Ziel wird stets Füssen und das benachbarte Hohensdhwangau mit den beiden Königsschlössern sein. Mit Recht wird Neuschwanstein infolge seiner einzigartigen Lage als Märchenschloß gerühmt. - Zur Weiterfahrt muß ein großer Bogen nach Norden gemacht werden, um Garmisch-Partenkirchen zu erreichen. Kurz nach Steingaden zweigt die Straße zur berühmten Wies - Kirche ab, der schönsten Barockkirche Deutschlands. Ein Stück weiter kommt man über die Echelsbacher Brücke, unsere größte Landstraßenbrüdke. Nur etwa 20 km entfernt liegt zwischen Schongau und Weilheim der Hohenpeißenberg, 988 m. Auf diese Bergspitze führt eine sehr gute Straße. Die Aussicht an klaren Tagen ist bezaubernd.

Kurz nach Oberammergau zweigt die Straße zum Königsschloß Linderhof ab; dieser 10 km lange Abstecher kann sehr empfohlen werden. Über Ettal (mit berühmter Barockkirche) und über den Ettaler-Berg erreicht man das Loisachtal und den Doppelort Garmisch - Partenkirchen. Wenigstens eine der drei Bergbahnen (Zugspitze '2963 m, Kreuzeck 1652 m, und Wank 1780 m) sollte benützt werden. Bei einem kurzen Aufenthalt lohnt sich am meisten die Fahrt auf den Wank.

Der Geigenbauerort Mittenwald liegt zwischen Wetterstein- und Karwendel-Gebirge; es ist der Umkehrort zur Fahrt gegen Norden zum Walchensee über die windungsreiche Kesselberg- Straße und zum Kocheisee. Dieses Teilstück der Alpenstraße ist landschaftlich ganz besonders reizvoll. - Nach Benediktbeuern wendet man sich nach Bad Tölz (Jod-Quellen) und weiter zum Tegernsee. Man unterlasse es nicht, die idyllische Straße um diesen See herum zu befahren. Vom Südende des Sees kann man auf einer noch nicht fertiggestellten Bergstraße hinauf zum Wallberg fahren.

Etwas weiter östlich liegt der Schliersee, ebenfalls ein Kleinod Oberbayerns. Unweit des Schliersees gibt es ein fertiggestelltes Teilstück der Alpenstraße. Sie führt einerseits hinauf zum Spitzing-Sattel mit der Hotelgruppe St. Bernhard und mit dem Spitzing-See, andererseits von Bayrischzell zum Sudelfeld. Da die Straße über Tatzelwurm hinab in das Inntal noch nicht fertiggestellt ist, kann der Chiemgau nur auf dem Umweg über die Autobahn erreicht werden.

Vom Südufer der großen Wasserfläche des flachen Chiemsees kann man nach Marquartstein und Reit im Winkel fahren. Eine schmale Straße stellt eine Verbindung nach Ruhpolding her. Hier beginnt die prächtig ausgebaute Alpenstraße. Man kommt zu dem berühmten Gletschergarten, der einer Besichtigung wert ist, und fährt dann in steilem Gefälle hinab zur Saalach. Die Alpenstraße erhebt sich nun, inmitten des Hochgebirges verlaufend, zur Sdhwarzbachwacht und senkt sich von diesem Sattel hinab in die Ramsau (Abstecher zum Hintersee). Bald ist Berchtesgaden erreicht und damit der Ausgangspunkt der Straßen zum Königssee sowie zum Obersalzberg (Verkehrsbeschränkungen). Auf guter Straße erreicht man Bad Reichenhall sowie die Autobahn. Von Reichenhall führt eine Schwebebahn auf den Predigtstuhl, der durch seine Aussicht berühmt ist.


Dieser Autoatlas wird mit freundlicher Genehmigung von MAIRDUMONT im Landkartenarchiv veröffentlicht. Vielen Dank!

 


© 2005-2008 - Landkartenarchiv.de  - Michael Ritz - Mönchengladbach - Made in Germany
Kopieren der Inhalte strengstens verboten - Verlinkung der Webseiten ist erlaubt.
Optimiert auf 1024x768 Pixel