SHELL-AUTOATLAS Gebietsbeschreibungen
Das Bodenseegebiet und der
Hegau
Das „Schwäbische Meer" stellt gewissermaßen
die Brücke zwischen dem Schwarzwald und den Allgäuer Alpen
dar. Vielfach wird daher der Bodensee nicht unmittelbares
Reiseziel, sondern ein Bindeglied in einer süddeutschen
Fahrt sein. Im Zuge einer solchen Fahrt laden die
zahlreichen Orte am Ufer des Bodensees zu einem
Ferienaufenthalt ein.
Besondere Hervorhebung verdienen die
westlichen Arme des Bodensees, der Überlinger See, der
Radolfzeller See und der Untersee. Fahrten an den Ufern
dieser Seen entlang sind sehr reizvoll.
Ein Glanzpunkt ohnegleichen ist die Insel
Mainau; sie trägt ein Schloß (Besitz eines schwedischen
Prinzen) und einen kultivierten Park voll verschiedener
südländischer Bäume. Hier blühen auch Orangen- und
Zitronenbäume. Man erreicht die Insel mit dem Wagen über
eine schmale eiserne Brücke, an der sich das
„Schwedenkreuz", eine Erinnerung aus den Schwedenkriegen,
befindet. - Abwechslungsreich ist auch eine Autofahrt auf
die Insel Reichenau, die über eine Landzunge erreicht
werden kann.
Am Südufer des Bodensees, gewissermaßen als
eine Enklave im Schweizer Ufer, liegt die Stadt Konstanz.
Von Meersburg besteht über den See hinweg eine
Fährenverbindung nach Staad. Die Eisenbahnfähre von
Friedrichshafen nach Romanshorn ist für Autos derzeit nicht
benützbar. Ein Kleinod unter den Städten des Nordufers des
Sees ist die alte burgbewehrte Stadt Meersburg. Hier
lohnt sich ein Aufenthalt, um die Stadt zu Fuß zu
besichtigen.
Die andere sich aus dem Kranz der Uferorte
heraushebende Stadt ist Lindau. Mit Recht trägt die Stadt
die Bezeichnung „im Bodensee". Die Inselstadt wird über zwei
Brücken vom Festland aus erreicht. Der Blick vom Hafen über
den Leuchtturm und den Löwen hinüber zum Schweizer und zum
österreichischen Ufer und auf die Alpen ist unvergeßlich.
Nordwestlich des Bodensees liegt der
Hegau mit Singen als Hauptort. Die vielen vulkanischen
Kegel, die hier emporragen, geben der Landschaft ein ganz
besonderes Gepräge. Es lohnt sich von Singen aus eine
Besichtigung des Hohentwiels, auf den eine schmale Straße
führt. Die alte Burgruine und der weite Ausblick von dem
sagenreichen, durch Scheffels Ekkehard poetisch verklärten
Hohentwiel ist sehr reizvoll. In der Nähe von Singen
befindet sich die bekannte Aachquelle, die größte
Quelle Europas; in ihr kommt ein Teil des bei Immendingen
versickernden Donauwassers wieder zum Vorschein.
Zwei Zufahrtsstraßen zum Hegau und zum
Bodensee verdienen infolge berühmter Aussichtspunkte
besondere Hervorhebung: Auf der Straße von Donaueschingen
nach Engen kommt man kurz vor diesem Orte zu einer
Aussichtskehre, dem sogenannten Hegaublick, von dem
man nicht nur den eigenartigen landschaftlichen Charakter
des Hegaus überblickt, sondern an schönen Tagen auch den
Bodensee und die Alpen, zu sehen vermag. Andererseits
genießt man auf der Fahrt von Meßkirch oder Saulgau über
Denkingen nach Meersburg bei Heiligenberg (790 m)
einen prächtigen Blick auf den See und auf die Alpen.
Unweit der hier beschriebenen Gebiete liegt
das landschaftlich reizvolle oberste Donautal
zwischen Donaueschingen und Sigmaringen. Der romantischste
Teil dieser Fahrt in dem bergen- und ruinenreichen Tal liegt
auf der Strecke TuttlingenBeu.:on (berühmtes Kloster) -
Sigmaringen. Das Naturwunder der Donauversickerung
schafft hier eine unterirdische Wasserverbindung zwischen
den Zuflüssen der Nordsee und des Schwarzen Meeres.
Dieser
Autoatlas wird mit freundlicher Genehmigung von MAIRDUMONT
im Landkartenarchiv veröffentlicht. Vielen Dank!