ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - AUTOATLANTEN - SHELL-AUTOATLAS (1. AUFLAGE) 1950

SHELL-AUTOATLAS

Maßstab 1:500.000

1. Auflage

Originalpreis: DM 8.50

Hergestellt: 1950

Verlag: KARTOGRAPHISCHES INSTITUT KURT MAIR, STUTTGART-O

Kartendruck: SCHILLING G.m.b.H., Heilbronn

Druck des Textteiles: Chr. Belser, Stuttgart

Einband: Th. Rüter & Co., Erlangen

Printed in Germany

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SHELL-AUTOATLAS Gebietsbeschreibungen
Die Schwäbische Alb

Von Tuttlingen im Donautal, also gewissermaßen am Hegau beginnend, zieht sich quer durch Württemberg in einer Länge von 180 km und einer Breite von 40 km bis zur bayerischen Grenze nach Ries bei Nördlingen die Schwäbische Alb hin. Gegen Norden findet sie im Fränkischen Jura ihre Fortsetzung. Die Schwäbische Alb nimmt infolge ihres eigenartigen Aufbaus unter den deutschen Mittelgebirgen eine gesonderte Stellung ein. Während man vom Südosten her als Kraftfahrer den allmählichen Anstieg zu den Höhen der Alb überhaupt nicht merkt, bricht das Gebirge gegen Nordwesten mehrere hundert Meter tief unvermittelt ab. Vor diesem bogenförmigen Abbruch der Alb liegt ein Gewirr von Tälern und Höhen, das in der Hauptsache dem Neckarlande zugehörig ist.

Der Verlauf dieses Steilabfalls ist es, der für die Zusammenstellung schöner Albfahrten bestimmend ist. Zahlreiche Haupt- und viele Nebenstraßen führen von der Alb über die Steilstufe in Windungen und Schleifen sowie durch tief eingeschnittene Täler hinunter zum Neckar.

Die bequemste und zugleich interessanteste Überquerung der Alb bietet eine Fahrt auf der Auto bahn von Stuttgart nach Ulm. Zuerst erhebt sich die Autobahn von dem hier breiten Becken des Neckars am Aichelberg hinauf zu einer Vorhöhe der Alb, dann folgt der Aufstieg über den Drakensteiner Hang auf imposanten, in den letzten Jahren im ursprünglichen Stil neu aufgebauten riesigen Bogenbrücken. Man benütze die Parkplätze, um diese prächtige Straßenanlage näher zu betrachten. (Vorsicht: Gegenverkehr, da der zweite Arm dieses Teilstücks, der durch ein anderes Tal führt, nicht fertiggestellt wurde.)
Eine der schönsten und zugleich bequemsten Fahrten zur Erschließung der Eigenarten der Alb führt von Tübingen über Reutlingen und Honau auf der Bundesstraße 312 auf die Höhe der Alb. Ein Abstecher nach Westen führt zum Schloß Lichtenstein, zur Nebelhöhle und zur neuentdeckten Bärenhöhle (Karlshöhle), nach Osten zum Traifelberg mit einer wunderbaren Aussicht auf das Albvorland. Man fährt weiter nach Münsingen und kehrt über Urach und Metzingen nach Tübingen oder Stuttgart zurück. Auch Fahrten von Kirchheim unter Teck über Owen (spr. Auen), über Unter- und Oberlenningen nach Donnstetten und von Wiesensteig nach Kirchheim können sehr empfohlen werden.

Am Rande der Alb erhebt sich auf einem Bergkegel das Schloß Hohenzollern, das auf einer Nebenstraße erreicht werden kann, die knapp südlich Hechingen von der Bundesstraße 27 abzweigt.

Eine besondere Anziehungskraft üben auch die rund siebzig Höhlen und Tropfsteingrotten dieses Gebietes aus.
Der Höhenrücken der Schwäbischen Alb findet gegen Nordosten seine Fortsetzung in der Fränkischen Alb (auch Fränkischer Jura genannt), die sich in einem nach Norden aufgerichteten Bogen bis Bayreuth hinzieht.


Dieser Autoatlas wird mit freundlicher Genehmigung von MAIRDUMONT im Landkartenarchiv veröffentlicht. Vielen Dank!

 


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