SHELL-AUTOATLAS Gebietsbeschreibungen
Die Schwäbische Alb
Von Tuttlingen im Donautal, also
gewissermaßen am Hegau beginnend, zieht sich quer durch
Württemberg in einer Länge von 180 km und einer Breite von
40 km bis zur bayerischen Grenze nach Ries bei Nördlingen
die Schwäbische Alb hin. Gegen Norden findet sie im
Fränkischen Jura ihre Fortsetzung. Die Schwäbische Alb nimmt
infolge ihres eigenartigen Aufbaus unter den deutschen
Mittelgebirgen eine gesonderte Stellung ein. Während man vom
Südosten her als Kraftfahrer den allmählichen Anstieg zu den
Höhen der Alb überhaupt nicht merkt, bricht das Gebirge
gegen Nordwesten mehrere hundert Meter tief unvermittelt ab.
Vor diesem bogenförmigen Abbruch der Alb liegt ein Gewirr
von Tälern und Höhen, das in der Hauptsache dem Neckarlande
zugehörig ist.
Der Verlauf dieses Steilabfalls ist es, der
für die Zusammenstellung schöner Albfahrten bestimmend ist.
Zahlreiche Haupt- und viele Nebenstraßen führen von der Alb
über die Steilstufe in Windungen und Schleifen sowie durch
tief eingeschnittene Täler hinunter zum Neckar.
Die bequemste und zugleich interessanteste
Überquerung der Alb bietet eine Fahrt auf der Auto
bahn von Stuttgart nach Ulm. Zuerst erhebt sich die Autobahn
von dem hier breiten Becken des Neckars am Aichelberg hinauf
zu einer Vorhöhe der Alb, dann folgt der Aufstieg über den
Drakensteiner Hang auf imposanten, in den letzten
Jahren im ursprünglichen Stil neu aufgebauten riesigen
Bogenbrücken. Man benütze die Parkplätze, um diese prächtige
Straßenanlage näher zu betrachten. (Vorsicht: Gegenverkehr,
da der zweite Arm dieses Teilstücks, der durch ein anderes
Tal führt, nicht fertiggestellt wurde.)
Eine der schönsten und zugleich bequemsten Fahrten zur
Erschließung der Eigenarten der Alb führt von Tübingen über
Reutlingen und Honau auf der Bundesstraße 312 auf die Höhe
der Alb. Ein Abstecher nach Westen führt zum Schloß
Lichtenstein, zur Nebelhöhle und zur
neuentdeckten Bärenhöhle (Karlshöhle), nach Osten zum
Traifelberg mit einer wunderbaren Aussicht auf das
Albvorland. Man fährt weiter nach Münsingen und kehrt über
Urach und Metzingen nach Tübingen oder Stuttgart
zurück. Auch Fahrten von Kirchheim unter Teck über Owen (spr.
Auen), über Unter- und Oberlenningen nach Donnstetten und
von Wiesensteig nach Kirchheim können sehr empfohlen
werden.
Am Rande der Alb erhebt sich auf einem
Bergkegel das Schloß Hohenzollern, das auf einer
Nebenstraße erreicht werden kann, die knapp südlich
Hechingen von der Bundesstraße 27 abzweigt.
Eine besondere Anziehungskraft üben auch die
rund siebzig Höhlen und Tropfsteingrotten dieses Gebietes
aus.
Der Höhenrücken der Schwäbischen Alb findet gegen Nordosten
seine Fortsetzung in der Fränkischen Alb (auch
Fränkischer Jura genannt), die sich in einem nach Norden
aufgerichteten Bogen bis Bayreuth hinzieht.
Dieser
Autoatlas wird mit freundlicher Genehmigung von MAIRDUMONT
im Landkartenarchiv veröffentlicht. Vielen Dank!