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HAUPTSEITE - DEUTSCHLAND - STRASSENKARTEN - 1918-1945 - SHELL - SHELL 1938/39 / ÖSTERREICH - 1939

SHELL Straßenkarte Nr. 22 Niederdonau - Wien - Mähren

Maßstab 1:470.000

Hergestellt: 1939

Verlag: SHELL REISEDIENST

Kartographie und Druck: Wüsten & Co., Frankfurt a.M.

Originalpreis: k.A.

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SHELL Straßenkarte Nr. 22 Niederdonau - Wien - Mähren

Niederdonau, Wien, das südliche Böhmen sowie das südliche Mähren sind in der Shell Straßenkarte Nr.22 zu finden. Heutzutage würde in der Mitte der Karte die Grenze zwischen Österreich und Tschechien verlaufen. Zwischen Salzburg über St. Pölten nach Wien wurde schon 1939 eine Autobahn geplant. Diese wurde aber erst viele Jahre nach dem 2. Weltkrieg realisiert.

Ortsregister: Amstetten - Bratislava (SLO) - Brünn - Deutschbrod - Göding - Hainburg - Humpoletz - Iglau - Jarneritz - Klosterneuburg - Korneuburg - Krems - Liesing - Lundenburg - Mödling - Neuhaus - Nikolsburg - Olmütz - Pilgram - Proßnitz - Schwechat - St. Pölten - Stockerau - Swetla - Tabor - Teltsch - Trebitsch - Wien - Wischau - Wittingau - Znaim.


Von Land und Leuten
Niederdonau - Wien - Mähren

(Original Text aus der Shell-Straßenkarte)

Fünf Landschaften ganz verschiedener Ausbildung treffen an der Donau bei Wien zusammen: Deutsches Mittelgebirge vom Nordwesten her, Karpatenvorland vom Norden, ungarische Tieflandsweiten vom Osten, die Alpen vom Südwesten und das Alpenvorland vom Westen her. Im Norden der Donau dehnt sich ein welliges Hochland, das in breiten Treppen gegen den Böhmerwald ansteigt. Wald bedeckt die steilwandigen Talflanken, die wasserreiche Bäche in das Hochland geschnitten haben; Burgruinen spiegeln sich in goldbraunen Wassern. Oben auf
den weiten Platten des Hochlandes breiten sich Felder und Wiesen auf magerem Boden aus, so daß der Name „Waldviertel" für dieses Gebiet nur noch im Westen zu Recht besteht. Siedler aus Bayern und Mainfranken haben seit dem 12. Jahrhundert den Wald gerodet. Ein ernster Menschenschlag wohnt in den Dörfern auf den nebelreichen Höhen. Nur im Donautal, der sagenumwobenen Wachau, und am Ostrande des Waldviertels zwischen Krems und Retz ist es trocken und im Sommer recht warm. Dort reift dann trefflicher Wein. Stattliche Dörfer und viele kleine mauerumgürtete Städte erzählen von der Kriegsnot der Hussiten, Schweden und Franzosen, die reichen Goldhauben in der Frauentracht und die heiteren Menschen aber auch von schönen Friedenszeiten. Weiter im Osten erstreckt sich ein welliges Hügelland mit weinumkränzten Talmulden, vielen Dörfern und wenigen Marktorten, das „Weinviertel". Die Völker suchten hier von jeher Raum und oft war dieses Gebiet Kampfplatz geschichtlicher Entscheidungen. Von den lößbedeckten Höhen erschaut man fern im Osten die ersten Karpatenberge. Die Hauptzufahrtsstraße von Westen her berührt nur selten das Donautal, so beim prächtigen Stift Melk; meist leitet sie südlich der Donau durch das freundliche Alpenvorland. Von den großen Industrieorten an der Westbahn mit Eisenwerken und Papierfabriken führen Straßen an stolzen Vierkanthöfen vorbei nach Süden in die Alpen. An buchenbedeckten Sandsteinbergen geht es die Ybbs oder Erlauf oder Traisen aufwärts, bis die ersten Kalkvoralpen mit Fichtenwäldern das Tal verengen. Reizvolle alte Städtchen und Klöster liegen am Weg. Dann gelangen wir über manchen steilen Paß an die Wände der Kalkhochalpen in der „grünen" Steiermark. In schmucken Holzhäusern wohnen Holzfäller und Jäger, alte Hammerwerke erzählen von früherem Gewerbefleiß; neue Kraftwerke leiten den Starkstrom ins Vorland. Durch den Wiener Wald gelangen wir in die alte Kaiserstadt Wien. An Weinorten und Badestädten vorbei führt uns die Straße nach Süden ins Wiener Neustädter Industriegebiet, über den Semmering und in die Steiermark. Nach Osten aber geht es entlang der Donauauen an den Ruinen der Römerfestung Carnuntum vorbei durch Hainburg nach Ungarn. Im Südosten reicht das ungarische Steppenland am Neusiedler-See bis an die Weinhänge von Rust und die Erdbeerfelder von Mattersburg. Gewaltige Burgen winken von den Randhöhen und berichten von der Türkennot des Burgenlandes.

 

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(Original-Text und Bilder)


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