SHELL Straßenkarte Nr. 23 Tirol
In der Shell Straßenkarte Nr.23 kann man Tirol, Südtirol, Schweiz und Lichtenstein finden. Auf der italienischen Seite haben die Südtiroler Ortschaften alle italienische Namen, was heutzutage unüblich ist. Schon
1939 war der Brenner auch eine wichtige Straßenverbindung zwischen Italien und Deutschland.
Ortsregister: Altstätten (CH) - Bludenz - Bolzano (ITA) - Bregenz - Bressanone (ITA) - Chur (CH) - Davos (CH) - Dornbirn - Feldkirch - Friedrichshafen - Füssen - Garmisch - Hall - Innsbruck - Kempten - Lindau - Mezzolombardo (ITA) - Partenkirchen - Rorschach (CH) - Rovere della Luca (ITA) - Sondrio (ITA) - Teglio (ITA) - Vaduz (LICHTENSTEIN).
Von Land und Leuten
Tirol
(Original Text aus der Shell-Straßenkarte)
Durch das Hochgebirgsland zwischen Bodensee und Achensee zieht ein
Hauptverkehrsstrang: Bregenz - Arlberg - Innsbruck - Kufstein. Zu
ihm führen durch die Sperrmauern der Bayrischen Kalkalpen drei Querwege
aus dem Alpenvorland: Fernpaß - Seefelder Sattel - Achenpaß. Von ihm leiten
das Oberinntal ins Engadin, das Reschenscheideck ins Etschtal und nach Italien,der Brenner zur Eisack und in die Dolomiten. Hier liegen mancherlei Hochgebirgslandschaften von eigenem Reiz. So gleich im Westen zwischen Illtal
und Bodensee der Bregenzerwald: Weite Grasmatten mit verstreuten Gehöften
und Heuhütten, dazwischen grell aufleuchtende Kalkmauern der „Fluhs" - das
Land der Walser, der Schweizer Einwanderer aus dem Wallis, die nach 1300 den Wald rodeten und ein prächtiges Weideland für hochwertiges Milchvieh schufen. Weiter im Süden geht es aus der obstbaumreichen Rheinebene mit ihren Textilindustrieorten ins Illtal, auf das Rhätikon und Silvretta mit ihren Schneegipfeln herunterschauen. Blitzende große Fenster an den Bauernhäusern verraten den Fleiß der schwäbischen Stricker und Sticker, romanische Namen wie Montafon erzählen von altem Geschlecht. An den freundlichen Häusern vorbei zieht aber heute die Starkstromleitung von den Kraftwerken des Lüner- und Spullersees nach Schwaben und Bayern. Über das sonnige Skiparadies des Arlberg und der Flexenstraße erreichen wir das enge Oberinntal. Das enge Tal leitet uns durch die düstere Klause von Finstermünz ins Engadin und zu den himmelnahen Hochtälern von St. Moritz und Pontresina. Mächtige Steinhäuser mit Erkern und tiefen Fensterscharten kennzeichnen ehemals romanische Kultur. Nach Osten zu aber wird das Inntal breiter und freundlicher; hohe Terrassenflächen - das Innsbrucker Mittelgebirge - schließen sich an die Wände des Mieminger und der Nordkette. Weizen und Mais reift auf ihren vom Föhn begünstigten Feldfluren. Im Norden liegen, einer Doppelmauer gleich, die Kalkketten des Mieminger und Solstein und dahinter die des
Wetterstein und Karwendel. von den breiten freundlichen seenreichen Furchen des Fernpasses und des Sattels von Seefeld durchbrochen. Immer breiter wird die Talsohle, bis wir in Innsbruck den natürlichen Mittelpunkt des Landes erreichen. Von Norden grüßt das aussichtsreiche Hafelekar, von Süden über dem Kloster Willen der oft umkämpfte Berg Isel und die Brennerfurche. Noch weiter nach Osten zieht aber eine Städtereihe, reich an alten Erinnerungen an den Bergsegen, den das Salz in Hall, das Silber in Schwaz, das Kupfer in Brixlegg einst spendeten. Heute sind die Glaswerke in Wattons und Kramsach, die Eisenwerke in Jenbach und die Zementfabriken von Kufstein die Arbeitsstätten. Auf den Inntalterrassen und in den Nebentälern stehen die weitläufigen Bauerngehöfte, je ein langes Haus, das Wohnung, Stall und Scheuer umfaßt, von Veranden umgeben und mit gewaltigen Steinen auf dem flachen Giebeldach. Viehbauern leben da im Ziller-, Ötz- und Pitztal, in ständiger Wanderung zwischen dem Hof am Talboden und den hochgelegenen Almen. Nur im Stubaital klingt das Hämmern fleißiger Steigeisen-, Nagel- und Pickelschmiede. Sonntags sieht man schmucke Trachten, von Tal zu Tal verschieden.