Stuttgarts Name wird heute unter den deutschen
Großstädten mit besonderer Achtung genannt. Was man an
dieser schmucken Stadt, der Hauptstadt des vielbesungenen
Schwabenlandes, bewundert und rühmt, ist nicht allein die
einzigartige, entzückend schöne Lage inmitten grüner Hügel
und waldbedeckter Höhen, sondern vor allem ihre große
Lebendigkeit, das kräftigfrische künstlerische und
wirtschaftliche Leben, das in ihr pulsiert.
Der rege Unternehmungsgeist ihrer jetzt 400 000 Einwohner
hat das Gepräge der Stadt völlig geändert. Viel Altes und
Überlebtes ist gefallen und durch Besseres, Modernes ersetzt
worden; sehr viel Wertvolles aus früheren Jahrhunderten aber
wird auch jetzt noch sorgsam gehütet und gepflegt. Das Alte
und das Neue verbindet sich wie selten irgendwo zu einem
prächtigen harmonischen Ganzen. Stuttgart ist eine moderne,
stark aufstrebende Großstadt geworden. Staunend steht man
vor dem 1922 in Betrieb genommenen Hauptbahnhof, der
mit seinen wuchtigen Zweckformen als einer der einfachsten,
monumentalsten und dabei schönsten Bahnhöfe Europas genannt
wird. Der Schloßplatz, den gärtnerische Anlagen,
große Fontänen und schöne Denkmäler zieren, darunter die 30
Meter hohe Jubiläumssäule, ist umsäumt von Monumental- und
Prunkbauten aus den verschiedensten Bauperioden. Hier sehen
wir das trotz aller Größe elegante und ausgeglichen
zierliche ehemalige Residenzschloß (1746/1806), Neues
Schloß genannt, dem sich südwestlich die massigen Mauern
des turmbewehrten Alten Schlosses (aus dem 16.
Jahrhundert, ehemals Wasserburg) mit seinem weltberühmten,
bei dem großen Schloßbrand im Dezember 1931 unversehrt
gebliebenen Arkadenhof aus der deutschen Renaissance
zugesellen, sodann nordwestlich den langgestreckten
Königsbau (1856), der mit schweren jonischen
Säulenreihen prunkt, und östlich das neue Kunstgebäude
(1913) von Theodor Fischer. Im Osten entzücken im Sommer im
„Rosengarten" prächtige Erzeugnisse der Stuttgarter
Gartenkunst und Kunstgärtnerei. Stuttgart ist eine
Gartenstadt.

Wenige Schritte vom Schloßplatz entfernt steht der
Doppelbau des Landestheaters, 1912 von Prof.
Littmann-München erstellt. Vollendet schön und edel bietet
er sich als ein Muster klassischer Baukunst dem Auge dar.
Caruso bezeichnete das Stuttgarter Landestheater als das
schönste der Welt. Den Eingang zu den Schloßgartenanlagen
von 3 km Länge schmückt ein großes marmornes Denkmal, die „Eberhardsgruppe".
Reich ist die Stadt an ausgedehnten Garten- und
Parkanlagen. Es seien hier nur drei genannt: der inmitten
des gewaltigen Häusermeeres gelegene Stadtgarten,
sodann der 24 ha große Stadtpark in der unteren
Stadt, in dessen Mitte das Schloß Villa Berg liegt,
das die vornehm-prächtigen Repräsentationsräume der
Stadtverwaltung und außerdem die städtische Gemäldesammlung
enthält, und die lieblichen Anlagen um den Kursaal,
in dem mit heilkräftigen Mineralquellen so reich gesegneten
Stadtteil Cannstatt. Die nähere und die weitere Umgebung
Stuttgarts bieten reiche Gelegenheit zu höchst lohnenden
Ausflügen: Durch schöne Wälder gelangt man zu dem berühmten
Rokoko-Jagdschloß Solitude,1763/67 von Herzog Karl
Eugen erbaut, bekannt durch den Aufenthalt Schillers in der
damaligen Hohen Karisschule. In einer halben Auto Stunde ist
die Oberamtsstadt Ludwigsburg zu erreichen, die mit
die schönste und größte Barock-Schloßanlage Deutschlands
besitzt und in deren Nähe, an einem großen See, das reizende
Lustschloß Monrepos (1764) liegt.
Weiter entfernt laden die aussichtsreiche Teck und
das Schlößchen Lichtenstein, einer der meistbesuchten Punkte
der Schwäbischen Alb, 817 Meter über dem Meere, in
wundervoller Lage auf senkrecht abstürzendem Felsen erbaut,
zum Besuche ein. Über die romantisch am Neckar gelegene
Universitätsstadt Tübingen gelangt man zur Burg
Hohenzollern, der Stammburg der Hohenzollern, und nach
der im schönen Donautal gelegenen Stadt Sigmaringen. Im
Schwarzwald bilden starke Anziehungspunkte die Städte
Freudenstadt (Höhenluftkurort) und Wildbad (Thermalbäder).
Überall, wohin das Auge blickt, hat der Wanderer eine
wundervolle Aussicht. Schlösser, Burgen und Ruinen mit
großer Vergangenheit grüßen herüber; rebenreiche Täler in
schönster Entfaltung zeigen sich: überall bekommt man
Beweise für die Richtigkeit des Wortes, daß das Schwabenland
„das schönste Land in deutschen Gauen" ist.
Zusammenhängende Autoausflüge enthalten die nachstehenden
SHELL-Tourenkarten, die an allen Stuttgarter
SHELL-Tankstellen mit SHELL-Reisedienst-Plakaten erhältlich
sind:
- Karte Nr. 25 Stuttgart-Ansbach-Stuttgart
- Karte Nr. 26 Stuttgart-Baden-Baden-Stuttgart
- Karte Nr. 27 Stuttgart-Tauberbischofsheim-Stuttgart
- Karte Nr. 28 Stuttgart-Bodensee-Stuttgart
- Karte Nr. 109 Stuttgart-Heilbronn-Stuttgart
- Karte Nr. 110 Stuttgart-Urach-Stuttgart
- Karte Nr. 111 Stuttgart-Nagold-Stuttgart
- Karte Nr. 112 Stuttgart-Lichtenstein-Stuttgart