Chemnitz mit 360000 Einwohnern ist die im dichtest
bevölkerten Kreis von Sachsen gelegene drittgrößte
sächsische Großstadt. Chemnitz ist eine lebhafte
Handelsstadt mit weltbekannter Maschinen- und
Textilindustrie und gleichzeitig die Weltmetropole
für die Strumpf-, Handschuh- und
Trikotagenindustrie sowie für den Bau von
Textilmaschinen. Hervorragende städtische und private
Bauten verschönern das Stadtbild, moderne Theater und
Museen sind vorhanden, vorzügliche Konzerte werden
geboten und herrliche Promenaden und ausgedehnte
Wald-Parkanlagen und jeglicher Sport empfehlen Chemnitz mit
seiner reizenden Umgebung als besuchenswerte Stadt und für
dauernden Wohnsitz.

Ein kurzer Rundgang zerstreut von vornherein den leicht
verständlichen Irrtum, daß man sich in einer rauchigen
Großstadt befinde. Gewiß ist es eine Stadt, die mehr als
jede andere deutschen Arbeitswillen erkennen läßt, aber ihr
fehlt nicht der anmutige Rahmen, den alte Geschichte,
kulturelle Tradition und entzückende Landschaften der
Umgebung schaffen. Sein Ursprung ragt bis in die Zeit der
Sorben und Wenden zurück. 1225 kam es als Reichsstadt an die
Wettiner. Allen Kriegsstürmen zum Trotz hat es sich aus
kleinen Anfängen, die in der Flachsbleicherei wurzelten, zu
der angesehensten deutschen Textilstadt entwickelt. Wer noch
weiter in die Geschichte der Stadt eindringen will, der mag
vor den Sammlungen versteinerter Araukarien im
Westgiebel des Museums sich Bilder aus der Urzeit
vorstellen. Dieses Naturdenkmal ist in Deutschland einzig in
seiner Art. Ein beredtes Zeichen des Wohlstandes der
Chemnitzer Bürger im Mittelalter ist das
Judith-Lukretia-Portal am alten Stadtturm, das aus dem
16. Jahrhundert stammt und früher zu dem berühmten Gasthaus
„Römischer Kaiser" gehörte. Eine interessante
Sehenswürdigkeit ist auch die alte Wehrkirche „Zu unseren
lieben Frauen" im Vorort Ebersdorf mit noch
erhaltenen Türmen und Mauerresten.
Die Städtische Kunstsammlung nimmt unter den
deutschen Museen eine Sonderstellung insofern ein, als die
Museumsleitung in zielbewußter, jahrelanger Arbeit eine
Sammlung neuzeitlicher Malerei zusammengebracht hat,
die in solcher Qualität nur in wenigen deutschen Großstädten
zu sehen ist.
Die Umgebung bietet eine Fülle vielseitiger
Möglichkeiten zu Ausflügen für halbe und ganze Tage. Von
Chemnitz aus sind bequem mit dem Auto die herrlichen,
mittelalterlichen Schlösser und Burgen des Erzgebirges (Schloß
Rabenstein, Lichtenwalde, Augustusburg, Sachsenburg,
Rochlitz, Kriebstein u. v, a.) zu erreichen. Aber nicht
nur die Romantik vergangener Ritterherrlichkeit lockt
zahlreiche Wanderer an. Tiefeingeschnittene idyllische Täler
(Zschopau-, Flöha-, Pockau-Schwarzwassertal usw.) und
zahlreiche Berge (Fichtelberg, Keilberg, Auersberg,
Hirtstein, Bärenstein usw.) die herrliche Rundblicke
eröffnen, gehören mit zu den begehrtesten Zielen. Leider
kann hier nicht eingehender auf die unerschöpfliche Fülle
von Naturschönheiten rings um Chemnitz eingegangen werden.
Aber einige wenige Ziele seien hervorgehoben, da sie bei
kürzerem Aufenthalt nicht übersehen werden sollten.
Schloß Lichtenwalde im Tale der Zschopau gelegen,
urkundlich bereits 1289 erwähnt, erhielt seinen Namen auf
Grund der zwischen den Schlössern Lichtenwalde, Augustusburg
und Sachsenburg ausgetauschten Lichtsignale. Es brannte 1905
fast vollkommen ab und wurde darauf in dem alten Stil wieder
errichtet. Besonders sehenswert ist der Schloßpark. Im Tal
der Zwickauer Mulde liegt Schloß Rochlitz, das
wahrscheinlich schon im Jahre 1000 errichtet ist und viele
Kriege und Fehden über sich ergehen lassen mußte. Schloß
Kriebstein im Tale der Zschopau gelegen, wurde 1387-1407
erbaut. Bei Kriebstein liegt auch die Zschopau-Talsperre,
die einen See von 9 km Länge bildet, den man mit flinken
Motorbooten befahren kann. Das berühmte Schloß
Augustusburg wurde von Kurfürst August in den Jahren
1568/72 auf den Grundfesten der im 12. Jahrhundert erbauten
und 1547 vom Blitze eingeäscherten Schellenburg errichtet.
Chemnitz ist auch der gegebene Ausgangspunkt für das
Wintersportgebiet des mittleren und oberen Erzgebirges. Ein
vielbesuchter Ski- und Rodelplatz ist Oberwiesenthal,
das mit 914 m Meereshöhe die höchstgelegene Stadt
Deutschlands ist, am Fuße des 1200 m hohen Fichtelberges,
gegenüber dem Keilberg (1243 m). Tausende und Abertausende
suchen hier im Winter, umraunt von rauhreifgebeugten Bäumen,
Erholung. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß das
schöne, an rauschenden Tannenwäldern reiche Erzgebirge,
das dem Harz und Thüringer Wald nicht nachsteht, jeder
besuchen sollte, der seinen tiefen Reiz noch nicht kennt. In
nervenstärkender Abgeschiedenheit finden sich hier
zahlreiche Sommerfrischen, die wirklich Erholung verbürgen
und gleichzeitig Gelegenheit zu lohnenden Ausflügen bieten.
Zusammenhängende Autoausflüge enthalten die nachstehenden
SHELL-Tourenkarten, die an allen Chemnitzer
SHELL-Tankstellen mit SHELL-Reisedienst-Plakaten erhältlich
sind:
- Karte Nr. 73 Chemnitz-Georgenstadt-Chemnitz
insgesamt 134 km
- Karte Nr 74 Chemnitz-Aue-Chemnitz insgesamt 139 km
- Karte Nr. 75 Chemnitz-Bad Brambach-Chemnitz
insgesamt 226 km
- Karte Nr. 76 Chemnitz-Deutsch-Einsfiedel-Chemnitz
insgesamt 123 km