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 | SHELL STADTKARTE Nr.
18 GELSENKIRCHEN |
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Verlag: SHELL
Reisedienst |
Erscheinungsjahr:
1934/35 | Verlag:
RHENANIA-OSSAG MINERALÖLWERKE AKTIENGESELLSCHAFT | Originalpreis: k.A.
(War vermutlich einzeln kostenlos an Shell-Tankstellen erhältlich.) |
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Titelbild: Neues Rathaus |
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Shell-Stadtkarte
Nr.18 Gelsenkirchen

Durch seine zahlreichen und verschiedenartigen Industrie
-Unternehmungen nimmt Gelsenkirchen unter den Großstädten
Deutschlands eine führende Stellung ein. Neben dem Bergbau,
der Gelsenkirchen in Bezug auf Förderung und Belegschaft zu
einer der ersten Bergbaustädte des Reiches macht, seien hier
erwähnt: Die Deutschen Eisenwerke A.-G., Gelsenkirchener
Gußstahlwerke, Gute Hoffnungshütte und die
Mannesmann-Röhrenwerke Abt. Grillo-Funke. Letztere rufen die
Erinnerung an den eigentlichen Vater der Gelsenkirchener
Großindustrie „Friedrich Grillo" wach. Neben chemischer
Industrie und Unternehmungen der Glaserzeugung ist
Gelsenkirchen der Sitz der größten Herdtabrik Deutschlands.
Die Einwohnerzahl Gelsenkirchens stieg seit dam Jahre 1847
von ca. 6000 auf 205000. Durch die Zusammenlegung der
Gemeinden Gelsenkirchen, Buer und Horst im Jahre 1928
erhöhte sich die Zahl der Einwohner auf 335 000.

Die wirtschaftliche Bedeutung Gelsenkirchens geht auch
aus dem großen Güterverkehr hervor. Der moderne Stadthafen
und die fünf Industriehäfen im Stadtgebiet haben zusammen
den größten Umschlag aller Kanalstädte, ebenso die denkbar
günstigsten Verbindungen zu den Wasserstraßen Europas.
Hinsichtlich des Reichsbahngüterverkehrs steht Gelsenkirchen
mit 5 Güterbahnhöfen (neben 10 Personenbahnhöfen) an erster
Stelle unter allen Städten des Ruhrgebietes. Aus der
weiteren und näheren Umgebung ist es durch gute
Straßenbahnverbindungen zu erreichen. Wer heute durch die
Geschäftsstraßen: Bahnhofstraße Gelsenkirchen und Hochstraße
Gelsenkirchen-Buer geht, wird nicht wenig erstaunt sein über
die Großbauten, die der Industriestadt ein modernes Gepräge
geben. Dem Fremden und dem Einheimischen ist der Besuch des
Gelsenkirchener Stadtgartens ein Genuß besonderer Art. Die
ausgedehnten Rasenflächen mit abwechslungsreichen
Blumenbeeten, das Rosarium, die weithin bekannten
Gewächshäuser mit Tropenpflanzen usw, zeigen, mit wieviel
Mühe und Sorgfalt hier für die erholungsbedürftige
Bevölkerung gesorgt wird. Man hat das rheinisch-westfälische
Industriegebiet das „schwarze Land" genannt. Wer aber einmal
das weite Stadtgebet offenen Blicks durchwandert, wird
freudig überrascht sein ob der Fülle landschaftlicher
Schönheiten, die sich überall bieten. Im Herzen von
Gelsenkirchen erhebt sich das imposante Hans-Sachs-Haus mit
seinem charakteristischen Turm, ein markantes Wahrzeichen
der Stadt. Dank seiner vielseitigen Verwendungsmöglichkeit,
seiner Größe und seiner stattlichen Architektur ist des
Hans-Sachs-Haus im ganzen Deutschen Reich und im Ausland
bekannt geworden. In unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes,
nahe der modernen Hochofenanlage der Deutschen Eisenwerke,
einer der größten Gießereien Deutschlands, liegt die
Ausstellungshalle. Das Ausstellungsgelände ist städtebaulich
ebenso geschickt wie zweckentsprechend aufgeteilt, so daß
auch Freilandausstellungen in größerem Rahmen möglich sind.
Alle Ausstellungen hatten infolge der bevorzugten
Verkehrslage von Gelsenkirchen und seinem dicht besiedelten
Hinterland guten ideellen und materiellen Erfolg.

Dem Ausflugsverkehr dienen zahlreiche
Straßenbahnverbindungen nach allen Richtungen. Bemerkenswert
sind die gut ausgebauten Autostraßen. Stundenlange
Spaziergänge im Grünen führen zu dem herrlichen Barockschloß
„Haus Berge" mit großem Park, Stauden-, Dahlien- und
Terrassengärten oberhalb des „Berger See's". Niemand
versäume einen Besuch von Schloß Horst, das von
Gelsenkirchen aus schnell zu erreichen ist. Sehenswert ist
hier die im Schloßmuseum aufbewahrte Sammlung wertvoller
Skulpturen, der „steinerne Schatz". Weltberühmt ist die
Horster Rennbahn, das Ziel begeisterter Rennsportler. Nicht
minderen Ansehens erfreut sich die Gelsenkirchener
Trabrennbahn, an die sich der Verkehrslandeplatz anschließt.
Wer dem Lärm des Tages ganz entfliehen will, der wandere
über Haus Berge mit seinen Anlagen in den stillen schattigen
Buchendom „Linnefant" und zur alten Wasserburg Haus
Lüttinghof. Der Stadtwald bietet dem Erholungssuchenden mit
seiner Ursprünglichkeit, den munteren Quellen und
Naturschönheiten einen angenehmen Aufenthalt

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(Original-Text aus der Shell Stadtkarte) |
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