ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STADTPLÄNE - 1900-1945 - SHELL STADTKARTEN

SHELL STADTKARTE Nr. 21 MAGDEBURG

Verlag: SHELL Reisedienst

Erscheinungsjahr: 1934/35

Verlag: RHENANIA-OSSAG MINERALÖLWERKE AKTIENGESELLSCHAFT

Originalpreis: k.A. (War vermutlich einzeln kostenlos an Shell-Tankstellen erhältlich.)

Titelbild: Der Dom

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Shell-Stadtkarte Nr.21 Magdeburg

Die Anfänge der Stadt - erstmalig 805 genannt - gehen auf Karl den Großen zurück, jedoch tritt Magdeburg erst mit Otto dem Großen in das Licht der Geschichte. Zur Zeit der Reformation spielte Magdeburg, das sich als erste der norddeutschen Städte der Reformation anschloß, eine für damalige Zeiten überaus wichtige Rolle. Die furchtbare Zerstörung im 30jährigen Kriege am 10. 5. 1631 legte fast alle seine mittelalterlichen Bauten in Schutt und Asche, nur das über 1000 Jahre alte Kloster Unser Lieben Frauen, ein Prunkstück romanischer Baukunst mit einem der reizvollsten Kreuzgänge und der gewaltige gotische Dom mit seinen 106 m hohen Türmen, der schönste Bau seiner Art Nord und Ostdeutschlands, geben vereint mit dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Reiterstandbild Otto des Großen ein Bild vor der Zeit des 30jährigen Krieges. Aus dem 18. Jahrhundert stammen der von prachtvollen Bauten umsäumte Domplatz, der noch heute den Verkehrsansprüchen einer Hauptstraße genügende Breite Weg und der Alte Markt mit seinen stolzen Bürgerhäusern. Erwähnt seien hier noch das Kaiser-Friedrich-Museum, in dem hervorragende Sammlungen der Raumkunst von der Gotik bis zur Gegenwart untergebracht sind, sowie das Museum für Natur- und Heimatkunde mit seinen interessanten und lehrreichen Schätzen. Lange Jahre war Magdeburg als stärkste preußische Festung von hohen Wällen umgeben, bis um die letzte Jahrhundertwende die Festungsanlagen fielen und Raum für Gärten und Parks boten, die in so großer Zahl entstanden, daß Magdeburg heute die ausgedehntesten Grünanlagen von allen deutschen Städten aufzuweisen hat. Eine im neuzeitlichen Baustil errichtete Stadthalle, die neben anderen Räumlichkeiten vor allem den Saal der Fünftausend enthält, sowie eines der schönsten Ausstellungsgelände kann Magdeburg seit einigen Jahren sein eigen nennen. In jüngster Zeit sind in verschiedenen Stadtteilen weitläufige Siedlungen modernster Architekturform entstanden, die allen Ansprüchen Rechnung tragen.

Dank seiner ausgezeichneten verkehrsgeographischen Lage ist Magdeburg, die Stadt der Mitte, zu einer bedeutungsvollen Handelsund Industriestadt geworden. Als Elbübergang war Magdeburg der Schnittpunkt der alten Handelsstraßen von Nord nach Süd und von Ost nach West. Heute vermitteln 10 Eisenbahnlinien sowie zahlreiche gepflegte Landstraßen einen regen Personen- und Güterverkehr. Nach Vollendung des Mittellandkanals wird Magdeburg auch der Mittelpunkt des deutschen Wasserstraßensystems werden. Ausgedehnte Hafenanlagen an der Elbe, einem der meist befahrenen Ströme, fördern den Warenaustausch Magdeburgs. Magdeburgs industrielle Erzeugnisse haben Weltruf erlangt.

Kunst und Wissenschaft haben stets eifrige Pflege gefunden, ausgezeichnete Kunstsammlungen sind entstanden und gute Theateraufführungen sowie t(effliche Konzerte ergänzen sich gegenseitig. Magdeburgs Sportsleute trainieren auf weiträumigen Sportplätzen und seine Schwimmer gehören zur Weltklasse. Der vorzügliche, in reizvoller Umgebung gelegene Rennplatz dient auch dem in Magdeburg eifrig gepflegten Golfspiel.

Als Hauptstadt der Provinz Sachsen und des Regierungsbezirks Magdeburg ist die Stadt der größte Binnenschiffahrt- und Umschlagplatz Mitteldeutschlands. Als Provinzial-Hauptstadt ist Magdeburg der Sitz zahlreicher Reichs- und Staatsbehörden sowie der Verwaltungssitz wichtiger Verbände und Organisationen. Die großen Industriegründungen im Magdeburger Industriegelände auf der einen Seite und das einzigartige Ausstellungsgelände mit dem imposanten Bau der Stadthalle und den umfangreichen Stadtsiedlungen auf der anderen Seite, sind Zeugen dafür, daß das alte Magdeburg den Anschluß an die Gegenwart zu finden verstanden hat.

Die Umgebung Magdeburgs ist ebenfalls reich an eindrucksvollen Landschaftsbildern. Der Adolf-Mittag-See mit seinen reizvollen Anlagen lädt zum Besuche ein. Der Vogelgesang, berühmt durch seine Rosen- und Dahlienkulturen, und jenseits der Elbe der Herrenkrugpark bieten angenehmen Aufenthalt. Von Magdeburg aus empfehlen sich dem Kraftfahrer lohnende Harztouren, die den Automobilisten und Motorradfahrern nicht nur schöne alte deutsche Städte zeigen, sondern auch Erholung in den Wäldern des Harzes bringen. Nachstehend seien hier einige interessante Autoausflüge aufgeführt:

  • Magdeburg-Cöthen-Dessau-Magdebug insgesamt 134 km
  • Magdeburg-Nordharz-Magdeburg 253 km
  • Magdeburg-Südostharz-Magdeburg 234 km
  • Magdeburg-Tangermünde-Zerbst-Magdeburg 17 km

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(Original-Text aus der Shell Stadtkarte)


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