ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STADTPLÄNE - 1900-1945 - SHELL STADTKARTEN

SHELL STADTKARTE Nr. 24 
MANNHEIM

Verlag: SHELL Reisedienst

Titelbild: Der Wasserturm

Erscheinungsjahr: 1934/35

Verlag: SHELL Deutschland Holding GmbH

Originalpreis: k.A.

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Shell-Stadtkarte Nr.24 Mannheim

Mannheim ist, historisch betrachtet, zwar eine alte Stadt, aber man merkt davon kaum etwas in den schönen und breiten verkehrsbelebten Straßen. 766 wird ein Dorf Mannheim genannt, das zum Kloster Lorsch in Beziehungen stand. Es muß auch ein Dorf geblieben sein, bis Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz eine Festung daraus machte, die aber im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. 1649 neu aufgebaut, kam eine kurze Blütezeit und ließ Niederländer, Hugenotten und Wallonen in die aufstrebende Stadt strömen. Aber schon 1688 erlebte sie mit Heidelberg die Schrecken einer neuen Belagerung durch Franzosen und im März 1689 wurde Mannheim niedergebrannt. 10 Jahre später baute Kurfürst Johann Wilhelm die neue Festung Mannheim und 1720 verlegten die pfälzischen Kurfürsten ihre Residenz für immer von Heidelberg nach Mannheim, wo sie sich ein Schloß von riesenhaften Ausmaßen bauten, 30 Jahre wurde daran gearbeitet und mit Kirche. Höfen, Stallungen und Remisen bedeckt es über 6 Hektar und ist mit einer Front von über einem halben Kilometer das größte Schloß Deutschlands, in dem jetzt ständig 'interessante Ausstellungen stattfinden. Die wertvolle Schloßbibliothek, die Sammlungen des Schloßmuseums, darunter Prachtstücke von Frankenthaler Porzellan aus Mannheims Glanzperiode unter dem letzten Kurfürsten der Pfalz Karl Theodor und eine Fülle sehenswerter Gemälde aus kurfürstlicher Zeit lohnen auch den kürzesten Besuch. Es war hart für Mannheim, als der kunstfreudige Karl Theodor 1778 infolge der bayerischen Erbschaft mit dem ganzen Hof nach München übersiedelte und viel an Kunstschätzen mitnahm.

Nach den Revolutionskriegen zwischen Österreich und den Franzosen kam es zu Baden und nun entwickelte sich die alte Hauptstadt der Kurpfalz durch Ausnützung ihrer günstigen Lage an der Mündung des viel besungenen Neckar in den Rhein zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Industriezentrum. Bis um die Jahrhundertwende war Mannheim Endpunkt der Rheinschiffahrt und damit Umschlagplatz für einen gewaltigen Güterverkehr. Seine Hafenanlagen, die zweitgrößten Europas, in interessanter Motorbootfahrt zu besichtigen, ist ein Erlebnis. Die Weiterführung der Rheinregulierung und der Ausbau des Straßburger Hafens nach dem Weltkrieg haben Mannheim in eine neue Lage gebracht, der es, gestützt auf seine starke Metall- und Maschinenindustrie, mit Geschick Herr zu werden versucht. Mannheim ist der Geburtsort des Fahrrads (Frhr. v. Drais) und des Automobils (Carl Benz, dem zu Ehren im Jahre 1933 das Benz-Denkmal errichtet wurde), das Starrluftschiff „System Schütte-Lanz" ist ebenfalls hier gebaut worden. Eine Fahrt um den eigentlichen Kern der Stadt, die vom Ring umschlossene „Stadt der Quadrate", eröffnet eine Fülle schöner Durchblicke in diese alte und doch moderne Stadt. Auf der majestätischen Barockfront des Schlosses mit dem schönen Mittelbau münden sieben Straßen, darunter die vom Neckar durch die Stadtmitte ziehende Breitestraße die Hauptgeschäftsstraße, die in dem Ehrenhof des Schlosses endigt. Vor dem linken Flügel öffnet sich der Blick auf das Kleinod der Jesuitenkirche, eine der schönsten Schöpfungen des süddeutsch-italienischen Barockstiles. Anschließend befindet sich der Schillerplatz mit den Denkmälern Schillers, Ifflands und das Nationaltheater. Von hier aus ist es nicht weit zum neuen Rathaus mit seinen südländisch anmutenden Arkaden. Vom Paradeplatz aus sieht man das Wahrzeichen der Stadt, den imposanten Wasserturm mit seinen schönen Blumen anlagen. 

Auf der linken Seite erhebt sich der Monumentalbau der Kunsthalle, Badens größte Gemäldegalerie, während gegenüber der Rosengarten, das gesellschaftliche Zentrum der lebensfrohen Stadt, einen wohlgelungenen Abschluß dieses Platzes bildet.

 Es sei hier noch das großartige Planetarium erwähnt, das sich rühmen kann, eines der schönsten in Deutschland zu sein. Mannheim ist das Tor zur weinfrohen Pfalz, wie zur badischen und hessischen Bergstraße. Jenseits des Rheins, auf der hoch über dem Strom führenden Doppelbrücke zu erreichen, liegt die Chemiestadt Ludwigshafen, Sitz eines großen Zweigwerks der 1. G. Farbenindustrie. Von dort erreicht man in einer halben Autostunde auf graden, guten Wegen, die den Reisenden stets auf die sanften Kuppen der Haardt blicken lassen, die berühmten Weinorte der Pfalz, Bad Dürkheim, Wachenheim, Deidesheim, Forst, Königsbach und man kann nach Belieben weiter in die Wälder und Berge dieses „Garten Gottes" eintauchen. Auf badischer Seite winken als lockende Ziele Heidelberg, die „feine" mit dem Schloß und seiner Studentenromantik, Schwetzingen, die Stadt des Spargels, des Schloßgartens mit seiner berühmten Baumblüte, dem Lustschloß der pfälzischen Kurfürsten mit einem alten Theater aus der Barockzeit, einer Moschee und einem Badhaus. - Worms, die Stadt der Nibelungen mit seinem uralten Dom, Wimpfen a. N., in dem reinstes Mittelalter erhalten ist, und Bruchsal mit einem der glanzvollsten Schlösser des Rokoko, sind weitere schnell und leicht erreichbare lohnende Ziele. 

Zusammenhängende Autoausflüge enthalten die nachstehenden SHELL-Tourenkarten, die kostenlos an allen Mannheimer SHELL-Tankstellen mit SHELL-Reisedienst-Plakaten erhältlich sind: 

  • Karte Nr. 57 Mannheim-Heilbronn-Mannheim insgesamt 266 km
  • Karte Nr. 58 Mannheim-Titisee-Mannheim insgesamt 490 km
  • Karte Nr. 59 Mannheim-Zweibrücken-Mannheim insgesamt 303 km
  • Karte Nr. 60 Mannheim-Rottweil-Mannheim insgesamt 492 km

Wenn Sie die ganze Karte begutachten möchten, müssen Sie nur auf den Link klicken. 

 

(Original-Text aus der Shell Stadtkarte)


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