ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STADTPLÄNE - 1900-1945 - SHELL STADTKARTEN

SHELL STADTKARTE Nr. 30 AUGSBURG

Verlag: SHELL Reisedienst

Titelbild: Augustusbrunnen und Rathaus

Erscheinungsjahr: 1938

Verlag: SHELL Deutschland Holding GmbH

Originalpreis: k.A.

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Shell-Stadtkarte Nr.30 Augsburg

Im Jahre 15 v. Chr. Geb. unter der Regierung des Kaisers Augustus als römische Militär-Kolonie Augusta Vindelicorum gegründet und unter dem Namen Augsburg zuerst 832 als Bischofsstadt erwähnt. 955 siegte Kaiser Otto 1. über die Ungarn auf dem nahen Lechfeld. 1276 wird Augsburg freie Reichsstadt und ist der Knotenpunkt der Handelsstraßen Italien-Deutschland, Asien-Westeuropa. Darauf gründete sich im 15. und 16. Jahrhundert die wirtschaftliche Blüte, vor allem unter dem Reichtum, Ansehen und Einfluß der Kaufmannsfamilien Fugger und Weiser. Im 17. und 18. Jahrhundert verlor Augsburg seine wirtschaftliche Bedeutung durch die Verlagerung der Handelszentren auf die westeuropäischen Seehäfen. Heute ist Augsburg bedeutende Industriestadt (15 große Textil-Werke, Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg - M. A. N. -, Flugzeugbau, Schuhfabriken, Chemische Industrie usw.) und zählt etwa 190000 Einwohner.

Von Alter, Reichtum und Kultur zeugen heute noch seine Bauwerke. Rathaus: 1615-20 erbaut, 56 m Höhe in 9 Stockwerken. Im zweiten Stock der „Goldene Saal" in Venediger Spät-Renaissance; an den 4 Saalecken im 2. Stock die 4 Fürstenzimmer mit Blick in den Goldenen Saal. Dom: Entstehungszeit unbekannt. Die Krypta bestand schon seit 994 als romanische Pfeiler-Basilika, wurde 1065 geweiht und enthält die ältesten Glasgemälde der Welt. St. Ulrichs-Münster: 765 von den Hunnen zerstört und im 10. Jahrhundert neu gebaut, die heutige Form stammt aus der Zeit um 1500. St. Moritz-Kirche: 1019 Grundstein, 1714 im Barock erneuert. St. Georgs-Kirche: Der Ursprung reicht ins 11. Jahrhundert zurück, heutige Form etwa seit 1500. Das Gallus-Kirchlein wurde 1051 auf römischen Tempelresten erbaut und später kaum verändert. Barfüßer-Kirche: Baujahr 1243. St. UlrichsKirche: um 1300 als Markthalle errichtet und um 1500 als Gotteshaus geweiht. St. Anna-Kirche: 1321 erbaut, Grabstätten der ersten Fugger. L)ie Fuggerhäuser (aus den Jahren 1512-15): Das Doppelhaus ist 100 m lang, 16 m hoch und hat 26 Fenster Front. Sehenswert: der sogenannte Damenhof mit Arkaden in Venezianischer Frührenaissance. Die Prunkzimmer beherbergen heute das Fugger-Museum. Palast-Hotel 3 Mohren: Das frühere Gästehaus der Fugger, heute Hotel. In der Diele befindet sich der berühmte Fugger-Kamin, in dem Anton Fugger einen Schuldschein Kaiser Karl V. im Wert von mehreren Millionen verbrannt haben soll, die Fuggerei: Die älteste Arbeiter-Siedlung Deutschlands. 1521 von Fugger gestiftet, enthält noch heute 53 Häuschen mit 118 Wohnungen für unbemittelte Bürger; die jährliche Anerkennungsgebühr beträgt nur RM 3.42. Ehemalige fürstbischöfliche Residenz: ein Prachtbau des 15. Jahrhunderts, heute Sitz der Kreisregierung.

Besonders gut haben sich auch folgende Bürgerhäuser erhalten: Weberhaus (1389 erbaut), Bäckerhaus (1602), Stadtmetzgerei (1608), Zeughaus (1602-07, früher Waffenmagazin, heute Feuerwehr), Schäzler-Palais (1665-1770, Fassade in Spätrokoko, das erste Fuggerhaus, 1490 von Jakob Fugger erbaut). Von der alten Befestigung stehen noch neben dem ehemals als Wach- und Feuerturm dienenden Perlach-Turm (70 m hoch), das Wahrzeichen der Stadt, Entstehungszeit unbekannt, 1614 Bauabschluß, das Jakober-Tor (1320), das Rote Tor (1622 heutige Gestalt), das Wertachbrucker Tor (schon 1282 genannt, 1605 umgebaut), das Vogeltor (1445), der Fünfgrad-Turm (1545), der Lueg-ins-Land (1540).

Bekannt sind ferner: der Augustus-Brunnen (1589) und der Merkur Brunnen (1596). Museen: Maximilians-Museum (mit Sammlungen aus der 2000jährigen Stadt-Kultur; das Frontgebäude ist das ehemalige Patrizier-Haus der Weiser aus dem Jahre 1511). Gemäldegalerie (mit Hauptwerken der Malerschule des 15. Jahrhunderts, u. a. beide Holbein, Burkmair, Amberger, außerdem Dürer, Cranach, van Dyck, Rembrandt, auch französische Schule und neuere Meister). Neues Mozart-Museum (Frauentor-Str.) im Geburtshaus von Leopold Mozart, dem Vater des großen Wolfgang Amadeus Mozart.

Kleine Autotouren im Umkreis bis etwa 50 km:

Donauwörth (mittelalterliche Stadt; Riedertor mit Museum, Tanzhaus aus dem Jahre 1416, Fuggerhaus). Die Harburg a. d. Wörnitz (sehr gut erhaltene Burg, einzelne Bauabschnitte zwischen 1334 und 1774). Landsberg a. Lech (an der alten Befestigung gut erhalten das Bayertor, in der Nähe der Prachtbau des bekannten Klosters St. Ottilie und der Ammersee).

Vorschläge für größere Touren (die Zahlen zwischen den Orten geben die Entfernung in km an):

1. Augsburg - 43 - Donauwörth - 41 - Weißenburg a. S. - 24 - Eichstätt - 25 - Ingolstadt - 79 - Augsburg (insgesamt 212 km).

2. Augsburg - 43 - Donauwörth - 29 - Nördlingen - 42 - Feuchtwangen - 21 - Crailsheim - 39 - Aalen - 24 - Heidenheim - 36 - Dillingen über Wertingen nach Augsburg (zusammen ca. 282 km).

3. Augsburg - 53 - Günzburg - 24 - Ulm - 42 - Biberach - 39 - Memmingen - 61 - Landsberg a. Lech - 38 - Augsburg (zusammen ca. 257 km).

4. Augsburg - 38 - Landsberg - 21 - Ammersee - 36 - München mit Schloß Nymphenburg (Näheres SHELL-Stadtkarte München) - 69 - Augsburg (insgesamt 164 km).

5. Augsburg - 43 - Buchloe - 22 - Kaufbeuren - 35 - Kempten - 41 - Füssen (in der Nähe die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau) - 37 - Schongau - 70 - Augsburg (insgesamt ca. 248 km).

6. (siehe Tourenkarte 202/03). Ab Augsburg ins historische Frankenland und Drei-Seenfahrt.

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(Original-Text aus der Shell Stadtkarte)


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