ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STADTPLÄNE - 1900-1945 - SHELL STADTKARTEN

SHELL STADTKARTE Nr. 36 ERFURT

Verlag: SHELL Reisedienst

Titelbild: Dom und Severikirche

Erscheinungsjahr: 1934/35

Verlag: SHELL Deutschland Holding GmbH

Originalpreis: k.A.

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Shell-Stadtkarte Nr.36 Erfurt

Die 1200jährige Stadt.
Kommt man vom Süden über die Höhen, so ist einem jeden Besucher, der Erfurt zum ersten Male schaut, die ehrwürdige Bezeichnung „Das heilige Erfurt" ohne weiteres verständlich. In der Innenstadt überragen die zahlreichen Turmspitzen der Kirchen und Klöster, die Zeugnis von der großen Bedeutung Erfurts in früheren Zeiten ablegen, stolz und majestätisch das große Häusermeer. Volkreich und blühend schon im frühen Mittelalter bildeten sich in Erfurts Mauern machtvolle Zünfte und Gilden, die aus ihren eigenen Mitteln die Errichtung der Universität „Collegium majus" ermöglichten. An den Reichtum der damaligen Zeit erinnern noch heute in getreuer Uberlieferung viele imposante und reizvolle Baulichkeiten, wie der Dom, Sankt Severi, Barfüßer- und Predigerkirche, die Aegidienkirche, die aber heute weltlichen Zwecken dient; Haus zum Stockfisch, Haus zum Breiten Herd, Krämerbrücke und viele mehr.

Schon zu Zeiten des Bonifacius ist in der Geraniederung eine Siedlung bekannt, die im Laufe der Jahrhunderte zu einer bedeutenden Stadt heranwuchs. Erfurt verschwindet dann nicht mehr aus der deutschen Geschichte, wenn sich auch sein Auf- und Abstieg in wechselnder Reihenfolge wiederholte. Einstmals sah man hier die Hofhaltungen deutscher Kaiser, dann gehörte Erfurt zum Kurfürstentum Mainz und schließlich kam es mit dem Reichsdeputations-Hauptschluß zu Preußen.

Namen der Welthistorik tauchen auf. Der Schwedenkönig Gustav Adolf verbrachte mit seiner Gemahlin einen längeren Aufenthalt im Hause „Hohe Lilie", der aber durch den Tod des Königs auf dem Schlachtfelde von Lützen jäh beendet wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt geschichtlich bedeutungsvolle Tage durch die Anwesenheit Napoleons I.

Luther-, Blumen- und Domstadt nennt sich Erfurt heute. Hier begann der maßgebende Lebensabschnitt Luthers, der vom Studium an der Universität in den Augustiner-Orden eintrat. Beim Studium der Heiligen Schrift legte er hier den Grund zu der Entwicklung, die ihn zum Reformator werden ließ. Auf seiner Reise zu dem Reichstag nach Worms kehrte er in Erfurt ein, wurde von dem Rat der Stadt feierlich empfangen und sprach vor seinen begeisterten Anhängern in der Michaeliskirche, die noch heute erhalten ist. Dom „Beate Maria Virginae" und Sankt Severi sind einzigartige Baudenkmäler, die sich mit den anderen berühmten deutschen Kirchen durchaus messen können. Das dritte Beiwort „Blumenstadt" hat Erfurt weit über die Grenzen des deutschen Vaterlandes, man darf sagen in der ganzen Welt, bekannt gemacht. Es liegt in einem Kranz von Blumenfeldern, wie sie wohl in dieser Mannigfaltigkeit und Ausdehnung nirgends wieder angetroffen werden. Ein Besuch Erfurts, gleich ob er geschäftlichen oder nur Erholungszwecken dienen soll, ist lohnend auf jeden Fall. Rege Industrie, weit verzweigter Handel, große Gartenbaubetriebe und Samenzüchterelen, kulturelle Darbietungen der Großstadt wetteifern mit der reizvollen Umgebung. Die alten Festungswälle sind niedergelegt, und ein Grüngürtel ist aus ihnen entstanden. Der Blick schweift bis zu den Hängen des Thüringer Waldes. Ausflüge aller Art locken und lohnen: Ilmenau mit seinen Goethe-Erinnerungen; Oberhof; Rudolstadt mit der Heidecksburg; die Perle Thüringens das Schwarzatal. Weimar, Lena, Eisenach; alles Orte, die bequem und schnell zu erreichen sind, und über deren Bedeutung man kein Wort zu verlieren braucht.

Nicht übersehen werden darf aber auch die Innenstadt. Geschlossene Partien, die ein getreues Abbild verklungener Jahrhunderte zeigen. Besonders eigenartig ist die schon erwähnte Krämerbrücke, die über zwei Flußarme der Gera führt und völlig bebaut ist, so daß der Fluß unter den Häusern hinwegströmt. Ins Auge fallend sind die vielen Wassermühlen innerhalb der Stadt, die zum Teil aus alten Tagen stammen, die alten Befestigungsanlagen der Cyriaksburg und die Zitadelle auf dem Petersberg. Wer kennt nicht die Thüringer Sagen? Erfurt und der weite Thüringer Wald sind voll von ihnen. Sie ranken sich um die alten Häuser, die Burgruinen und um die noch aufrecht stehenden Festen Thüringens: die Wartburg bei Eisenach und die Leuchtenburg bei Kahla. Das schmückende Beiwort „Thüringen, das grüne Herz Deutschlands" wird auch heute noch stündlich bewiesen, sei es durch die Geschichte, sei es durch den regen Fleiß seiner Einwohner. Und nicht zu vergessen: Thüringen ist Originalpreiswert. Wohin man auch wandert, überall gastfreundliche Aufnahme zu Originalpreisen, die auch heute erschwinglich sind.

Zusammenhängende Auto-Ausflüge beschreiben nachstehende SHELL-Tourenkarten, die an allen Erfurter SHELL-Tankstellen mit dem Zeichen „SHELL-Reisedienst" abgegeben werden, und zwar:

  • Karte Nr. 29 Erfurt-Lichtenfels-Erfurt insgesamt 279 km
  • Karte Nr. 30 Erfurt-Suhl-Erfurt 263 km
  • Karte Nr, 31 Erfurt-Quedlinburg-Erfurt 338 km
  • Karte Nr. 32 Erfurt-Kassel-Erfurt 369 km
  • Karte Nr. 142 Erfurt-Kyffhäuser-Erfurt 204 km
  • Karte Nr. 143 Erfurt-Pößneck-Saalfeld-Erfurt 215 km
  • Karte Nr. 144 Erfurt-Bad Satzungen-Erfurt 232 km

Wenn Sie die ganze Karte begutachten möchten, müssen Sie nur auf den Link klicken. 

 

(Original-Text aus der Shell Stadtkarte)


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