Die 1200jährige Stadt.
Kommt man vom Süden über die Höhen, so ist einem jeden
Besucher, der Erfurt zum ersten Male schaut, die ehrwürdige
Bezeichnung „Das heilige Erfurt" ohne weiteres verständlich.
In der Innenstadt überragen die zahlreichen Turmspitzen der
Kirchen und Klöster, die Zeugnis von der großen Bedeutung
Erfurts in früheren Zeiten ablegen, stolz und majestätisch
das große Häusermeer. Volkreich und blühend schon im frühen
Mittelalter bildeten sich in Erfurts Mauern machtvolle
Zünfte und Gilden, die aus ihren eigenen Mitteln die
Errichtung der Universität „Collegium majus" ermöglichten.
An den Reichtum der damaligen Zeit erinnern noch heute in
getreuer Überlieferung viele imposante und reizvolle
Baulichkeiten, wie der Dom, Sankt Severi, Barfüßer- und
Predigerkirche, die Aegidienkirche, die aber heute
weltlichen Zwecken dient; Haus zum Stockfisch, Haus zum
Breiten Herd, Krämerbrücke und viele mehr.
Schon zu Zeiten des Bonifacius ist in der Geraniederung eine
Siedlung bekannt, die im Laufe der Jahrhunderte zu einer
bedeutenden Stadt heranwuchs. Erfurt verschwindet dann nicht
mehr aus der deutschen Geschichte, wenn sich auch sein Auf-
und Abstieg in wechselnder Reihenfolge wiederholte.
Einstmals sah man hier die Hofhaltungen deutscher Kaiser,
dann gehörte Erfurt zum Kurfürstentum Mainz und schließlich
kam es mit dem Reichsdeputations-Hauptschluß zu Preußen.
Namen der Welthistorik tauchen auf. Der Schwedenkönig Gustav
Adolf verbrachte mit seiner Gemahlin einen längeren
Aufenthalt im Hause „Hohe Lilie", der aber durch den Tod des
Königs auf dem Schlachtfelde von Lützen jäh beendet wurde.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt
geschichtlich bedeutungsvolle Tage durch die Anwesenheit
Napoleons I.

Luther-, Blumen- und Domstadt nennt sich Erfurt heute. Hier
begann der maßgebende Lebensabschnitt Luthers, der vom
Studium an der Universität in den Augustiner-Orden eintrat.
Beim Studium der Heiligen Schrift legte er hier den Grund zu
der Entwicklung, die ihn zum Reformator werden ließ. Auf
seiner Reise zu dem Reichstag nach Worms kehrte er in Erfurt
ein, wurde von dem Rat der Stadt feierlich empfangen und
sprach vor seinen begeisterten Anhängern in der
Michaeliskirche, die noch heute erhalten ist. Dom „Beate
Maria Virginae" und Sankt Severi sind einzigartige
Baudenkmäler, die sich mit den anderen berühmten deutschen
Kirchen durchaus messen können. Das dritte Beiwort
„Blumenstadt" hat Erfurt weit über die Grenzen des deutschen
Vaterlandes, man darf sagen in der ganzen Welt, bekannt
gemacht. Es liegt in einem Kranz von Blumenfeldern, wie sie
wohl in dieser Mannigfaltigkeit und Ausdehnung nirgend
wieder angetroffen werden.
Ein Besuch Erfurts, gleich ob er geschäftlichen oder nur
Erholungszwecken dienen soll, ist lohnend auf jeden Fall.
Rege Industrie, weit verzweigter Handel, große
Gartenbaubetriebe und Samenzüchtereien, kulturelle
Darbietungen der Großstadt wetteifern mit der reizvollen
Umgebung. Die alten Festungswälle sind niedergelegt, und ein
Grüngürtel ist aus ihnen entstanden. Der Blick schweift bis
zu den Hängen des Thüringer Waldes. Ausflüge aller Art
locken und lohnen: Ilmenau mit seinen Goethe-Erinnerungen;
Oberhof; Rudolstadt mit der Heidecksburg; die Perle
Thüringens das Schwarzatal. Weimar, Jena, Eisenach; alles Orte, die
bequem und schnell zu erreichen sind, und über deren
Bedeutung man kein Wort zu verlieren braucht.
Nicht übersehen werden darf aber auch die Innenstadt.
Geschlossene Partien, die ein getreues Abbild verklungener
Jahrhunderte zeigen. Besonders eigenartig ist die schon
erwähnte Krämerbrücke, die über zwei Flußarme der Gera führt
und völlig bebaut ist, so daß der Fluß unter den Häusern
hinwegströmt. Ins Auge fallend sind die vielen Wassermühlen
innerhalb der Stadt, die zum Teil aus alten Tagen stammen,
die alten Befestigungsanlagen der Cyriaksburg und die
Zitadelle auf dem Petersberg. Wer kennt nicht die Thüringer
Sagen? Erfurt und der weite Thüringer Wald sind voll von
ihnen. Sie ranken sich um die alten Häuser, die Burgruinen
und um die noch aufrecht stehenden Festen Thüringens: die Wartburg bei Eisenach und die
Leuchtenburg bei Kahla. Das
schmückende Beiwort „Thüringen, das grüne Herz Deutschlands"
wird auch heute noch stündlich bewiesen, sei es durch die
Geschichte, sei es durch den regen Fleiß seiner Einwohner.
Und nicht zu vergessen: Thüringen ist preiswert. Wohin man
auch wandert, überall gastfreundliche Aufnahme zu Preisen,
die auch heute erschwinglich sind. Zusammenhängende
Autoausflüge enthalten die nachstehenden SHELL-Tourenkarten,
die kostenlos an allen Erfurter SHELL-Tankstellen mit
SHELL-Reisedienst-Plakaten erhältlich sind:
- Karte Nr. 29 Erfurt-Lichtenfels-Erfurt insgesamt 279
km
- Karte Nr. 3'0 Erfurt--Suhl-Erfurt insgesamt 263 km
- Karte Nr. 31 Erfurt-Quedlinburg-Erfurt insgesamt 338
km
- Karte Nr. 32 Erfurt-Kassel-Erfurt insgesamt 369 km
- Karte Nr. 142 Erfurt-Kyffhäuser-Erfurt insgesamt 204
km
- Karte Nr. 143 Erfurt-Pößneck-Saalfeld-Erfurt
insgesamt 215 km
- Karte Nr. 144 Erfurt-Bad Salzungen-Erfurt insgesamt
232 km