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 | SHELL STADTKARTE Nr.
3 MÜNCHEN |
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Verlag: SHELL
Reisedienst |
Erscheinungsjahr:
1934/35 | Verlag:
RHENANIA-OSSAG MINERALÖLWERKE AKTIENGESELLSCHAFT | Originalpreis: k.A.
(War vermutlich einzeln kostenlos an Shell-Tankstellen erhältlich.) |
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Titelbild:
Frauenkirche |
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Shell-Stadtkarte
Nr.3 München

München das künstlerische Kleinod unter
den deutschen Städten bleibt immer das Ziel aller für
hervorragende Kunst und erlesene Naturschönheit begeisterten
Reisenden aus aller Welt. Als Vorhof zu den an großartigen
Bildern so reichen Alpen zieht München in ganz besonderem
Maße den internationalen Fremdenstrom an sich. Trotz
seiner Entwicklung zur modernen Großstadt hat es sich aber
etwas Wesentliches bewahrt, - seine Verbundenheit mit der
Natur.

Das Leben ist hier noch geruhsamer,
selbstverständlicher als in den Großstädten des Nordens, und
gerade dies verleiht München den Ruf einer Stadt der
Gemütlichkeit. Nicht zuletzt hat München aber auch als
Verkehrsknotenpunkt völkerverbindender Linien große
wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Seine Brauereien
genießen Weltruf, seine kunstgewerblichen Werkstätten,
Handschuhfabriken, graphischen Kunstanstalten und optischen
Werke, sowie die kleine, aber hochwertige Maschinenindustrie
sind weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Die
Gründung verdankt es Mönchen, daher das „Münchner Kindl" im
Wappen. Zur ersten Entwicklung trug Heinrich der Löwe viel
bei, der dem damaligen „Munichen" Markt- und Münzrecht gab.
Die Wittelsbacher, seit 1180 Landesherren von Bayern,
widmeten ihrer späteren Residenzstadt die größte Sorgfalt
und die Bevölkerung wetteiferte mit ihnen In der Errichtung
monumentaler Bauten. So ist z. B. die Frauenkirche
ausschließlich ein Werk der Münchener Bürger. Der
eigentliche Schöpfer des neuen Münchens wurde Ludwig I.,
dessen Wille die Stadt einer städtebaulichen Neugestaltung
unterwarf, die an Großzügigkeit kaum anderwärts erreicht
wird. Er berief die bedeutendsten Künstler und Gelehrten an
seinen Hof, er errichtete die großen Museen und
Gemäldegalerien und erhob München zum Vororte deutscher
Kunst und Wissenschaft. Zu jener Zeit entstanden die immer
vornehmen klassizistischen Profanbauten Glyptothek
und Propyläen, Alte Pinakothek,
Nationaltheater, die Bavaria mit der
Ruhmeshalle, die Universität u. a. m. Er schuf
mit der Ludwigstraße eine der schönsten Straßen
Deutschlands und ihm verdankt München, daß aus der einfachen
Bürgerstadt das heitere „Isar-Athen" wurde. Von den
Bauwerken seiner Nachfolger seien vor allem die
Maximiliansstraße mit ihrem glänzenden Abschluß, dem
Maximilianeum, weiterhin das Nationalmuseum, das
Armeemuseum genannt. Vor diesem liegt das 1924
geschaffene einzigartige Kriegerdenkmal. Das Neue
Rathaus und das Hofbräuhaus verdienen ebenfalls
Beachtung. Den Besuch des Deutschen Museums, dieser
größten naturwissenschaftlichen Sammlung der Welt, sollte
kein Münchenfahrer versäumen. Ebenso sei noch ganz besonders
auf das Braune Haus am einzigartigen Königsplatz
hingewiesen. Und inmitten dieser fast endlosen Kette
weltbekannter Sehenswürdigkeiten, von denen ja hier nur ein
Teil aufgeführt sein kann, bieten herrliche Parkanlagen, vor
allem der reizvolle Hofgarten, wie auch der
Nymphenburger Schloßpark, und der Englische Garten
mit dem Kleinhesseloher See Ruhepunkte angenehmster
Art.

Umgebung. Selten besitzt eine
Stadt eine solche Fülle der verschiedensten
Landschaftsbilder in seiner Umgebung wie München. Heide,
Moor, Seen, Flüsse, Wälder, Wiesen und nicht zuletzt die
Bergwelt sind schnell und auf guten Straßen zu erreichen.
Jeder Kraftfahrer, der weniger auf seinen
Geschwindigkeitsmesser blickt, sondern vielmehr mit offenen
Augen die Gegend an sich vorüber ziehen Ießt, wird mehr
Idylle und Motive entdecken, als er je zu hoffen wagte.
Als nächstes Ziel ist eine Fahrt auf der Wolfratshauser
Straße entlang dem linken Hochufer des Isartals mit
seinen überraschenden Blicken auf die tief unten
dahinfließende grüne Isar und der ständig wechselnden
Aussicht auf die Alpenkette zu empfehlen. Die vielen Seen im
bayrischen Hochland locken zur Ausübung jeder Art von
Wassersport. Als besonders lohnend seien hier erwähnt der
Starnbergersee, der Chiemsee mit dem herrlichen
Königsschloß Ludwigs II., der Ammersee, der
oft sturmgepeitschte Walchensee, dessen bedeutendes
Kraftwerk fast ganz Bayern mit Strom versorgt. Jedoch
das Juwel unter all diesen reizenden Punkten bildet der von
senkrecht abstürzenden Bergen umrahmte Königssee.
Zahlreiche Bäder wie Wörishofen, Tölz, Wiessee, Wildbad
Kreuth, Reichenhall bringen leidenden Menschen
Genesung. Und wessen Nerven besonderer Ruhe bedürfen, dem
sei ein Aufenthalt in einem der stillen Gebirgsdörfer
empfohlen. Mehr Abwechslung bieten wieder die Kurorte mit
ihren Sport- und Ausflugsmöglichkeiten. Berchtesgaden,
in landschaftlich schönster Umgebung mit dem Watzmann als
beherrschenden Hintergrund lädt ebenso sehr zum längeren
Verweilen ein wie das inmitten eines weiten Talkessels
gelegene Garmisch-Partenkirchen, auf das die
vielgipfelige Wettersteinkette mit Deutschlands höchstem
Berg, der Zugspitze, herabblickt. Als besonders
sehenswerte Ausflugspunkte dieses Gebietes seien noch der
Eibsee und der Rissersee hervorgehoben. Kloster
Ettal, Oberammergau, die Königssch!össer
Linderhof und Neuschwanstein, das malerische
Mittenwald und Tirol liegen in greifbarer Nähe.
Beglückend und überwältigend zugleich ist die Gipfelschau in
die Pracht der sommerlichen Bergwelt und die Erhabenheit des
alpinen Winters.

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(Original-Text aus der Shell Stadtkarte) |
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