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 | SHELL STADTKARTE Nr.
44 HARBURG |
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Verlag: SHELL
Reisedienst |
Erscheinungsjahr:
1934/35 | Verlag:
RHENANIA-OSSAG MINERALÖLWERKE AKTIENGESELLSCHAFT | Originalpreis: k.A.
(War vermutlich einzeln kostenlos an Shell-Tankstellen erhältlich.) |
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Titelbild: Harburg |
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zum Stadtplan |
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Shell-Stadtkarte
Nr.44 Harburg

Als Bollwerk gegen Dänen und Slawen entsteht zur Zeit
Karls des Großen die „Harreborg", die später zum Erzbistum
Bremen kommt, durch Kaiser Rudolf von Habsburg ihre
Stadtrechte erhält, zwischen Reformation und 30jährigem
Krieg sogar Residenz einer welfischen Nebenlinie wird und um
1700 an das Hauptland Hannover zurückfällt. Nach einem
Handelsvertrag mit dem Großen Kurfürsten müssen alle
brandenburgisch- halberstädtischen Kaufleute ihre Waren über
Harburg verschiffen; diese Vereinbarung begründet die Blüte
der Stadt, noch 1857 laufen 1167 Seeschiffe in ihren Hafen
ein. Der aufstrebende Eisenbahnverkehr und die Nachbarschaft
des mächtigeren Hamburg zwingen Harburg im 19. Jahrhundert
jedoch, sein Erwerbsleben in andere Bahnen zu lenken: Es ist
heute mit der wichtigste Industrieplatz an der Unterelbe.
Mit der Verarbeitung und Veredlung importierter Rohstoffe
beschäftigen sich in normalen Zeiten allein 33000 der 114000
Einwohner, die Harburg nach der Eingemeindung mit
Wilhelmsburg zählt.

Zwischen Zinn-, Guano-, Phosphat-, Galalith-,
Vulkanfibre-, Jute- und Nahrungsmittelwerken, Großmühlen und
Wollkämmereien ragen die Palminbetriebe und die Bauten der
Thörl'schen Margarinefabriken heraus; neben den bekannten
Harburger Gummiwerken Phoenix (Autoreifen) verdient das
SHELL-Werk Harburg der RhenaniaOssag Mineralölwerke A.-G.
besondere Beachtung. Diese Anlage ist die größte unter allen
deutschen Erdölverarbeitungsstätten. Noch 1927 hat das
Terrain 4 Meter unter dem Hochwasserspiegel der Süderelbe
gelegen, ist mit Baggerschlamm aufgespült worden. und schon
1929 rauchen zum ersten Male die Schornsteine. Auf 3 Seiten
wird das Werk in einer Länge von 1400 Meter vom Wasser
umspült; hier befinden sich 5 Anlegebrücken für Seeschiffe;
die Tankanlage auf dem Festland besteht aus 83 Behältern mit
zusammen rund 100000 Kubikmetern Fassungsvermögen; ein 120
km langes Rohrnetz verbindet Tanks und
Verarbeitungs-Abteilungen durch Haupt- und Nebenleitungen;
10 Pumpenhäuser mit 80 Pumpen und 6000 Schaltorganen sorgen
für schnellste „Fließ"arbeit. Die Baukosten betrugen über 16
Millionen Reichsmark; ein großer Teil der Schmieröle und
Asphaltproduktion des Shell-Werkes Harburg wird wieder
exportiert zum Nutzen der deutschen Handelsbilanz.

Harburg-Wilhelmsburg ist eine ganz eigenartige Großstadt:
An Harburgs kleinbürgerliche Vergangenheit erinnern Winkel
in der Lämmertwiete und Ludwigstraße oder die
Dreifaltigkeitskirche; nicht weit davon erheben sich
aber schon wieder mehrstöckige Siedlungsblöcke in langen
Reihen. Im Stadtteil Harburg überwiegt der Hafenbetrieb;
neben Anlegestellen für behäbige Fischewer dehnen sich 4
große Hafenbecken mit neuzeitlichen Lösch- und
Umschlagsanlagen aus, die Harburg den 5. Platz unter den
deutschen Seehäfen zuweisen; 1928 werden 4420 eingehende
Seeschiffe gezählt. Der Stadtteil Wilhelmsburg indessen
beherbergt in erster Linie die Industrie; an Fabrikgelände
schließen sich oft fast ohne Ubergang eingedeichte Marschen
an, die weiter östlich Hamburgs Gemüsegärten, die Vierlande,
bilden. Hamburgs Obstbäume blühen dagegen wieder westlich
von Harburg im sog. Altenland, deren schönster Teil die „Lühe"
heißt. Dazwischen liegt noch die Elbinsel Finkenwärder, halb
preußisches, halb hamburgisches Gebiet, berühmt als Heimat
Gorch Focks. Dieses Mosaik der Unterelbe
stadt umgeben in weitem Bogen mehrere Landschaften von
großer Geschlossenheit; sie lassen sich mit Wagen und
Motorrad in gleich genußreichen Fahrten erschließen:
- In die Elbmarschen, mit dem fruchtbaren
Altenland und dem historischen Kehdlngen; Harburg - 46 -
Stade (eine der ältesten Städte Norddeutschlands; als
Seehafen einmal bedeutender als Hamburg; früher
Festung), dann auf alten Elbdeichen entlang - 33 -
Freiburg - 19 - Neuhaus - 89 - Harburg (zusammen 187
km).
- In das Nordbremer Moorgebiet. an Hünengräbern
vorbei: Harburg - 31 - Wistedt - 29 - Zeven - 24 -
Bremervörde - 28 - Stade - 46 - Harburg (zusammen 158
km).
- In die Heide: Harburg -59 - Soltau, evtl.
Abstecher unterwegs nach Wilsede, mit Todtengrund, dem
schönsten Heideteil, und vielen Löns-Motiven - 52 -
Lüneburg (im Mittelalter größte Salzproduktion
Norddeutschlands; prächtige Bauten „Am Sande" - dem
Marktplatz - aus dem 13.-16. Jahrhundert wie Rathaus,
Dom und Patrizierhäuser in völlig Lüneburger Eigenstil)
- 44 - Harburg (zusammen 155 km).
Zusammenhängende Fahrten beschreiben ferner die für den
Hamburger Bezirk herausgegebenen SHELL-Tourenkarten,
erhältlich an allen Harburger und umliegenden
SHELL-Tankstellen mit dem Kennzeichen „SHELL-Reisedienst",
nämlich:
- Karte Nr. 21 Hamburg-Emden-Hamburg insgesamt 668 km
- Karte Nr. 22 Hamburg-Rostock-Hamburg insgesamt 533
km
- Karte Nr. 23 Hamburg-Schwerin-Hamburg insgesamt 778
km
- Karte Nr. 24 Hamburg-Flensburg-Hamburg insgesamt 383
km
- Karte Nr. 129 Hamburg-Ratzeburg-Hamburg insgesamt
158 km
- Karte Nr. 130 Hamburg-Cuxhaven-Hamburg insgesamt 289
km
- Karte Nr. 131 Hamburg-Holst. Schweiz-Hamburg
insgesamt 412 km
- Karte Nr. 132 Hamburg-Lüneburg-Hamburg insgesamt 136
km
- Karte Nr. 141 Hamburg-Eutin-Hamburg insgesamt 192 km

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(Original-Text aus der Shell Stadtkarte) |
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