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 | SHELL STADTKARTE Nr.
4 KÖLN |
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Verlag: SHELL
Reisedienst |
Erscheinungsjahr:
1934/35 | Verlag:
RHENANIA-OSSAG MINERALÖLWERKE AKTIENGESELLSCHAFT | Originalpreis: k.A.
(War vermutlich einzeln kostenlos an Shell-Tankstellen erhältlich.) |
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Titelbild: Der Dom |
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Shell-Stadtkarte
Nr.4 Köln

„Köln am Rhein, du schönes Städtchen",
heißt es in einem alten Soldatenlied, und die einfachen
Worte enthalten tiefe Wahrheit. Kein Städtchen zwar ist
Köln, aber eine Großstadt am schönsten deutschen Strom mit
reicher Industrie in- und außerhalb der Stadt, schönen
Kirchen - es heißt nicht umsonst das „heilige Köln" - und
anderen Prachtbauten, wunderbaren Grünanlagen auf den alten
Befestigungen der ehemaligen Festung und einer reizvollen
Umgebung mit den schönsten Ausflugszielen.

Mit der Geschichte der Stadt könnte man
ein Buch füllen, ohne sie völlig ausschöpfen zu können. Wenn
man von der Hohenzollernbrücke aus, die sich in
kühnen Bogen über den Strom spannt, auf den Dom
schaut, jenes köstliche gotische Vermächtnis des
Mittelalters, so hat man um den wuchtigen Bau herum den
Eindruck einer mittelalterlichen Stadt, eines Gewirrs von
Türmen und Giebeldächern. Wenn man in diese Wirrnis
eintaucht, dies Gewinkel von Gassen und Gäßchen, so glaubt
man ein Bild von Spitzweg vor sich zu haben. Das ist das
älteste Köln, wie wir es heute kennen, mit seinen
Erinnerungen aus der Zeit der Zünfte.
Auf der anderen Seite des Rheins hat man
das ganz moderne Köln mit dem hochragenden Turm des
imposanten Kongreßhauses an der Nordfront der
Ausstellungshallen in Köln-Deutz, einem der schönsten
Messeplätze der Welt. Hier wird man daran erinnert, daß Köln
der Sitz der Frühjahrs-, Herbst- und Gastwirtsmesse ist, ein
Haupthandelsplatz für den Rheinverkehr, der von hier nach
Holland und dem Süden Deutschlands ausstrahlt. Will man aber
mehr wissen von dem alten Köln, dann wandere man
durch seine mittelalterlichen Straßen, bewundere die Pracht
des gotischen Domes und der zahllosen romanischen Kirchen,
das Schmuckkästlein des Rathauses, das noch auf römischen
und fränkischen Quadern ruht, des gotischen Festhauses
Gürzenich, das Stapelhaus am Rhein, die alten
Stadttore und Brunnen, den Römerturm, werfe einen
Blick in das Wallraf-Richartz-Museum und lasse sich
daran erinnern, daß Köln, in römischer Zeit als Colonia
Agrippina gegründet, ein Militärlager war, Sitz eines
Armeeoberkommandos und des Gouverneurs von Niedergermanien,
sogar einmal des gallischen Kaisertums. Römisch ist heute
noch das Straßennetz, und die Geschäftsstraße der Stadt, die
Hohe Straße, sah einst die Scharen der römischen
Legionen, wenn sie zur Schlacht gegen die alten Germanen
ausrückten. Dann saßen dort die Frankenkönige, residierten
mächtige Bischöfe, entwickelte sich ein blühendes
Zunftwesen, stolze Kaufmannsgeschlechter und Zünfte boten
dem Kurfürsten Trotz, und der Name Kölns hatte einen guten
Klang in der ganzen damals bekannten Welt als
Haupthandelsplatz Europas. Vom alten Glanze zehrte es auch
durch mattere Zeiten, bis es um die Wende des letzten
Jahrhunderts eine neue Blüte erlebte, das neue Köln sich um
den Kern des alten legte mit weitangelegten Vororten und
Villenkolonien, nachdem der Festungswall gesprengt war. Ein
Stadion, das größte Europas, Platz für 70000
Zuschauer, ein Flughafen sind die letzten Zeugen
einer Entwicklung, die auch in den vier Rheinbrücken
ihren deutlichen Ausdruck findet.

Dazu kommt eine Umgebung mit einer Fülle
von Sehenswürdigkeiten, die der Automobilist, ohne Köln als
gutes bequemes Standquartier aufzugeben, in Tagesfahrten gut
erreichen kann. Da liegt gen Norden in der holländisch
anmutenden Ebenenlandschaft des Niederrheins die Kunststadt
Düsseldorf und dahinter das riesigste Industriegebiet
Europas mit Duisburg, Essen und dem
Ruhrrevier. Das Bergische Land lockt mit
wunderbaren Landschaftsbildern, die man hier gar nicht zu
finden vermeint, nachdem das Wuppertal sich mit
seinen rauchenden Kaminen wie ein Riegel davorgestellt hat.
Reizvoll ist auch eine Fahrt rechts oder links
rheinaufwärts. Namen von berühmtem Klang tauchen auf: das
Siebengebirge mit dem Drachenfels,
Königswinter, Bonn, weiter südlich Koblenz,
Bingen und die berühmten Weinorte Bacharach,
St. Goar (links), Aßmannshausen und
Rüdesheim (rechtsrheinisch). Besonders interessant für
den Automobilisten ist eine Fahrt zum Nürburgring,
bei der man die Romantik des weltberühmten Ahrtals
mitnimmt und auf dem Rückweg die bizarren Schönheiten der
Vulkaneifel genießt mit dem Laacher See bei
Mayen, einem der größten Kraterseen aus der Reihe der
vielen „Maare" genannten ehemaligen Vulkantiefen. Die
burgenreiche Nordeifel mit der Gemündener Talsperre,
Aachen, die uralte Kaiserstadt Karls des Großen, und
auch das Moseltal mit seinen berühmten Weinbergen und
romantischen Burgen ist nicht allzuweit. Uberall meint man
noch im Schatten der stolzen Türme des Kölner Domes zu
weilen, die man kaum aus den Augen verliert, gleichsam, als
sei die alte Stadt noch heute die Herrscherin von ehemals.

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(Original-Text aus der Shell Stadtkarte)
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