| |
 | SHELL STADTKARTE Nr.
5 LEIPZIG |
|
Verlag: SHELL
Reisedienst |
Erscheinungsjahr:
1934/35 | Verlag:
RHENANIA-OSSAG MINERALÖLWERKE AKTIENGESELLSCHAFT | Originalpreis: k.A.
(War vermutlich einzeln kostenlos an Shell-Tankstellen erhältlich.) |
|
Titelbild:
Völkerschlachtdenkmal |
|
| Direkt
zum Stadtplan |
|
|
Shell-Stadtkarte
Nr.5 Leipzig

Leipzig ein Brennpunkt deutscher
Wirtschaft und Kultur, als Siedlung vor etwa tausend Jahren
von den Slawen begonnen, als Stadt um 1160 begründet, am
Kreuz bedeutender Handelsstraßen gelegen, wurde mit seinen
Ebenen die Walstatt großer Entscheidungen, von denen die
Völkerschlacht von 1813 und die Schlacht bei Lützen, deren
300 jährige Feier wir 1932 begangen haben, zu erwähnen sind.
Leipzig, die Messe- und Handelsstadt, ist die größte
Stadt Mitteldeutschlands (720000 Einwohner) und neben
Hamburg und Berlin einer der bedeutendsten Handelsplätze im
Deutschen Reiche. Alljährlich, Anfang März und Ende August,
strömen Hunderttausende zur „Mustermesse", die sich
zu einer Weltmesse entwickelt hat, zur „Technischen Messe",
die eine Weltschau der Industrie geworden ist, und zu den
vielen „Sonder- und Fachmessen" nach Leipzig.

Unter dem historischen Marktplatz hat man
das erste Untergrundmessehaus der Welt gebaut. Der
Buchhandel hat sein Hauptquartier in Leipzig. Ganze
Stadtviertel sind ausschließlich von Buchdruckereien,
Buchbindereien und Verlagsanstalten eingenommen. Inmitten
dieser Großbetriebe findet man das Buchhändler und
Buchgewerbehaus. Von jeher war Leipzig auch der
Hauptsitz des internationalen Rauchwarenhandels, der
im „Brüht" und den angrenzenden Straßen seinen Sitz hat. Vom
Hauptbahnhof mit 26 Bahnsteigen in einer 300 m
breiten Front gelangt man durch einzigartige Promenaden zum
Augustusplatz, der durch monumentale Gebäude, wie das
Neue Theater (Oper), das Museum für bildende Künste, die
Universität, die Universitätskirche, die Hauptpost und
stattliche Hoch- und Geschäftshäuser begrenzt wird. Der
Südosten der Stadt bietet zahlreichen Instituten der
Universität Raum. Durch ihn führt die Straße des 18.
Oktober mit den Veterinärmedizinischen Instituten der
Universität, der Großmarkthalle mit den beiden Kuppeln, der
Russischen Gedächtnis-Kapelle und der Deutschen Bücherei,
der Sammelstelle des gesamten deutschen Schrifttums seit
1913. Die Straße des 18. Oktober führt vom Bayerischen Platz
durch das Gelände der Technischen Messe bis zum
Völkerschlachtdenkmal, dem Ehrenmal der Gefallenen von
1813. Die Altstadt Leipzigs zeigt vornehmlich
Renaissance- und Barockbauten, darunter am Markt das Alte
Rathaus, erbaut 1556, mit dem Stadtgeschichtlichen
Museum und am Naschmarkt die Alte Börse und das
Denkmal des jungen Goethe. Die Nikolai-Kirche und die
ehrwürdige Thomas-Kirche, die Wirkungsstätte Johann
Sebastian Bachs, weisen in gotische und romanische Zeiten
zurück. An der Stelle des ehemaligen Leipziger Schlosses,
der alten Pleißenburg, erstand das Neue Rathaus,
durch einen Brückengang mit dem Stadthaus verbunden.
Südlich davon findet man das Reichsgericht. dahinter
die Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe, das
Konservatorium, die Universitäts-Bibliothek und das
Gewandhaus. Hinter der Johanniskirche ist der moderne
Bau des Grassimuseums mit dem Kunstgewerbe-, Völker-
und Länderkundlichen Museen errichtet worden.

Umgebung. Mit einem nicht zu kurzen Aufenthalt in
Leipzig sollte man auch Ausflüge ins Leipziger Land
verbinden. In einer knappen Fahrstunde sind eine Anzahl
mittelgroßer Städte zu erreichen, die durch ihre freundliche
Lage oder auch historischen Baulichkeiten zum Besuch
einladen. Selbst Badeorte mit erfolgreichen Heilwirkungen
sind weit über die Grenzen Sachsens hinaus bekannt. Von
Westen kommend, durchfährt man das Solbad Dürrenberg
an der Saale, dessen Gradierwerke mit 1800 m die längsten in
Deutschland sind. In nicht zu großer Entfernung liegt die
alte Erzbischofsstadt Merseburg. Diese altertümliche
Stadt wird beherrscht durch Dom und Schloß. Im
Domkapitelhaus werden die Merseburger Zaubersprüche, die aus
dem 8. Jahrhundert stammen und das älteste deutsche
Sprachdenkmal darstellen, aufbewahrt. Man findet auch im
Kolonialland östlich der Saale noch altertümliche
Befestigungsanlagen, im mittelsächsischen Bergland
sehenswürdige Burgen und Schlösser jüngerer Zeit. Zu den
erstgenannten Bauten zählt die Ruine Kohren, deren
trotzige Burgtürme als Wahrzeichen des Kampfes gegen das
Slaventum erhalten blieben. Eine aufstrebende Entwicklung
zeigt zwischen Leipzig-Chemnitz gelegen das Moor- und
Stahlbad Lausick mit einem Kurpark und ausgedehnten
Grünanlagen. Die Mulde entlang flußaufwärts reiht sich im
„Tal der Burgen" eine historische Sehenswürdigkeit an die
andere. Von Leipzig aus läßt sich Colditz ziemlich
rasch erreichen. Es wird, ebenso wie Rochlitz und
Wechselburg, vom hochliegenden Schloß beherrscht. Die
Muldenstadt Grimma wird den meisten Besuchern der
Messestadt dem Namen nach bekannt sein, der von der
Hauptverkehrsstraße in Leipzig getragen wird. In der Nähe
des freundlichen Städtchens findet man die Ruine des
Klosters Nimbschen. Als Muldenstadt an der Freiberger
Mulde verdient namentlich Leisnig mit dem Schloß
Mildenstein aufgesucht zu werden, und schließlich ist
noch ein alter Straßen- und Brückenort, die Bischofsstadt
Wurzen, zu erwähnen.

Wenn Sie die ganze Karte begutachten möchten, müssen Sie nur auf den Link klicken.
(Original-Text aus der Shell Stadtkarte) |
|