ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STADTPLÄNE - 1900-1945 - SHELL STADTKARTEN

SHELL STADTKARTE Nr. 6 ESSEN

Verlag: SHELL Reisedienst

Titelbild: Deutschlandhaus

Erscheinungsjahr: 1934/35

Verlag: SHELL Deutschland Holding GmbH

Originalpreis: k.A.

Direkt zur Karte

Shell-Stadtkarte Nr.6 Essen

(Original Texte und Bilder aus der Shell-Stadtkarte)

Die Stadt Essen, die alte weltbekannte deutsche Waffenschmiede, erscheint auf Grund ihrer mittelpunktartigen Stellung im rheinisch­westfälischen Industriebezirk als dessen Brennpunkt, von dem die Strahlen über den Bezirk hinaus selbst in die fernsten Gegenden getragen werden. Nicht nur Kohle und Eisen allein geben heute wirtschaftlich das Charakteristikum der Stadt Essen ab, sondern eine alle möglichen Produktionsgruppen umfassende mosaikartige Vielheit von Industrien und Wirtschaftszweigen stellt in ihren zahlreichen Auswirkungen eine sichere Grundlage für eine stetige und gesunde Weiterentwicklung dar.

Auf dieser industriellen Grundlage aufbauend, hat Essen sich in den letzten Jahren von einer reinen Industriestadt - 1851 feierte Alfred Krupp auf der Londoner Weltausstellung seine ersten Triumphe über den englischen Gußstahl und lenkte die Augen der Welt auf seine Heimatstadt - auch zu einer bedeutenden Verwaltungs- und großzügigen Handels- und Siedlungsstadt entwickelt. Wir brauchen nur die Geschäftsneubauten und Verwaltungsgebäude, von denen hier nur der eindrucksvolle Börsenbau und das Deutschlandhaus genannt sein sollen, zu betrachten, die in den letzten Jahren entstanden sind. Dadurch ist die Sonderstellung der Stadt Essen bedingt.

Wohl selten sieht man auf einem Stadtgebiete eine solche Fülle schöner und mustergültiger Siedlungen wie in Essen. Seltsam eigentlich und erstaunlich, daß diese Stadt, die doch ausgesprochene Industriestadt war, für eine geradezu vorbildliche Siedlungs­ und Wohnungspolitik Verständnis besaß. Zwei ungemein reizvolle Anlagen, die in den letzten Jahren geschaffen wurden, sind der Grugapark und der Botanische Garten. Industrie und Bergbau drängen immer mehr zum Norden und finden dort am Rhein-Herne­Kanal vorzügliche Standortsbedingungen. Kulturelles Sehnen und Schaffen sind dem Rhythmus der Arbeit entsprungen und geben der Großstadt Essen eine besondere Note. Besonders der Musik haben die Essener seit altersher großes Interesse entgegengebracht. Oper und Schauspiel finden ideelle Pflege in den städtischen Bühnen (Opernhaus und Schauspielhaus). Das Museum Folkwang beherbergt eine Galerie moderner Kunst. Weiter seien noch erwähnt allgemeine Bildungseinrichtungen, die Akademischen Kurse, die Volkshochschule, Stätten der Kunstbildung wie die Folkwang-Schulen und solche der Wissenschaft wie das weit bekannte „Haus der Technik" und das „Haus der ärztlichen Fortbildung", neben wichtigen wissenschaftlichen und kulturellen Gesellschaften und Vereinen.

Es gibt nur wenige Industriestädte, die eine landschaftlich so reizvolle Umgebung aufweisen wie Essen. Günstig war ihr dabei der Umstand, daß die Industrie nach Norden drängte und so den Süden der Stadt für weitflächige Wohnsiedlungen, ausgedehnte Stadtwaldungen, das wunderschöne Ruhrtal und einen Kranz idyllischer Vororte freiließ.

Von diesen hat Essen-Werden, die ehemalige Abteistadt, mit dei vom Hl. Ludgerus um das Jahr 796 gestifteten Abteikirche noch weitgehend seine Eigenart erhalten. Zwischen Essen-Werden und Essen-Kupferdreh, einem der landschaftlich schönsten Teile des Ruhrtales, erstreckt sich der 2,68 qkm große Baldeneysee. Oberhalb des Stausees auf den bewaldeten Ruhrhöhen erhebt sich die Villa Hügel, der bekannte Wohnsitz der Familie Krupp. Essen-Kupferdreh gegenüber, diesseits des Stausees, liegt Essen-Heisingen, ein ebenso beliebtes Ausflugsziel. Aber noch andere Stadtteile an der Ruhr sind bemerkenswert, vor allem Essen-Steele, das ebenfalls wie Essen-Werden auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Weiter nördlich reihen sich an Essen-Kray, Essen-Stoppenberg, Essen-Altenessen und Essen-Karnap, die, obwohl hier vornehmlich die Industrie ihre Standorte hat, viel Reizvolles bieten. Zahlreiche große Gutshöfe mit jahrhundertealter Vergangenheit zeugen hier von dem einst ländlichen Charakter der Gegend. In Essen-Stoppenberg, mit seiner aus dem Jahre 1074 stammenden Stiftskirche, erhebt sich auf einer bewaldeten Kuppe der Hallo-Turm, der, wie keine andere Stelle des Ruhrgebietes einen prächtigen Fernblick über das Industriegebiet gewährt. Wenn auch hier nicht alle Stadtteile genannt werden können, so darf man Essen-Borbeck nicht vergessen. Sein Wahrzeichen ist das Schloß, der frühere Sommersitz der Fürstäbtissinnen von Essen.

Wenn Sie die ganze Karte begutachten möchten, müssen Sie nur auf den Link klicken. 


© 2005-2008 - Landkartenarchiv.de  - Michael Ritz - Mönchengladbach - Made in Germany
Kopieren der Inhalte strengstens verboten - Verlinkung der Webseiten ist erlaubt.
Optimiert auf 1024x768 Pixel