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| SHELL STADTKARTE Nr. 7 DRESDEN | | Verlag: SHELL Reisedienst | Titelbild: Probsteikirche ehem. Hofkirche | Erscheinungsjahr: 1934/35 | Verlag: SHELL Deutschland Holding GmbH | Originalpreis: k.A. | | Direkt zur Karte |
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Shell Stadtkarte Nr.7 Dresden

(Original Texte und Bilder aus der Shell-Stadtkarte) Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die ehemalige wendische Fischersiedlung als germanische Stadt gegründet. 1485 erwählten die Wettiner Dresden zur Residenz. Mit dem Regierungsantritt August des Starken, des bedeutendsten und prachtliebendsten Fürsten aus wettinischem Hause, der den polnischen Königsthron bestieg und damit die Germanisierung des Ostens bis nach Warschau noch einmal in mögliche Nähe rückte, begann die Blütezeit der Stadt. In dieser Zeit entstand das „barocke" Dresden mit seinen monumentalen Bauwerken und weltberühmten Sammlungen. Im 7jährigen Kriege litt Dresden schwer durch die Beschiessung. 1813 fanden heftige Kämpfe statt. In Dresden stand die Wiege der neuen deutschen Oper. Karl Maria v. Weber und Richard Wagner, den die Märzrevolution 1849 vertrieb, sind mit der Dresdner Oper aufs innigste verbunden. Seine Werke „Rienzi", „Fliegender Holländer" und „Tannhäuser" wurden hier uraufgeführt. Caspar David Friedrich, der Schöpfer der modernen Landschaftsmalerei und Ludwig Richter, der grosse Maler deutscher kleinbürgerlicher Romantik wirkten in Dresden zu gleicher Zeit. Heute zählt Dresden 635000 Einwohner, besitzt eine Technische Hochschule und eine Kunstakademie. Seine chemischen und photographischen Industrien haben sich die Welt erobert. Die Nahrungs- und Genußmittelindustrien sind in Deutschland führend.
Sehenswürdigkeiten der Stadt: Aus dem Mittelalter hat sich nur wenig in die neue Zeit gerettet. Das bedeutendste Gebäude ist die Sophienkirche. Aus der Renaissance stammen grosse Teile des Schlosses, der grosse und kleine Schlosshof, das Georgentor und der Stallhof. Das erste Barockpalais entstand vor der Stadt im „Grossen Garten". August der Starke (Regierungszeit 1694-1733) liess die „Neue Königsstadt" (Neustadt) nach Plänen von W. v. Klingel, der auch den Schlossturm mit seiner Kupferhaube schuf, aufbauen. Als bedeutendstes Gebäude der Neustadt sind das „Japanische Palais" von Pöppelmann (jetzt Landesbibliothek) und die „Neustädter Wache", ein Werk Longuelunes, zu nennen. August des Starken Denkmal, in Kupfer getrieben, schmückt den Neustädter Markt. Der „Zwinger" mit Wallpavillon, Kronentor und Nymphenbad entstand als Festplatz, erst in Holz, später in Sandstein auf dem Walle. Pöppelmann war der Architekt, Permoser schuf den plastischen Schmuck dieses graziösen Werkes des deutschen Barock. G. Bähr errichtet die Frauenkirche (Dom), die mit ihrer massiven Sandsteinkuppel zum Wahrzeichen Dresdens geworden ist. Neben August wetteiferten Adel und Bürger in der baulichen Ausgestaltung der Stadt. Augusts Sohn ließ die letzte Barockkirche römischen Stils errichten: Chiaveris „Katholische Hofkirche" mit reichem figuralem Schmuck von Mattielli. Noch heute findet hier jeden Sonntag 11 Uhr grosse musikalische Messe unter Mitwirkung von Chor und Solopersonal der Staatsoper statt. Im 19. Jahrhundert entstanden die Treppe zur Brühlschen Terrasse, Schinkels „Hauptwache", Sempers zwei Opernhäuser und die neue Gemäldegalerie.

Sammlungen:
Die Gemäldegalerie enthält u. a. die Sixtinische Madonna von Raffael, die ruhende Venus von Giorgione und den Zinsgroschen von Tizian. Vom „Marmorsaal" des Zwingers geniesst man einen schönen Blick auf das „Nymphenbad". Im Museum der Gemälde des 19. Jahrhunderts sind die Werke C. D. Friedrichs und Ludw. Richters hervorzuheben. Das „Grüne Gewölbe" beherbergt die Schatzkammer des wettinischen Hauses, Juwelen und die kunstgewerblichen Kostbarkeiten aus der Zeit August des Starken mit den Hauptwerken Dinglingers. Das Historische Museum mit der Rüstkammer zeigt hervorragende Kostüm- und Waffensammlungen, darunter den Krönungsschmuck Augusts. Die Porzellansammlung gibt einen vollendeten Oberblick über die Entwicklungsgeschichte des Meissner, China- und Japan-Porzellans. Das Albertinum beherbergt die älteste deutsche Antikensammlung. Dresdens neuestes Museum ist das Hygiene-Museum von Kreis, der geistige Schöpfer war O. Lingner. Der „Große Garten" mit seinem Palais (jetzt Sächsisches Altertumsmuseum) und den köstlichen Anlagen dient als schönster Ruhepunkt nahe dem Stadtzentrum.

Beliebte Ziele für Autotouren in die Dresdner Umgebung: Kurort „Weißer Hirsch" mit bezauberndem Blick auf Dresden. Schloß Pillnitz, das Wasser- und Bergpalais in „ostasiatischem Stil" von August dem Starken errichtet; schöne Treppe zur Elbe, französischer und englischer Garten mit Pavillons. Auf der anderen Elbseite Groß-Sedlitz, verträumte Gartenanlage mit plastischem Schmuck. Jagdschloß Moritzburg, inmitten von Seen und Wäldern gelegen. Sammlung von Jagdtrophäen und kulturhistorischen Erinnerungen aus allen Zeiten Sachsens. Besonderer Anziehungspunkt die Fütterung des reichen Schwarzwildbestandes. Stolpen, Schlossruine, Gefängnis der Gräfin Cosel. Sächsische Schweiz, Bastei, schönster Aussichtspunkt auf die andere Elbseite, die Bergfeste Königstein, Bad Schandau ist der Hauptort des Gebirges. Im Erzgebirge die alten sächsischen Bergbauorte Altenberg und Zinnwald. Meißen mit Dom und Albrechtsburg auf freiem Felsen über der Elbe gelegen. Sitz der ältesten Porzellanmanufaktur Europas.

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