
| SHELL STADTKARTE Nr. 83 GERA | Maßstab k.A. | Hergestellt: 1937 | Verlag: SHELL Reisedienst | Kartographie und Druck: Benzol-Verband | Originalpreis: k.A. | | Direkt zur Karte |
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Gera ist die Eingangspforte zu dem noch wenig bekannten, aber landschaftlich hervorragenden Ostthüringen. Durch Gera führt der Weg zur größten Talsperre Deutschlands, zur Saaletalsperre, weiter zur Kobertalsperre, nach dem herrlichen Elstertal zwischen Wünschendorf und Greiz, nach den zahllosen Schlössern, wie in Gera selbst, in Bad Köstritz, Bad Ronneburg, Greiz, Weida, Berge, Burgk, Ranis, Ziegenrück usw. In Gera fahren wir zunächst auf den Parkplatz, Zeppelinstrasse oder Franz-Seldte-Platz, und besuchen das Hochhaus, von dessen im zehnten Stockwerk gelegenen Turm (Fahrstuhl) wir einen wundervollen Blick nach allen Seiten über das ganze Elstertal haben. Über die bekannte Hauptgeschäftsstrasse Sorge und Steinweg kommen wir zum Marktplatz, auf dem alljährlich mehrfach die bekannt gewordenen Marktfeste stattfinden, und an dem die bekannte mittelalterliche Stadtapotheke liegt. Auch das Rathaus mit dem Ratskeller, eine der ältesten Gaststätten Deutschlands, entzückt durch seinen hochanstrebenden Bau. 
Durch die Johannis- und Schlossstraße fahren wir zum Reußischen Theater, rechts den Hauptbahnhof liegen lassend. Das Theater genießt in der ganzen Welt einen hervorragenden Ruf und steht heute noch in hoher Blüte. Der in Theaterkreisen bekannte Erbprinz Reuß und der Musiker von internationalem Ruf, Professor Laber, wirken hier. Durch den Fürstlichen Küchengarten führt uns der Weg über die Elster zum Schloß Osterstein, einem stolzen Prachtbau mit wertvollen Sammlungen, und der Hainbergweg bringt uns dann mit immer wechselnden Ausblicken auf die ganze Stadt durch herrlichen Buchenwald am Elsterufer entlang zum Dahliengarten, einer besonders im Sommer und Herbst selten schönen Blumenanlage. Dahinter liegt die Adolf-Hitler-Kampfbahn, eine für grosse Versammlungen angelegte Arena, auf der auch unser Führer wiederholt sprach. Bietet so Gera, eingebettet im lieblichen Elstertal, für jeden Naturfreund wirklich sehenswerte Naturschönheiten, so zeugen im Süden der Stadt zahlreiche Essen von dem Fleiss der Bevölkerung. Industrie, Handel und Gewerbe stehen hier auf beachtlicher Höhe. Berühmt sind ebenso sehr Geraer Kleiderstoffe wie Geraer Maschinen. 
In der Einwohnerschaft herrscht ein gemütlicher lebensfroher Geist, der in den zahlreichen Gast- und Unterhaltungsstätten aller Art zum Ausdruck kommt; der Geraer hat nach des Alltags Mühen die Gelegenheit zu herrlichen Ausflügen in die weite Umgebung. Es lockt das Elstertal zwischen Wünschendorf, Berga und Greiz mit seinen landschaftlich hervorragenden, immer neue Ausblicke bietenden, bewaldeten Höhen. Besonders die Fernblickstraße, die Strasse Gera-Auma-Schleiz nach der Saaletalsperre und von da über Lobenstein nach Hof ist beliebt, von der Abstecher besonders nach Schloß Burgk und Ziegenrück lohnend sind. Nicht vergessen werden darf auch Bad Köstritz mit seinem Schloss und der Fürstlichen Brauerei in schönster Lage, dann Bad Ronneburg am Ausgang des schönen Gessentales. Überall bietet sich hier Erholung nach reizvoller Autofahrt. 
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