ÜBERSICHT - DEUTSCHLAND - STADTPLÄNE - 1900-1945 - SHELL STADTKARTEN

SHELL STADTKARTE Nr. 84 COTTBUS

Verlag: SHELL Reisedienst

Titelbild: Stiftskirche

Erscheinungsjahr: 1935/36

Verlag: SHELL Deutschland Holding GmbH

Originalpreis: k.A.

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Shell-Stadtkarte Nr.84 Cottbus 

(Original Texte und Bilder aus der Shell-Stadtkarte)

Seit langem bekannt als einer der Hauptorte der deutschen TuchIndustrie und als Eingangspforte zu dem an Naturreizen reichen Spreewaldgebiet, ist Cottbus mit über 54000 Einwohnern die bedeutendste Stadt der Niederlausitz und des südlichen Teils der Provinz Brandenburg. Die Stadt kann auf eine fast tausendjährige Geschichte zurückblicken und war schon in alter Zeit Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen, Marktort von starker Anziehungskraft und Sitz regsamer Gewerbe. Neben der Tuchindustrie haben sich im Laufe der Zeit auch andere Erwerbszweige Bedeutung zu verschaffen gewußt (Fabrikation von Teppichen, Grobleinen, Hüten, Wäsche, Schokoladen- und Zuckerwaren-Industrie, Papierverarbeitung, Großdruckerei, Holz- und Baustoffindustrie, Kornbrennerei, Bierbrauerei, Baumkuchen). Als Ausgangspunkt für acht Eisenbahnstrecken, zahlreicher Chausseen und Straßen ist Cottbus der Verkehrsmittelpunkt der Niederlausitz.

 

Die älteste Geschichte der Stadt ist in Dunkel gehüllt. Urkundlich zuerst erwähnt wird Cottbus 1156, als auf der Burg ein Lehnsmann des Markgrafen von Meißen saß. Von 1199 ab waren Stadt und Herrschaft Besitz der Herren von Cottbus und gelangten 1445 durch Kauf an Kurbrandenburg, während der übrige Teil der Niederlausitz erst 1815 an Brandenburg-Preußen gefallen ist.

Aus mittelalterlicher Zeit sind u. a. noch erhalten die Backsteinbauten der Oberkirche (Nikolaikirche), der Kloster- oder Wendischen Kirche (Rest eines Franziskanerklosters), der wuchtige Spremberger Turm, der Münzturm, die Lindenpforte, der Bergfried der früheren Burganlage (Amtsturm). Das Rathaus am Marktplatz fällt durch seinen Renaissanceturm auf. Bemerkenswert: Alte Bürgerhäuser im Barockstil (aus der Zeit nach einem großen Stadt-Brande 1671), ferner Bauten des Rokoko, Biedermeier und des Neuklassizismus.

Im Laufe der letzten vier Jahrzehnte hat die Stadt zahlreiche Einrichtungen geschaffen, die Beachtung verdienen. Das Stadttheater ist als eines der schönsten und leistungsfähigsten deutschen Provinztheater bekannt, das städtische Krankenhaus, die bedeutendste Anlage ihrer Art in der Provinz, die Höhere Fachschule für Textilindustrie erfreut sich großen Ansehens.

Dem Fremden bietet Cottbus manche angenehme Überraschung. 

Die sauberen, meist baumbepflanzten Straßen und Plätze, die ausgedehnten Anlagen, die gutgehaltenen Bauten geben dem Ort den Charakter einer Gartenstadt. Die industriellen Anlagen sind in der Nähe des Spreelaufs zusammengedrängt und ebenfalls in freundliches Grün gebettet.

In das Stadtgebiet einbezogen ist der Branitzer Park, eine Schöpfung des genialen Gartenkünstlers Fürst Pückler-Muskau (gestorben 1871 zu Branitz).

Der Spreewald, eine Niederung unterhalb Cottbus bis über Lübben hinaus, die von der in zahllose Wasserfließe zerteilten Spree durchzogen wird, bietet landschaftliche Schönheiten in reichstem Maße. Die Bewohner des Spreewaldes sind Wenden, die in Sprache, Sitten und Gebräuchen und, soweit die Frauen und Mädchen in Frage kommen, auch in der farbenfrohen Tracht ihr Volkstum bewahrt haben. Die Verkehrsverhältnisse sind eigenartig, weil für weite Strecken des Gebietes der Kahn das einzig verwendbare Verkehrsmittel ist.

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(Original-Text aus der Shell Stadtkarte)


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