Facebook

Facebook Twitter Google+

 Hauptseite Weltkarten und Weltatlanten Europakarten Deutschlandweite Landkarten, Stadtpläne und Themenkarten Landkarten, Stadtpläne von Österreich Landkarten, Stadtpläne der Schweiz Impressum

ÜBERSICHT - ÖSTERREICH - SHELL STADTKARTEN

SHELL STADTKARTE Nr. 90 GRAZ

Maßstab k.A.

Hergestellt: 1939

Verlag: SHELL Reisedienst

Originalpreis: k.A.

Direkt zur Karte

Die Stadt der Volkserhebung

In einer Talweitung, dort, wo der größte Fluß des Landes aus enger Schlucht ins ebene Land fließt, nach Süden offen, gegen Norden, Osten und Westen durch Gebirge geschützt, das eigentliche Stadt­gebiet in seiner Mitte von einer Anhöhe beherrscht: das ist der von der Natur vorausbestimmte Platz für eine große Siedlung. Tatsächlich reichen die Funde, die uns von menschlichen Siedlungen in der Steiermark berichten, weit in die vorchristliche Zeit. Der Stamm, der hier ansässig war, stand schon seit der Mitte des 2. vorchristlichen Jahrhunderts in Handelsbeziehungen mit Rom; erst seit 15 v. Chr. wurde aus diesem Bündnis eine römische Herrschaft, die bis zur Völkerwanderung dauerte. Um diese Zeit dürfte der Name Hradec (-Burg) entstanden sein; Bajuwaren und Franken, die später ins Land kamen, nannten den Ort Grace auch Graece (zum erstenmal 1128 urkundlich erwähnt). Nach Aussterben des Geschlechtes der Traungauer und der Babenberger wurde die Steiermark habsburgisches Erbland (1282). Graz, eine alte Festung und später glanzvolle Residenz, mit allen Wahrzeichen seiner interessanten Vergangenheit, andererseits allen Vorzügen einer modernen Stadt, auch klimatisch günstig gelegen - es ist ein ideales Reiseziel und hat jedem, dem Kunstliebhaber, dem beschaulichen Bummler, wie dem Naturfreund etwas zu geben.

Die Stadt liegt in einer weiten, reizvollen Gebirgsbucht, welche vom Glein-, Stub- und Packalpenzug und ihren Ausläufern im Westen, vom Schöckl und den oststeirischen Hügeln im Osten gebildet wird, und ist in ihrer herrlichen Umgebung, wie den schön geformten Berg- und Hügelreihen des Plabutsch und des Buchkogels, der Kanzel und der Platte, selbst anmutige Landschaft. Mitten in der Stadt der durchwegs mit Hochwald bestandene Schloßberg (120 m über der Mur) mit alten Basteien und Befestigungen, schönen Spaziergängen und unvergleichlichem Rundblick über die Stadt und ihre Umgebung bis tief in den Süden hinein. Der Schloßberg geht im Tale in den ausgedehnten Stadtpark mit den uralten Bäumen über und viele andere schöne Anlagen und Privatgärten durchgrünen die Stadt. Reizvolle Spaziergänge führen unmittelbar von den Häuserzeilen durch prachtvollen Naturpark auf den Kamm der südlichen Hügelreihen.

An sehenswerten Gebäuden ist der Dom das interessanteste Bauwerk (spätgotisch), im Inneren wertvolle antike Kunstwerke, an der südlichen Außenseite ein Wandgemälde aus dem 15. Jahrhundert, darstellend die Leiden des Landes Steiermark. Der schönste gotische Bau der Stadt ist die Leechkirche mit herrlichen Steinmetzarbeiten und Glasgemälden. Neben der Domkirche erwähnenswert das Mausoleum.

Unter den Profanbauten steht das Landhaus (Herrengasse) an erster Stelle, ein herrlicher Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert. Im Zeughaus die höchst merkwürdige Waffensammlung, eine Anhäufung von Waffen, die dort noch so liegen, wie sie heimkehrende Krieger angeblich abgeliefert hatten, in ihrer Art ein Unikum.

Von romantischem Aussehen die allen Befestigungen, der Glockenturm und die alten Häuser der Sporgasse, Herrengasse, Schmidgasse, Bürgergasse und Sackstraße, der engen Neutorgasse („kälbernes Viertel"); Krebsenkeller mit Loggienhöfen (beliebte Gastwirtschaft), Keplerhaus.

Als Anerkennung für die opferwillige, zähe Ausdauer der Kämpfe für Großdeutschland verlieh der Führer der Stadt Graz die Bezeichnung „Stadt der Volkserhebung".

Sammlungen

Man besuche jedenfalls das vorerwähnte Zeughaus. Sehr sehenswert aber auch die Sammlungen im Joaneum (Raubergasse 10), das Volkskundemuseum (Paulustorgasse) und das Schloßbergmuseum.

Programm für kurzen Besuch.

Zu Fuß: Aufstieg von der Sackstraße über den neuen Treppenweg auf den Schloßberg. Besichtigung der alten Befestigungsanlagen. Abstieg ostwärts zum Stadtpark; durch den Park, vorbei an Burg und Franzenstheater, Bürgergasse (Dom und Mausoleum), bei der alten Universität vorbei durch das Gewirr alter, heimeliger Gäßchen in die Sporgasse, dann Adolf-Hitler-Platz (Lueghaus), Herrengasse (Landhaus, Zeughaus) zum Bismarckplatz, Sekanek (Stadttheater).

Mit Fahrzeug: Zum schön gelegenen Hilmteich, Rosenberg, Maria Trost, Radegund, Ries, Ragnitztal, Laßnitzhöhe, über Gösting nach Judendorf, Straßengel, zum Stift Rein, oder nach Thal (Strandbad), zur Riegersburg, usw.

Wenn Sie die ganze Karte begutachten möchten, müssen Sie nur auf diesen Link klicken. 

 

(Original-Text aus der Shell Stadtkarte)


© 2003 - 2012, Michael Ritz - Mönchengladbach - Made in Germany

Hauptseite - Welt - Europa - Deutschland - Österreich - Schweiz -
Impressum - Facebook - Twitter - Google+