
| SHELL STADTKARTE Nr. 91 LINZ | Maßstab k.A. | Hergestellt: 1939 | Verlag: SHELL Reisedienst | Originalpreis: k.A. | | Direkt zur Karte |
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Linz historisch betrachtet. So wie die meisten Gaue der Ostmark hatte auch der Gau Oberdonau mannigfache Wechselfälle der Geschichte mitzumachen, doch konnte er sich vielfach mehr Bodenständigkeit bewahren als andere Länder. Der Gau Oberdonau gehörte zur römischen Grenzprovinz Noricum. Hauptwaffenplatz der Römer war Laureacum (an Stelle des heutigen Dorfes Lorch bei Enns gelegen); an der Stelle des heutigen Linz lag die römische Militärstation Lentia. Die Bezeichnung Lintza erscheint erstmalig im Jahre 799 als bischöflich passauisches Lehen. 
Das Stift Kremsmünster, gegründet 777, welches den berühmten kupfergetriebenen Kelch des Bajuwaren-Herzogs Tassilo noch heute aufbewahrt, erinnert an die Zeit des Anstürmens der Bajuwaren von Norden, der Awaren von Osten und der Wenden von Süden her. Im 10. Jahrhundert überschwemmten magyarische Reiter das Land bis an die Traun. In wechselvoller Reihe regierten später nach Abwehr der Ungarneinfälle bayrische Gaugrafen das Land, das seit 1282 zu den habsburgischen Erblanden zählte. Linz war sogar einige Jahre nach 1489 Residenz des damals aus Wien vertriebenen Kaisers Friedrich III. Die Stadt gewann durch den Verkehr auf der besonders im Mittelalter wichtigen Donaustraße, die Regensburger und Passauer Waren von hier nach Böhmen und ins Salzkammergut verteilte. Die erste Brücke über die Donau nach Urfahr, einem erst Ende des 14. Jahrhunderts urkundlich erwähnten Fischerdorf, wurde um 1500 errichtet. Unter der Regierung Maria Theresias und Josefs II. entwickelte sich die Stadt außerordentlich. In den Feldzügen Napoleons I. hart mitgenommen, wurde Linz 1828 als Brückenkopf befestigt. Noch heute steht ein Teil der 32 Befestigungstürme, z. B. der Rundturm des Jesuitenklosters. 
Man darf Linz nicht ganz einfach durchrasen, indem man, wie dies so häufig der Fall ist, durch die längste Straße über den Adolf-HitlerPlatz zur Donaulände läuft und dann meint, Linz gesehen zu haben; man muß sich diese Stadt in aller Ruhe ansehen, muß dem Donauufer entlang durch Auen und Wiesen wandern und auf den Pöstlingberg steigen, von dem man einen herrlichen Rundblick über das Donautal, die Stadt und die Kette der nördlichen Kalkalpen genießt. Auch durch die kleinen Gäßchen der Altstadt soll man streifen und offenen Auges die vielen, gerade der Stadt Linz eigenen Besonderheiten betrachten. Abseits vom großstädtischen Lärm und des modernen Stadtteiles steigt die Altstadt steil von der Donaulände auf. Schöne alte Bauten aus der Renaissance- und Barockzeit, oft mit eigenartigen Toren, uralten Hauszeichen und schönen schräg gestellten Pfeilern, welche die wuchtigen Mauern stützen, werden den Beschauer entzücken. In diesem engen Rahmen können nur einige wenige von den vielen interessanten Bauwerken erwähnt werden, so der alte Dom (Jesuitenkirche), im Frühbarock 1669 erbaut, die Barockkirche des Priesterseminars, 1717 von dem berühmten Baukünstler Lukas von Hildebrand errichtet; die Landhauskirche, von dem Linzer Mathias Krinner, die Stadtpfarrkirche, 1286 im gotischen Stil erbaut, später barockisiert. Imposant der neue Maria-Empfängnis-Dom, 1862 unter Bischof Rudigier begonnen, 1924 vollendet. An Profangebäuden ist in erster Linie das Landhaus, 1571 fertiggestellt, zu nennen. Es besitzt ein Prachtwerk der Frührenaissance, sein Portal, und einen herrlichen Arkadenhof. Sehenswert das Barockgebäude der Landesregierung, das Kremsmünster Stiftshaus und das schöne, ursprünglich gotische, in seiner jetzigen Form 1659 umgebaute Rathaus. Gegenüber dem Rathaus die herrliche Dreifaltigkeitssäule aus Salzburger Marmor. In jüngster Zeit ist die Bedeutung der Stadt durch die Gründung der Hermann-Göring-Werke wesentlich gestiegen. Linz steht am Beginn einer mächtigen Entwicklung, die sich schon heute durch starken Verkehr und reges Leben vorerkennen läßt. 
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