
| SHELL STADTKARTE Nr. 93 SALZBURG | Maßstab k.A. | Hergestellt: 1939 | Verlag: SHELL Reisedienst | Originalpreis: k.A. | | Direkt zur Karte |
|
|

Eine Wiederholung der ganzen schönen Ostmark in kleinem Umkreise ist Gau und Stadt Salzburg, die alle Formen ostmärkischer Landschaft, aber auch allen Reichtum seiner Kunst, seiner Kultur und seines Volkstums in sich schließt. Die Schönheit des Landes spiegelt sich auf jedem Fußbreit Salzburgs wider, in seinen großartigen Gebirgsszenerien mit Gletschern und Eishöhlen, in wundervollen Seen, Wäldern und Fluren, Klammen und Tälern, Orten und Burgen. Uber dieser Vielfältigkeit aber thront die einmalige Erscheinung der Stadt Salzburg, eine der schönsten Städte der Erde, mit ihrer tausendjährigen Kultur, ihrer Mozarttradition und ihren Festspielen. Die Geschichte des heutigen, an Stelle des einstigen keltischen, spätrömischen Juvavum erstandenen Salzburgs beginnt mit Rupertus, der im 7. Jahrhundert am Fuße des Mönchsberges das Kloster St. Peter gründete. Das Wahrzeichen der Stadt, die Feste Hohensalzburg, während des Investiturstreites 1077 erbaut, wurde in späteren Jahrhunderten erweitert und vom Erzbischof Leonhard von Keutschach im gotischen Stil verschwenderisch ausgestaltet. Das Gepräge des Frühbarocks gab der Stadt Wolf Dietrich v. Raitenau, ein Großneffe Papst Plus IV., der mit 28 Jahren Fürsterzbischof von Salzburg wurde. Er ließ den romanischen Dom und gegen 1010 Bürgerhäuser niederreißen und legte an deren Stelle nach den Plänen des italienischen Baukünstlers Scamozzi die breiten Plätze, die den heutigen Dom umgeben, an. Unter seiner Herrschaft entstand der Monumentalbau der Residenz, der Hofmarstall (heute Festspielhaus), der Glockenspielturm, das Schloß Mirabell, der Sebastiansfriedhof mit dem Mausoleum und vieles andere. Aus dem 17. Jahrhundert stammt einer der schönsten Brunnen, der Residenzbrunnen, ferner die berühmte Pferdeschwemme. In der Nähe der Stadt wurden das Lustschloß Hellbrunn mit Wasserspielen und das Schloß Kleßheim erbaut (Fischer v. Erlach). Die napoleonischen Kriege, später die Säkularisation, machten dem geistlichen Fürstenstaat ein Ende. Nach verschiedenen Zwischenstadien gelangten Stadt und Land 1816 endgültig zu Österreich. 
Salzburg, diese wunderbare Stadt, mit ihren unvergleichlichen Schönheiten, mit ihrer herrlichen Umgebung, mit ihren Festspielen, ladet auch außerhalb der Reisezeit zu Gast. Es ist immer schön, auch im Herbst, im Winter, im Frühling! Zur Zeit der Festspiele wird Salzburg von Kunstbegeisterten aus allen Teilen der Welt besucht. Die Sprache der stillen Schönheiten dieser Stadt erklingt aber in der stilleren Zeit am lautesten. Man hört sie etwa während eines Aufstieges zur Hohensalzburg. Die durch Sperrbögen und Zwinger steil aufsteigende Festungsstraße ist die gleiche, die vor Jahrhunderten streitbare Bischöfe emporritten. Jeder Besucher sollte sich sein eigenes Salzburg von den Höhen des Mönchs- und Kapuzinerberges, auf welche romantische Wege und Stiegen durch Wald- und Wieseneinsamkeit führen, entdecken. Sehenswürdigkeiten: Domkirche, der Peterskirche in Rom nachgebildet, eingeweiht 1628 (täglich Orgelkonzerte). Residenz (Prunkräume, Bildergalerie). Am Turm des Neugebäudes das Glockenspiel mit 37 Glocken (spielt täglich um 7, 11 und 18 Uhr). Hofbrunnen auf dem Residenzplatz. Festung Hohensalzburg, 119 m über der Stadt (Drahtseilbahn), mächtigste Zitadelle auf deutschem Boden, spätgotische Fürstenzimmer, Hornwerk („Salzburger Stier", Walzenorgel aus 1502). Standbild Mozarts am Mozartplatz und Geburtshaus Mozarts in der Getreidegasse (Nr. 9). Marmorne Kapitelschwemme. Benediktiner-Erzabtei St. Peter (696 vom HI. Rupert gegründete Kirche, Friedhof mit Grabstätten berühmter Salzburger). Franziskanerkirche, Festspielhaus (Vorhalle mit Mosaik und Fresken, Stadtsaal mit Deckengemälde, Theatersaal mit Gobelins, Sommerreitschule mit den in die Mönchsbergfelsen gehauenen Zuschauergalerien). Lustschloß Mirabell mit Naturtheater und Park, anschließend Kurgarten, Mozarthäuschen am Kapuzinerberg. Wohn- und Sterbehaus des Theophrastus Paracelsus am Platzt. Sebastianskirche und Sebastiansfriedhof (Grabstätten des Paracelsus, des Erzbischofs Wolf Dietrich, der Witwe W. A. Mozarts u. v. a.), Dreifaltigkeitskirche. Kunststätten: Festspielhaus. Stadttheater (Schauspiel, Operette, Oper). Mozarteum (Mozartarchiv, Konzerte), Marionettentheater (Salzburger Spezialität). Museen: Stadt-Museum, Museum für Naturkunde neben dem Festspielhaus, Mozartmuseum, Schloß Mirabell (Ausstellungen), Kriegsmuseum, Festung, Volkskunde-Museum in Hellbrunn. 
Spaziergänge und Ausflüge: Mönchsberg (elektrischer Aufzug), Kapuzinerberg, Schlösser Hellbrunn, Kleßheim, Leopoldskron und Aigen, Gaisberg (1286 m, Auto-Straße, Segelflüge), Hallein (Salzbergwerk, Einfahrt in den Dürrnberg), Gollinger Wasserfall, Paß Mo Lueg, Salzachöfen und Lammeröfen bei Golling, das Salzkammergut (Fuschlsee, Wolfgangsee, Attersee usw.), die Seen am Alpenrand (Wallersee und 3 Seen bei Mattsee), Eisriesenwelt-Höhle bei Werfen, 1633 m (größte Eishöhle der Welt), Liechtensteinklamm bei St. Johann im Pongau, Zell am See (Seilschwebebahn auf die Schmittenhöhe, 1968 m), Kesselfall-Alpenhaus, Krimmler Fälle und die einzigartige Fahrt auf der Glocknerstraße durch die Gletscherlandschaften der Glocknergruppe. 
Wenn Sie die ganze Karte begutachten möchten, müssen Sie nur auf diesen Link klicken. (Original-Text aus der Shell Stadtkarte) |